mini|hochkant=1.45|LaufLauf der Panke. wikimap.toolforge.org der Panke von Bernau nach Berlin-Mitte (blau: Panke, hellblau: alter Mündungsarm, rot: Bahnlinien,grün: S-Bahnhöfe, gelb: Fernstraßen, orange: Autobahn)

Die Panke ist ein kleines bis mittelgroßes, auf dem Barnim in Bernau entspringendes Fließgewässer, das in Berlin in die Spree mündet. Sie hat eine Länge von 29 Kilometern, von denen sich 20,2 Kilometer auf Berliner Stadtgebiet befinden. Damit ist die Panke nach der Spree und der Havel der drittlängste Fluss auf dem Berliner Stadtgebiet. Oberhalb von Berlin-Blankenburg ist sie ein Sandgeprägter TieflandbachPanke oberhalb Verteilerbauwerk (Fließgewässer – Kennung: DE_RW_DEBE_58294_2), Panke unterhalb Verteilerbauwerk (Fließgewässer – Kennung: DE_RW_DEBE_58294_1) Wasserkörpersteckbriefe Oberflächenwasserkörper des 2. Bewirtschaftungsplans nach Wasserrahmenrichtlinie und unterhalb davon ein kleines Niederungsfließgewässer. Das Einzugsgebiet beträgt 198,3 km², etwa ein Viertel davon (46,8 km²) in Berlin.Bestandsaufnahme. (PDF; 1,9 MB) Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und Umwelt, S. 10 Nach ihr sind die anrainende Gemeinde Panketal und in Berlin der Ortsteil Pankow benannt.

Die Laufrichtung von Nordost nach Südwest folgt weitgehend einer glazialen Rinne. Während der Zeit der Rieselfeldwirtschaft von 1870 bis 1980 wurde sie als Abfluss der gerieselten Wässer genutzt. Aus der Panke, deren Name als strudelnder Fluss deutbar ist, wurde seit dem Ende des 19. Jahrhunderts durch zunehmende Besiedlungsdichte in und um Berlin und den daraus folgenden Zulauf ungereinigter Abwässer aus Industrie und Gewerbe die „Stinkepanke“. Die Rückbesinnung auf Natur und Lebensqualität für die Anwohner in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts änderte die Einstellung zum Fluss. Das Ufer entlang des Pankewanderweges wurde parkartig umgestaltet. Der Oberlauf führt Quellwasser, während der Unterlauf seit 2015 zum Großteil gereinigtes Abwasser ableitet. Die Wiederherstellung von Mäandrierungen an einigen Stellen im Oberlauf der Panke ist geplant.

Beim Bau der Berliner Mauer wurde der Weiterlauf des etwa 2,5 Kilometer langen alten Mündungsarms durch Ost-Berlin bis zur Mündung in die Spree versperrt. Das Wasser der Panke floss seitdem vollständig durch den etwa 250 Meter hinter der Mauer im West-Berliner Ortsteil Gesundbrunnen von der Panke abzweigenden Schönhauser Graben und beim Nordhafen in den Berlin-Spandauer Schifffahrtskanal. Die Neu- und Wiedergestaltung des alten Mündungsarms als Teil der Berliner Bemühungen um Natur in der Stadt wurde seit etwa 2010 geplant und im Mai 2021 fertiggestellt.

Etymologie Der Flussname ist slawischen Ursprungs. Er geht möglicherweise auf das polabische Wort pak zurück, was in etwa ‚Büschel‘ oder ‚Knospe‘ bedeutet. Nach Reinhard E. Fischer ist das „Namensmotiv […] das Anschwellen des Flusses, wie eine Knospe“.Reinhard E. Fischer: Die Ortsnamen der Länder Brandenburg und Berlin. Bd. 13 der Brandenburgischen Historischen Studien. Brandenburgische Historische Kommission, be.bra wissenschaft, Berlin 2005, ISBN 3-937233-30-X, S. 129, . Die Polaben waren ein hier ansässiges slawisches Volk. Eine andere Deutung des Flussnamens pankowe verweist auf die Panke als ‚strudelnder‘ Fluss. Dies geht auf den slawischen Wortstamm ponikwa zurück. Ein gurgelnder und strudelnder Bach ist in ebenen und gering geneigten Gegenden wie insbesondere im Quellgebiet der Panke bei größerem Hochwasser im Frühjahr und im Herbst durchaus beobachtbar. Eine dritte Deutung der Wortherkunft bezieht sich auf pania, die Bezeichnung für ‚Flachmoor‘. Die Bodensituation um Bernau und im weiteren Verlauf des Flusses mit seinem geringen Gefälle stützt diese Deutung. Eine vierte Deutung kommt von Leopold von Zedlitz-Neukirch, hier Pompks, Pompke oder auf slawisch Pomko = ‚Haselnuss‘.Wegweiser durch den preußischen Staat in die angrenzenden Länder und Hauptstädte Europas 1831; Leopold von Zedlitz-Neukirch| Verlag Duncker & Humblot Berlin S. 187

