Der Boulevard Raspail ist eine der wichtigsten Verkehrsadern auf der Rive Gauche von Paris. In seinem gesamten Verlauf – durch die Quartiers Saint-Thomas-d’Aquin des 7., Notre-Dame-des-Champs des 6. und Montparnasse des 14. Arrondissements – verfügt er über zwei südwärts und zwei nordwärts führende Fahrspuren, getrennt – nördlich von Montparnasse – durch sogenannte „terre-pleins“ (begehbare Mittelstreifen).

Situation und Erreichbarkeit Der Boulevard Raspail hat eine Länge von fast 2,4 Kilometern. Er beginnt am Boulevard Saint-Germain und verläuft in annähernd gerader Linie in südlicher Richtung bis zur Place Denfert-Rochereau. Er überquert in seinem Verlauf zwei große Kreuzungen, die mit der Rue de Sèvres und die mit dem Boulevard du Montparnasse. mini|links|Einer der zahlreichen unter Denkmalschutz stehenden Zugänge zur Métro, gestaltet von Hector Guimard – hier: Station Raspail. Er ist mit den folgenden öffentlichen Verkehrsmitteln zu erreichen: Das südliche Ende des Boulevard Raspail ist erreichbar über die Station Denfert-Rochereau der RER-Linie B und über die gleichnamigen Stationen der Métrolinien 4 und 6. Direkt in den Boulevard führen Ausgänge der Métrostationen Rue du Bac (Linie 12), Sèvres-Babylone (Linien 10 und 12), Rennes (Linie 12), Notre-Dame-des-Champs (Linie 12), Vavin (Linie 4) und Raspail (Linien 4 und 6). Die RATP-Buslinie 68 fährt – mit den Haltestellen Rue du Bac – René Char, Charlotte Perriand, Sèvres-Babylone, Rue du Cherche-Midi, Rennes – Raspail, Notre-Dame-des-Champs, Vavin, Raspail – Edgar Quinet und Victor Considérant – durch den gesamten Boulevard. Weitere RATP-Buslinien mit Haltestellen im Boulevard sind 63, 83, 84 und 94.

Herkunft des Namens Der Boulevard ist benannt nach dem Botaniker und Chemiker François-Vincent Raspail. Im Jahr wurde 1887 der frühere Boulevard d’Enfer per Dekret in Boulevard Raspail umbenanntDekret vom 9. Juli 1887; zitiert nach Adolphe Alphand: Recueil des lettres patentes, ordonnances royales, décret et arrêtés préfectoraux concernant les voies publiques, supplément (années 1270-1884 et 1885–1888), Seite 77: „Le « boulevard d'Enfer » prendra le nom de « boulevard Raspail »“ (deutsch: „Der Boulevard d’Enfer erhält den Namen Boulevard Raspail“)., zunächst nur der Abschnitt vom Boulevard du Montparnasse bis zur Place Denfert-Rochereau. Bis zum Anfang des 20. Jahrhunderts wurden weitere Abschnitte des Straßenverlaufs unter dem gemeinsamen Namen Boulevard Raspail ergänzt.„Histoire de la rue“ bei bercail.com. Abgerufen am 16. Oktober 2024 (französisch). Die „terre-pleins“ des Boulevard Raspail „Terre-pleins“ des Boulevard Raspail, die zur Ehrung von Persönlichkeiten deren Namen erhalten haben, sind (von Nord nach Süd): Allée Christian-Pineau (seit 2000), Allée Charlotte-Perriand (seit 2009), Allée Sonia-Rykiel (seit 2018), Allée Jacques-Derrida (seit 2019), Allée Claude-Cahun-Marcel-Moore (seit 2018) und Allée Sœur-Emmanuelle (seit 2018).

Einige bedeutende Gebäude, Statuen

Place Pierre-Lafue (direkt an den Boulevard grenzend, in Nähe der Métrostation Notre-Dame-des-Champs): Dreyfus-Statue von „Tim“ (Louis Mitelberg; Reproduktion; das Original steht im Musée d’art et d’histoire du Judaïsme). Nr. 261: Hier befand sich bis zum Frühjahr 2025 das Museum für zeitgenössische Kunst der Fondation Cartier. Am Boulevard Raspail eröffnete 1934 das American Students’ and Artists’ Center. Nach der Schließung unter deutscher Besatzung 1942 war es ab 1949 wieder in Betrieb und Treffpunkt der Avantgarde.

Einige ehemalige Bewohner

Weblinks

Einzelnachweise

Raspail Boulevard Raspail Boulevard Raspail Boulevard Kategorie:Straße in Europa