Gertraud Fenk-Oczlon (* 1948 in St. Johann im Pongau, Salzburg) ist eine österreichische Linguistin und Hochschullehrerin.
Leben und Wirken
Gertraud Fenk-Oczlon maturierte 1966 am Bundesrealgymnasium in St. Johann im Pongau und studierte anschließend Ethnologie, Sprachwissenschaft, Slawistik, und Psychologie an den Universitäten Wien, Graz und Klagenfurt: Akademische Übersetzerprüfung für Russisch an der Universität Graz (1974), Magisterexamen (1978) und Promotion (1981) in Sprachwissenschaft an der Alpen-Adria-Universität Klagenfurt. Zu ihren akademischen Lehrern zählten Alexander Isačenko und Willi Mayerthaler. Neben dem Studium absolvierte sie eine Ausbildung zur Fotografin („Bayerische Staatslehranstalt für Photographie“ München 1968/69, Gesellenprüfung für Fotografie Salzburg 1972).
Ab 1982 war sie Universitätsassistentin am Institut für Sprachwissenschaft der Alpen-Adria-Universität Klagenfurt, und nach ihrer Habilitation (1990) über „Geläufigkeit und sprachliche Form“ lehrte und forschte sie bis zu ihrer Pensionierung im Jahr 2013 als Ao. Universitätsprofessorin für Allgemeine Sprachwissenschaft am Institut für Sprachwissenschaft und Computerlinguistik. Von 1995 bis 2000 war sie, gemeinsam mit Willi Mayerthaler, Herausgeberin der Zeitschrift „Papiere zur Linguistik“, Gunter Narr Verlag. Nach ihrer Pensionierung lehrte sie bis 2019 „Semantik“ am Institut für Informatik der Alpen-Adria-Universität Klagenfurt. Seit Beginn ist sie Mitglied der AG Mehrsprachigkeit und Vortragende der gleichnamigen Ringvorlesung.
Gastaufenthalte führten sie an die Kasaner Föderale Universität, die University of New Mexico in Albuquerque und die University of Colorado Boulder. Von Dezember 2003 bis März 2004 forschte sie mit einem Fulbright-Forschungsstipendium an der University of Hawaiʻi at Mānoa.
Fenk-Oczlon war von 1996 bis 2013 Institutsvorständin des Instituts für Sprachwissenschaft und Computerlinguistik an der Alpen-Adria-Universität Klagenfurt. Seit 2007 ist sie Mitglied der Wissenschaftskommission beim Bundesministerium für Landesverteidigung.
Ihre Forschungsschwerpunkte sind Sprachtypologie, Kognitive Linguistik, Quantitative Linguistik und Parallelen zwischen Sprache und Musik im Kontext von Sprach-Evolution. Wesentliche Fortschritte der Linguistik bringt die von Fenk-Oczlon hergestellte Verbindung einer Systemischen Sprachtypologie mit frequentistischen und informationstheoretischen Ansätzen zu Ökonomieprinzipien in Sprache und Kognition.
Sie ist mit August Fenk verheiratet und hat zwei Kinder, Lisa M. Fenk und Lorenz A. Fenk.
Publikationen (Auswahl)
Weblinks
Google Scholar – Fenk-Oczlon ResearchGate – Fenk-Oczlon Scopus Author Visitenkarte der Universität Klagenfurt
Einzelnachweise
Kategorie:Linguist Kategorie:Hochschullehrer (Universität Klagenfurt) Kategorie:Absolvent der Universität Klagenfurt Kategorie:Österreicher Kategorie:Geboren 1948 Kategorie:Frau