mini|Kreuzkirche, 2010 Die Kreuzkirche in Wil im Schweizer Kanton St. Gallen ist eine evangelisch-reformierte Kirche.
Geschichte Das heutige Kirchengebäude nach Plänen des Schaffhauser Architekten Walter Henne (1905–1989) ersetzte eine kleinere Kirche der evangelischen Kirchgemeinde Wil von 1889/1890.Informationstafel in der Kirche. Im Februar 1962 begann der Bau, und am 23. Dezember 1963 (Vierter Advent) wurde die neue Kirche eingeweiht. 1997/1998 und 2024 wurden Renovationen des Kirchengebäudes und Kirchturms durchgeführt. Die Wiler Kreuzkirche ist Teil der Evangelisch-reformierten Kirche des Kantons St. Gallen und ein geschütztes Kulturobjekt.Informationstafel am Kirchturm.
Beschreibung und Ausstattung mini|Innenraum mit Empore Zentralbau in Betonbauweise über unregelmässigem Achteck. Kupfergedecktes Zeltdach mit Laterne auf der Spitze. Sechseckiger Campanile mit vier grossen Zifferblättern (jeweils 4,2 m Durchmesser). Grosses eisernes Kreuz aussen über dem Hauptportal der Kirche. Links und rechts aussen neben dem Portal sechs in Kerbschnittmanier geritzte Reliefs mit Symbolen des Flawiler Bildhauers Johann Ulrich Steiger: Auf der linken Seite die Evangelisten Markus und Johannes und das Christusmonogramm (flankiert von den griechischen Buchstaben Alpha und Omega). Auf der rechten Seite: Kreis mit Dreieck (als Zeichen der Dreifaltigkeit) und Symbole der Evangelisten Lukas und Matthäus.Informationstafel am Kirchturm.
Links hinten im Innenraum eine geschnitzte Lindenholz-Statue «Der dreifache Engel» des deutschen Holzbildhauers Gunter Schmidt-Riedig (1994). Schlichte Kanzel aus Nussbaum- und Ahornholz. Abendmahlstisch aus Saint-Michel-Stein. Taufstein aus Laufener Kalkstein. Kirchendecke aus Föhrenholz.Informationstafel in der Kirche. Die Kirche bietet Platz für bis zu 600 Personen.
Kirchenfenster Der St. Galler Künstler Alfred Kobel schuf 1963 das grosse Kirchenfenster (10,00 m × 6,00 m) im Chorraum an der Südseite der Kirche, in dem verschiedene biblische Gleichnisse dargestellt sind:Informationstafel in der Kirche. Der gute Hirte (Johannes 10,11–14) Die klugen und die törichten Jungfrauen (Matthäus 25,1–13) Der verlorene Sohn (Lukas 15,11–32) Der barmherzige Samariter (Lukas 10,29–37) Das Haus auf Feld und das Haus auf Sand gebaut (Matthäus 7,24–27)
Orgel Im Februar 1964, zwei Monate nach der Einweihung der Kirche, wurde eine Orgel von Orgelbau Kuhn (Männedorf) mit 48 Registern (und vier Vorabzügen), mechanischer Spiel- und elektropneumatischer Registertraktur auf (Schleifladen) mit drei Manualen und Pedal (mit insgesamt 2'984 Pfeifen; Disposition von Otto Spörri, Wil) eingeweiht. 1982 und 2002 erfolgten Revisionen durch die Erbauerfirma. Die Disposition: mini|Kuhn-Orgel mini|Spieltisch
