Joseph Epstein (* 23. Mai 1862 in Leipzig; † 17. November oder 18. November 1930 in Frankfurt am Main) war ein deutscher Physiker, Dozent am Physikalischen Verein sowie Leiter der Elektrotechnischen Lehr- und Untersuchungsanstalt und Elektrotechniker. Er etablierte den nach ihm benannten Epsteinrahmen, eine elektrotechnische Messmethode zur Bestimmung der Eisenverluste in Elektroblechen.

Joseph Epstein studierte Physik und Mathematik an der Universität Würzburg und Universität Leipzig und promovierte 1887 in Leipzig mit seiner Arbeit Die logischen Prinzipien der Zeitmessung. Aufgrund seiner jüdischen Herkunft hatte er Schwierigkeiten eine Laufbahn als Lehrer einzuschlagen und entschied sich nach seinem Studium in einer Fabrik für Lehrmittel tätig zu werden. Hier erwarb Epstein handwerkliche und praktische Fähigkeiten.

1889 wurde er vom Physikalischen Verein in Frankfurt zum Leiter von dessen neu gegründeter Elektrotechnischen Lehr- und Untersuchungsanstalt berufen. Als Anerkennung für seine umfassende Lehrtätigkeit wurde Epstein im Mai 1897 der Titel Professor durch den Preußischen Kultusminister verliehen. Epstein hielt auch außerhalb der Lehranstalt zahlreiche Vorträge als Dozent des Physikalischen Vereins, unter anderem hielt er auf der Internationalen Elektrotechnischen Ausstellung 1891 mehrere populäre Experimentalvorträge über die damals neuartige Elektrotechnik.

1897 verließ er den Physikalischen Verein, sein Nachfolger wurde hier Carl Déguisne. Epstein arbeitete nun als Chefingenieur bei Felten & Guilleaume, einem Unternehmen das damals vor allem Geräte für die elektrische Energietechnik wie Leistungstransformatoren und Hochspannungskabel entwickelte und herstellte. Im Zuge dieser Tätigkeit entwickelte er 1900 den nach ihm benannten Epsteinrahmen, ein Messverfahren zur Quantifizierung der Eisenverluste der in den Transformatoren und elektrischen Maschinen eingesetzten Elektrobleche.

1910 kehrte er als Leiter der Lehr- und Untersuchungsanstalt zum Physikalischen Verein zurück. Nach der Gründung der Universität Frankfurt wurde die Elektrotechnische Lehr- und Untersuchungsanstalt vom Institut für Angewandte Physik, das nun Teil der Universität wurde, getrennt. Epstein blieb Schulleiter bis zum 31. Dezember 1929, er verstarb im Oktober 1930 an einem Krebsleiden. Im Oktober 1925 war Epstein zum Ehrenmitglied des Physikalischen Vereins ernannt worden. 1928 wurde er zum Ehrenmitglied der Elektrotechnischen Gesellschaft zu Frankfurt.

Einzelnachweise

Kategorie:Physiker (20. Jahrhundert) Kategorie:Physiker (19. Jahrhundert) Kategorie:Persönlichkeit der Elektrotechnik Kategorie:Ehrenmitglied des Physikalischen Vereins Kategorie:Deutscher Kategorie:Geboren 1862 Kategorie:Gestorben 1930 Kategorie:Mann