Die Bürgermedaille der Stadt Ulm, auch Medaille der Stadt Ulm, ist eine kommunale Auszeichnung. Sie wird von der baden-württembergischen Stadt Ulm verliehen, um besondere Verdienste ihrer Bürgerinnen und Bürger zu würdigen.

Geschichte und Vergabemodalitäten Die Bürgermedaille wurde 1964 durch einen Beschluss des Ulmer Gemeinderats eingeführt. Sie dient der Anerkennung bürgerschaftlichen Engagements und der Förderung des Ehrenamts in Ulm. Die Auszeichnung wird an Persönlichkeiten verliehen, „die sich um das politische, kulturelle, religiöse, wirtschaftliche, soziale oder gesellschaftliche Leben der Stadt in besonderer Weise verdient gemacht oder durch ihr geistiges oder künstlerisches Werk das Ansehen der Stadt gemehrt haben“.

Die Verleihung findet alle zwei Jahre am Schwörmontag im Rahmen der traditionellen Schwörfeier statt, alternierend mit den Wissenschaftspreisen der Stadt. Aus der Bürgerschaft können Vorschläge für die Auszeichnung eingereicht werden, wobei eine Begründung erforderlich ist. Die Entscheidung über die Vergabe trifft der Gemeinderat.

2020 kam es zu Differenzen bei der Auswahl der Preisträger, da es keine festgeschriebene Regelung zur Geschlechterverteilung gab. Der Gemeinderat hatte sich zunächst auf zwei männliche Preisträger geeinigt, was nachträglich zu Widerspruch von Grünen, SPD und Teilen der CDU/UfA-Fraktion führte. Nach gescheiterten Kompromissversuchen wurde die Verleihung verschoben. Diese Kontroverse führte zur Überarbeitung des Auswahlverfahrens. Seit 2021 wird die Bürgermedaille verbindlich an eine Frau und einen Mann verliehen, um eine ausgewogenere Geschlechterverteilung zu gewährleisten.

Preisträger 1964: Carl Schwenk, Franz Wiedemeier, Albert Unseld 1966: Karl Eychmüller 1967: Wilhelm Geyer 1970: Inge Aicher-Scholl, Karl Kässbohrer, Eugen Ringwald 1974: Hugo Roller, Willy Eiselen 1975: Anton Wiech 1976: Kurt Fried 1977: Otto Fischer 1978: Lisbeth Ebners, Otto Kässbohrer 1980: Josef Gantert 1983: Schwester Maria Melosa 1986: Gertrud Brandt 1988: Alfred Moos, Hans Zumsteg 1990: Boleslawa Podlaszewski 1994: Else Seisler, Wolfgang Eychmüller 1996: Thilde Battran, Eberhard Schleicher 1998: Gerhard Stuber 2002: Hellmut Pflüger 2005: Josef Kaupp, Hans-Hermann Keinath, Hermann Eiselen 2006: Theodor M. Fliedner 2007: Ilse Schulz, Silvester Lechner 2011: Helga Philipp, Michael Bösl 2013: Carmen Stadelhofer, Wolf-Dieter Hepach 2015: Claudia Schumann, Siegfried Weishaupt 2018: Rolf Engelhardt, Wolf-Henning Petershagen 2021: Ann Dorzback, Otto Künzel 2023: Götz Hartung, Christa Ranz-Hirt 2025: Liselotte Bertsch, Reinhart Müller

Ulmer Bürgermedaille von 1919 mini|„Ulmer Bürgermedaille“ aus dem Jahr 1919, Rückseite

Die historische „Ulmer Bürgermedaille“ von 1919, geschaffen vom Heilbronner Künstler Walther Eberbach, zeigt auf der Vorderseite den „Ulmer Spatz“ auf dem Stadtwappen und auf der Rückseite eine vom Ulmer Münster dominierte Stadtansicht. Die Vorderseite trägt eine Umschrift, die die Stadt für ihre Fürsorge in Kriegs- und Friedenszeiten rühmt, was sich auf den kurz zuvor beendeten Ersten Weltkrieg bezieht. Diese historische Medaille unterscheidet sich vom Design der aktuellen Bürgermedaille.

Einzelnachweise

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