Die Diözesane Kirchenmusikschule St. Gallen («dkms») ist eine kirchliche Musikschule in St. Gallen im gleichnamigen Kanton in der Ostschweiz. Sie ist eine Einrichtung des Katholischen Konfessionsteils des Kantons St. Gallen.
Geschichte Die Diözesane Kirchenmusikschule St. Gallen wurde am 18. Juni 1955 auf Initiative des damaligen St. Galler Domkapellmeisters Johannes Fuchs (1903–1999) und des Lehrers Christian Willi gegründet. 1958 sicherte der Administrationsrat eine jährliche Subvention von 6'000 Schweizer Franken an die dkms zu. Seit 1959 wurde eine kirchenmusikalische Bibliothek angelegt; sie ist eine wichtige Literatur-Beratungsstelle für Kirchenmusikerinnen und Kirchenmusiker im Bistum St. Gallen und der Evangelisch-reformierten Kirche des Kantons St. Gallen. Heute umfasst die Bibliothek ca. 4'000 Werke und ist dem St. Galler Bibliotheksnetz angeschlossen. Sie befindet sich im Gebäude Klosterhof 8a (Unterrichtszimmer 02), wo auch eine zweimanualige Orgel von Pflüger Orgelbau (2011) steht.
Die dkms ist in die 1997 gegründete Musikakademie St. Gallen eingebunden und bietet in Zusammenarbeit mit der Evangelischen Kirchenmusikschule St. Gallen («ekms») seit 1998 berufsbegleitende Teilzeit-Studiengänge in Kirchenmusik, die vorrangig auf die kirchenmusikalische Berufspraxis in der Schweiz ausgerichtet sind.
Seit 2008 wird an den Regionalschulen im Linthgebiet und in der Region Sarganserland-Werdenberg zusätzlich Orgel- und Gesangsunterricht angeboten. Ein weiterer Bestandteil der Diözesanen Kirchenmusikschule ist die Domsingschule St. Gallen, 2005 gegründet. Als überregionales und konfessionsübergreifendes Angebot bietet sie eine fundierte musikalisch-sängerische Grundausbildung für mehr als 100 Kinder und Jugendliche und ist damit in der Schweiz einmalig. Leiterin der Domsingschule St. Gallen ist Anita Leimgruber-Mauchle.
Die Unterrichts- und Verwaltungsräume befinden sich im Stiftsbezirk. Seit 2010 stehen weitere Unterrichtsräume im «centrum dkms» beim Gallusplatz zur Verfügung, die die Diözesane und die Evangelische Kirchenmusikschule gemeinsam nutzen. Die Studierenden mit Hauptfach Orgel in St. Gallen werden an der Späth-Orgel im Musiksaal im Dekanatsflügel des Klosters St. Gallen am Klosterhof 6b, an der Pflüger-Orgel in der Bibliothek der dkms am Klosterhof 8a, in der evangelisch-reformierten Pfarrkirche St. Laurenzen, in der katholischen Kirche St. Georgen und in der Schutzengelkapelle unterrichtet.
Studiengänge Die Diözesane Kirchenmusikschule bietet folgende Diplom-Studiengänge an: Katholische Kirchenmusik (B-Diplom): Hauptfach Orgel, Chorleitung oder Popularmusik. Katholische Kirchenmusik (C-Diplom): Hauptfach Orgel, Chorleitung, Kantorengesang und Singleitung oder Popularmusik. Chorleitung weltlich (Zertifikat CH I).
Diese zweijährigen Studiengänge sind praxisorientierte berufsbegleitende Curricula und umfassen jeweils 16 Schulwochen pro Semester (32 Schulwochen pro Studienjahr).
Weitere Angebote Einzelunterricht in den Fächern Orgel, Gesang, Klavier und Chorleitung/Dirigieren. Basiskurs Musiktheorie. Weiterbildungsangebote (Kurse und Workshops: Chorleitung, Gesang, Gregorianik, Liturgisches Orgelspiel, Orgelinterpretation, Orgelimprovisation).
Schulleitung Schulleiter der Diözesanen Kirchenmusikschule St. Gallen ist Xoán Castiñeira.
Die Regionalschulen werden von Esther Hobi-Schwarb (Linthgebiet) und Pascal Weder (Region Sarganserland-Werdenberg) geleitet.
