Das Verlangen ist ein Fernsehfilm aus der Krimireihe Tatort. Der vom Bayerischen Rundfunk produzierte Beitrag ist die 1321. Tatort-Episode und wurde am 26. Dezember 2025 im Ersten ausgestrahlt. Das Münchner Ermittlerduo Batic und Leitmayr ermittelt in seinem 99. Fall.
Handlung Bei der Aufführung von Tschechows Stück Die Möwe im Münchner Residenztheater kollabiert die aufstrebende Schauspielerin Nora Nielsen auf der Bühne und stirbt. Die Kommissare Batic, Leitmayr und Hammermann ermitteln hinter den Kulissen. In Noras Spind finden sie Tilidin, welches sich im Laufe der Ermittlungen wegen einer Überdosis als Tatmittel herausstellt. Durch Zeugenaussagen erfahren sie, dass Nora im vierten Akt aus einer Weinflasche Traubensaft trank, der mit überdosiertem Tilidin versetzt war, während die anderen Darsteller in ihren Szenen Wodka tranken. Dadurch gehen Batic und Leitmayr nicht mehr von einem Suizid, sondern von einem gezielten Mord aus.
Hammermann erhält von einem Kollegen die Information, dass sich auf dem Spindschlüssel nur die Fingerabdrücke des Opfers befanden, während auf dem Spindschloss und der Tilidindose keine Fingerabdrücke gefunden werden konnten. Dabei bekommt er mit, wie der Darsteller Carl Mayerkoff aufgebracht von seinem Auto zurück in das Theater läuft. Carl wirft einen Flyer in einen Mülleimer, den sich Hammermann anschließend anschaut. Der Flyer wirbt für eine frühere Aufführung des Residenztheaters mit dem Titel „Schneekönigin“, welche sechs Monate zuvor stattfand. Nach genauerer Recherche lässt sich eine Parallele zu dem aktuellen Stück ziehen, da die damalige Hauptdarstellerin Lilly Bach ebenfalls auf der Bühne starb.
Zunächst gerät Gina Rohland in den Fokus der Ermittlungen, da sie beide Opfer als Konkurrentinnen betrachtete und das Schloss an Noras Spind sich nur mit Ginas Schlüssel öffnen ließ. Auch ihre Beziehung zu dem Darsteller Johannes Lange kann als mögliches Motiv gedeutet werden, da er sowohl mit Gina als auch mit Nora zusammen war.
Das finale Beweisstück, ein mit Pailletten besetzter Stofffetzen, lässt sich schließlich dem Rucksack der Kostümbildnerin Ria Jäger zuordnen, in welchem sie die Weinflaschen transportierte, die als Requisiten im laufenden Theaterstück eingesetzt wurden. Am Tattag ersetzte Ria eine gewöhnliche Weinflasche durch eine Flasche mit Tilidin-Zusatz. Ihr Plan war es jedoch nicht, ihre Freundin Nora umzubringen. Stattdessen wollte sie Carl Schmerzen zufügen und ihn zum Erbrechen bringen, um ihn auf der Bühne bloßzustellen und für sein herrisches, manipulatives Verhalten gegenüber Nora und Lilly zu bestrafen. Lilly erhängte sich deshalb vor sechs Monaten nach der Vorstellung. Eine ähnliche Katastrophe wollte Ria in Noras Fall verhindern, da diese ohnehin bereits emotional angeschlagen war. Die Weinflasche, welche versehentlich eine Überdosis Tilidin enthielt, war eigentlich als Requisit für Carls Rolle vorgesehen. Doch am Tattag trank ungeplanterweise die labile Nora aus der Flasche und starb.
Hintergrund Der Film wurde vom 5. August 2024 bis zum 3. September 2024 in München gedreht. Die Premiere erfolgte am 26. August 2025 auf dem Festival des deutschen Films in Ludwigshafen am Rhein. Rezeption Kritiken
Einschaltquoten Die Erstausstrahlung von Das Verlangen am 26. Dezember 2025 wurde in Deutschland von 5,13 Millionen Zuschauern gesehen und erreichte einen Marktanteil von 21,6 % für Das Erste.
Auszeichnungen Der Film war für den Rheingold Publikumspreis 2025 auf dem Festival des deutschen Films in Ludwigshafen am Rhein nominiert.
Weblinks
Tatort: Das Verlangen auf der Website des Produktionsunternehmens
Einzelnachweise
Verlangen#Das Kategorie:Deutscher Film Kategorie:Filmtitel 2025