mini|Michael Mohr im gemeinsamen Atelier von Michael Mohr und Roswita Waechter in Köln-Sürth 2018 Michael Mohr (* 29. März 1952 in Mettlach) ist ein deutscher Künstler, der schwerpunktmäßig als Maler und Zeichner arbeitet.

Leben Aufgewachsen in der Kleinstadt Mettlach an der Saar absolvierte er von 1967 bis 1970 eine Lehre zum Schaufenstergestalter. Über den zweiten Bildungsweg studierte Mohr von 1975 bis 1984 an der Fachhochschule für Kunst und Design KölnDie Kölner Werkschulen wurden als Fachbereich Kunst und Design in die 1971 neu gegründete Fachhochschule Köln überführt (seit September 2015 umbenannt in TH Köln). bei Dieter Kraemer. Das Studium schloss er als Meisterschüler von Dieter Kraemer ab. Im Rahmen dieses Studiums lernte er seine spätere Ehefrau Roswita Waechter kennen, mit der er regelmäßig gemeinsam malte und zunächst in Köln-Kalk, später in Köln-Sürth ein gemeinsames Atelier hatte.Uli Kreikebaum: „Die Selbstporträtistin“, Nachruf auf Mohrs Ehefrau Roswita Waechter im Kölner Stadtanzeiger vom 20. Januar 2024

Von 1989 bis 1991 hatte Mohr einen Lehrauftrag für Zeichnen an der Fachhochschule Dortmund im Fachbereich Design inne.

Im April 1990 wurde der Künstlersonderbund in Berlin gegründet, in dem sich vor allem gegenständlich-figürlich arbeitende Künstler zusammenschlossen. Mohr gehörte zu den Gründungsmitgliedern.„Künstler im Porträt“ zum 20-jährigen Bestehen des Künstlersonderbundes in Deutschland, Berlin 2010, ISBN 978-3-00-031702-6Mitgliederverzeichnis des Künstlersonderbundes, abgerufen am 21. Oktober 2024

Künstlerisches Schaffen Mohrs Arbeiten stellen Positionen des Realismus dar. Die Motive reichen von Transistoren, dem Innenleben elektronischer Geräte, Porzellan, Porzellanbruch und Mosaiken bis zu Portraits. Mohr und seine Ehefrau Roswita Waechter schufen häufig gegenseitig Portraits voneinander.

Mohr arbeitete meist mit Eitemperatechnik oder mit Ölfarben auf Leinwand.

Im Katalog zur Ausstellung „Positionen des Realismus“ des Kunstvereins Mainz schrieb Mohr über seine Arbeiten:

Ein zentrales Merkmal von Mohrs künstlerischem Schaffen ist die serielle und konzeptuelle Arbeit mit bildlichen Motiven, die er oft über Jahrzehnte hinweg in extrem unterschiedlichen Formaten variiert.

Mosaiken mini|Mosaiksteinwand 1 und weitere ähnliche Formate der Reihe in St. Clemens 2017Im Jahr 1989 begann er die fortlaufende Reihe Mosaiksteinwand. Das großformatige Initialwerk Mosaiksteinwand 1 (1989, Eitempera und Öl auf Leinwand, 180 × 200 cm) bildete das Fundament für eine darauffolgende Vielzahl von Arbeiten in diesem Stil.

In der Folgezeit übertrug Mohr dieses Gestaltungsprinzip vorwiegend auf kleinste Formate (13 × 18 cm).

Diese Miniaturen nutzt der Künstler sowohl als eigenständige Einzelwerke als auch als Elemente für raumgreifende, monumentale Gesamtinstallationen. Ein prägnantes Beispiel für diese Arbeitsweise ist das Ensemble 100 Stillleben (2001, Öl auf Leinwand, je 18 × 13 cm). mini|Installation im Mainzer Kunstverein, Okt.–Dez. 2005, 370 × 240 cm Solche aus bis zu einhundert Einzelbildern bestehenden Komplexe arrangiert Mohr ortsspezifisch im Raum, um beispielsweise Durchgänge einzurahmen oder sakrale Räume wie Kirchen architektonisch zu bespielen. Neben diesen Ensembles führt er die Reihe bis heute auch in einzelnen Großformaten fort.

Rezeption und Hintergrund Dieter Kraemer schrieb 2005 anlässlich der Ausstellung „Positionen des Realismus“:

Ausstellungen (Auswahl) 1979 bis 1986: jährliche Teilnahme an der Großen Deutschen Kunstausstellung im Haus der Kunst, München (G) 1979 bis 1988: jährliche Teilnahme an der Großen Kunstausstellung NRW, Düsseldorf (G) 1984: Kunst und Technik Heute, 2-jährige Wanderausstellung, Bundesministerium für Wirtschaft Bonn (G) 1985: Erste Köln Kunst in der Kunsthalle Köln (G) 1993: 1.Realismustriennale Martin-Gropius-Bau Berlin (G) 1996: Die Kraft der Bilder Martin-Gropius-Bau, Berlin (G) 2001: Einblicke – Ausblicke Einzelausstellung mit Roswita Waechter in der Galerie Alpirsbach, Baden-Württemberg (E/G) 2005: 5 Positionen des Realismus Kunstverein Mainz (G) 2007: Technische Stillleben Museum für Strom, Recklinghausen (E) 2010: Einzelausstellung mit Roswita Waechter Vergangenheiten – Roswita Waechter/Michael Mohr Zeche Königin Elisabeth, Essen (G/E)„Vergangenheiten Roswita Waechter-Michael Mohr“, 2009, ISBN 978-3-00-027709-2 2012: 300 Porträts von Kölner Obdachlosen Überlebensstation Gulliver, Köln (E) 2015: Komponisten, Obdachlose und Andere im Oberlandesgericht Köln, Einzelausstellung mit Roswita Waechter (E/G) 2017: Kölner – trotzdem Realist Einzelausstellung Kunstforum St. Clemens, Köln (E) 2019: Fenster, Kacheln und Porzellan Einzelausstellung mit Roswita Waechter, Galerie am Buttermarkt, Köln (E/G) 2023: Das Runde im Eckigen Haus und Grund, Pulheim (E) 2024: Land Schafft Sehnsucht Hommage an Caspar David Friedrich Kunstverein Essenheim 2026: 25 Jahre Überlebensstation Gulliver Köln 2026: ZEITzeichen Realismus-Galerie Berlin

Auszeichnungen 1982: Förderpreis Rheinische Post (Düsseldorf) 1982: 2. Platz Max-Ernst-Stipendium (Brühl)Siehe S. 268 in „50 Jahre Max-Ernst-Stipendium“, 2020, ISBN 3-926076-39-9 1984: Förderpreis des Bundeswirtschaftsministeriums (Bonn)Verleihung des Preises durch das Bundesministerium für Wirtschaft Bonn, Minister Martin Bangemann 2000: 1. Preis Kalker Kunstmeile mit Roswita Waechter 2021: Jakob-Eschweiler-Stipendium (Mechernich-Burgfey)

Weblinks Website von Michael Mohr und Roswita Waechter

Einzelnachweise

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