I Hauptwerk C–g3Quintatön 16′Principal 8′C–a1 im Prospekt.Gemshorn 8′Gedecktflöte 8′Octav 4′Rohrflöte 4′Principalquint ′Octav 2′Vorabzug aus Mixtur V.Mixtur V 2′Trompete 8′ II Kronpositiv C–g3Salicional 8′Bourdon 8′Principal 4′C–fis2 im Prospekt.Spitzflöte 4′Quint ′Octav 2′Terz ′Larigot ′Octav 1′Cymbel II ′Harfenregal 16′Krummhorn 8′Tremulant III Schwellwerk C–g3Bourdon 16′Diapason 8′Bourdon d'écho 8′Spitzgambe 8′Voix céleste (ab c0) 8′Schwebung zu Spitzgambe 8′.Octav 4′Blockflöte 4′Violine 4′Nazard ′Vorabzug aus Sesquialtera II ′.Sesquialtera II ′Waldflöte 2′Terz ′Vorabzug aus Sesquialtera II ′. Die Beschriftung der Registerwippe lautet «Octavin 2′».Plein-jeu V 2′Fagott 16′Trompette harmonique 8′Oboe 8′Clairon 4′Tremulant Pedal C–f1Subbass akustisch 32′Subbass 16' + Quinte ′.Principalbass 16′C–cis0 im Prospekt.Subbass 16′Zartgedeckt 16′Octavbass 8′Spitzflöte 8′Zartgedeckt 8′Octav 4′Vorabzug aus Mixtur IV 4′.Mixtur IV 4′Bombarde 16′Bombarde 8′Choraltrompete 4′Singend Cornett 2′
Normalkoppeln (mechanisch, als Registerwippen und Pistons): II–I, III–I, III–II, I–P, II–P, III–P. Spielhilfen: Setzeranlage. Sequenzer vor und zurück (als Drucktaster und Pistons). Piston «Crescendo». Zwei Schwelltritte für Crescendo und III. Manual (Schwellwerk).
Glocken Die sieben Glocken wurden 1962 von der Glockengiesserei Rüetschi (Aarau) gegossen; das Geläut erklang erstmals an Heiligabend 1962.Hans Forrer: Zum Geleit. In: Die Kreuzkirche in Wil. Denkschrift zur Einweihung am 22. Dezember 1963. Hrsg. von der Evangelischen Kirchgemeinde Wil SG, Eigenverlag, Wil 1963, S. 5–12. Der freistehende Turm besitzt keinen eigenen Glockenstuhl, sondern die Glocken hängen direkt zwischen Betonträgern in einer hohen Turmstube, welche in Schwungrichtung der Glocken weitgehend geschlossen ist, so dass die heftigen Schlaggeräusche der Klöppel gedämmt werden.
Glocke Schlagton Giesser Gussjahr Gewicht Name 1 as0 H. Rüetschi, Aarau 1962 5'020 kg 2 c1 H. Rüetschi, Aarau 1962 2'548 kg 3 es1 H. Rüetschi, Aarau 1962 1'438 kg Mittagsglocke 4 f1 H. Rüetschi, Aarau 1962 1'020 kg Betzeitglocke, Totenglocke 5 g1 H. Rüetschi, Aarau 1962 738 kg Morgenglocke, Sturmglocke 6 b1 H. Rüetschi, Aarau 1962 425 kg 7 c2 H. Rüetschi, Aarau 1962 314 kg Taufglocke
Literatur Evangelische Kirchgemeinde Wil SG (Hrsg.): Die Kreuzkirche in Wil. Denkschrift zur Einweihung am 22. Dezember 1963. Eigenverlag, Wil 1963.
Weblinks
Website der Evangelischen Kirchgemeinde Wil.
Einzelnachweise
Kategorie:Kirchengebäude im Kanton St. Gallen Kreuzkirche Kategorie:Kirche in der Evangelisch-reformierten Kirche des Kantons St. Gallen Kategorie:Zentralbau in der Schweiz Kategorie:Erbaut in den 1960er Jahren Kategorie:Kirchengebäude in Europa Kategorie:Kirchengebäude der Moderne Kategorie:Disposition einer Orgel Kategorie:Geläut Kategorie:Bauwerk der Moderne in der Schweiz Kategorie:Kreuzkirche