Frühere Schulleiter Johannes Fuchs † (1955–1978, St. Galler Domkapellmeister) Roland Bruggmann † (1978–1998, St. Galler Domkapellmeister) Hans Eberhard † (1998–2015, Schulleiter und St. Galler Domkapellmeister) Kimberly Brockman (2005–2015 Co-Schulleiterin, 2016–2025 Schulleiterin)
Lehrkräfte Aktuelle Lehrkräfte
Ehemalige Lehrkräfte
Orgeln Späth-Orgel (Musiksaa im Dekanatsflügel) mini|Späth-Orgel (1960) im Musiksaal. mini|Spieltisch. Im Musiksaal im Dekanatsflügel des Klosters St. Gallen am Klosterhof 6b steht eine Orgel mit 21 Registern auf zwei Manualen und Pedal (Schleifladen, mechanische Spieltraktur, elektropneumatische Registerschaltung), die 1960 von Späth Orgelbau (Rapperswil) gebaut wurde. Dieses Instrument wird für den Orgelunterricht und Konzerte der Kirchenmusikschulen St. Gallen sowie bei Anlässen des Bischöflichen Ordinariats genutzt. 1978 und 2014 erfolgten Revisionen durch die Erbauerfirma. Das Instrument befindet sich klanglich und technisch in einem schlechten Zustand. Ein neues Instrument (20 Register auf drei Manualen und Pedal) von Mathis Orgelbau (Luchsingen) ist in Planung. Die Disposition der Späth-Orgel im Musiksaal:
I Hauptwerk C–g3 Quintatön 16′ Praestant 8′ Koppelflöte 8′ Oktave 4′ Hohlflöte 4′ Oktave 2′ Terzian II ′′+′. Mixtur ′ II Schwellwerk C–g3 Gedackt 8′ Harfpfeife 8′ Dolkan 4′ Rohrflöte 4′ Flageolet 2′ Quinte ′ Oktävlein 1′ Scharf III–IV ′ Schalmei 8′ Tremulant Pedal C–f1 Subbass 16′ Spillpfeife 8′ Piffaro 4′Ursprünglich 2-fach (4′+2′). Der 2′-Chor ist stillgelegt (Stand 2026). Dulcian 16′ Koppeln (mechanisch, als Wippen und Pistons): II/I, I/P, II/P. Spielhilfen: Handregister («A») und zwei freie Kombinationen («B» und «C»). Einzelabsteller Zungenregister. Druckknöpfe unter dem I. Manual: Kombinationen A, B und C, Forte, Tutti. Pistons: Kombinationen A, B und C, Crescendo ab, Absteller Zungen, Absteller Mixturen. Zwei Balanciertritte (Registercrescendo und Schwellwerk).
Pflüger-Orgel (Bibliothek der dkms) mini|Pflüger-Orgel (2011) in der Bibliothek der dkms. mini|Spieltisch. In der Bibliothek der Diözesanen Kirchenmusikschule (Klosterhof 8a, Unterrichtszimmer 02) steht eine Orgel mit fünf Registern auf zwei Manualen und Pedal (Schleifladen, mechanische Spiel- und Registertraktur) von Pflüger Orgelbau, Feldkirch/Vorarlberg (Österreich) aus dem Jahre 2011. Sie wurde ursprünglich als Hausorgel für Hans Göldi-Jung (1937–2019) gebaut.Hans Göldi-Jung (* 13. August 1937; † 7. Februar 2019), Chorleiter, Martins-Chor St. Gallen-Bruggen (1982–2019); Präsident des Kirchenmusikverbandes Bistum St. Gallen (2002–2008); Organisationskomitee-Verantwortlicher St. Galler Kirchenmusikwoche 1999–2013; Mitherausgeber der St. Galler Kirchenmusikhefte (Quelle: Bild mit Bildunterschrift in der Bibliothek der dkms). Nach dem Tode von Göldi-Jung 2019 wurde die Orgel der Diözesanen Kirchenmusikschule St. Gallen vermacht und steht seitdem als Übe- und Unterrichtsinstrument den Orgelstudierenden der dkms und ekms zur Verfügung. Die Disposition:
I. Manual C–f3 Holzgedackt 8′ Rohrflöte 4′Wechselschleife I. und II. Manual. Octav 2′E–A im Prospekt. Die übrigen Prospektpfeifen sind stumm. II. Manual C–f3 Rohrflöte 4′Wechselschleife I. und II. Manual. Regal 8′ Pedal C–d1 Subbass 8′ Koppeln: II/I (Schiebekoppel); I/P, II/P (als Tritte).
Literatur 50-Jahr-Jubiläum Diözesane Kirchenmusikschule St. Gallen. Festschrift 1955–2005. PDF. Hansueli Walt: Kirchenmusikschulen St. Gallen. Musik & Gottesdienst Nr. 3 (2019), S. 26–29. Online (PDF; 0,3 MB)
Weblinks Website der Diözesanen Kirchenmusikschule St.Gallen
Einzelnachweise
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