Quellgebiet mini|links|Geländevertiefung im Quellgebiet, die als durch landwirtschaftliche Nutzung beseitigter Wasserlauf gedeutet werden kann

Das Pankewasser sammelt sich in mehreren Schichtquellen, die typisch für den märkischen Sand sind, im Naturpark Barnim auf einer Hochfläche nördlich der geschlossenen Bebauung von Bernau. Die Quellhöhe liegt etwa . Der Wasseranfall ist nicht regelmäßig, das heißt, dass die Panke als episodisches Gewässer entspringt. Sie entspringt auch nicht immer an derselben Stelle.Lauf der Panke. Bei: wikimap.toolforge.org. Hier werden für unterschiedliche Zeitpunkte seit 1787 auf engem Raum drei Stellen und eine vierte Stelle angezeigt, die sich etwa 2,7 Kilometer nordöstlich davon befindet.

mini|Rohraustritt unter einem Bahndamm etwa zwei Kilometer nordöstlich der Stadtmitte, der ausgetrocknete Pankeborn, 2008 mini|Auslauf der Panke aus dem Teufelspfuhl, 2011

Bis in das frühe 21. Jahrhundert wurde ein Rohrauslass unter einem Bernauer Bahndamm als Panke-Quelle (Panke-Born) bezeichnet, der aber nicht regelmäßig ergiebig war. Diese Stelle befindet sich etwa zwei Kilometer nordöstlich der Stadtmitte von Bernau ().Bezeichnung der Panke-Quelle in einigen alten Karten:* Friedrich Wilhelm Carl von Schmettau: Kartenwerk von Preußen 1767–1787. Nachdruck Potsdam 2006. Karte 64 Sect. Bernau [] ()* Preußisches Urmesstischblatt #1766 Bernau, Band VII Blatt 2 Sect. Bernau aufgenommen und gezeichnet im Jahr 1839 von P. L. von Roeder im Kais. Franz. Gren Rgt. (SBB N 729/1) ()

Relativ regelmäßig Wasser enthielt der dort beginnende und entlang des Eisenbahndammes führende Graben aber erst nach knapp einem Kilometer (näher bei der Stadt und kurz bevor der Graben durch den Teufelspfuhl genannten Teich führte). Aus diesem Teich floss auch bei Trockenheit Wasser, weshalb sich in ihm auch eine Quelle befinden muss.

2025 ist der Pankeborn versiegt, aber der Graben entlang der Bahn noch vorhanden. Wasser fließt letztlich nur noch aus dem Teufelspfuhl heraus. Die Panke fällt auch dort mitunter trocken, wie im Sommer 2022, als das Bett bis zum Eintritt in die Gemeinde Panketal trocken lag.Rekord-Dürre Panke ausgetrocknet – wird Rasensprengen bald verboten? In: B.Z., 26. Juli 2022.

Verlauf mini|Lauf der Panke um 1900

Die Panke fließt in einer natürlichen eiszeitlichen Rinne von den Barnimhöhen hinab ins Warschau-Berliner Urstromtal, in dem sie in die Spree mündet. Die Fließrichtung ist von Nordost nach Südwest. In dieser Pankerinne führten – sicher an den hochwasserfreien Rändern – alte Verkehrswege wie die Bernauer Heerstraße aus Berlin heraus. Neuere Verkehrswege, die sich dort befinden, sind die Stettiner Bahn und die Bundesautobahn 11 (von Berlin nach Stettin).

Die Panke fließt heute in besiedeltem Gebiet. Der freie Lauf entlang ihrem alten Bett ist deutlich gestört und im Vergleich zu dem vom Kartografen Schmettau in den 1770er Jahren aufgenommenen mäandrierenden Lauf über weite Strecken deutlich geradliniger. Das Gewässer verläuft neun Kilometer durch die Stadt Bernau (hier Ortsteil Eichwerder), dann bei zunehmender Siedlungsdichte durch die Gemeinde Panketal (hier durch den Ortsteil Zepernick) und 20 km durch die Berliner Bezirke Pankow und Mitte (hier durch den Ortsteil Gesundbrunnen). Insbesondere im ausgehenden 19. Jahrhundert wurden in und um Berlin die Pankeufer und das Wasser stark beeinträchtigt und geschädigt. Seit Ende des 20. Jahrhunderts wird eine Renaturierung im Rahmen vertretbarer wirtschaftlicher Aufwendungen versucht. Ziel der Fluss- und Ufergestaltung ist die Schaffung von naturähnlichen Erholungsgebieten.

Stadt Bernau Für Bernau wird die Panke schon im 14. Jahrhundert erwähnt. Sie war damals ein auffälliger Fluss, mit ihren reißenden Frühjahrshochwassern. Die Panke floss durch Bernau vom östlichen sumpfigen Randbereich kommend entlang der Kahngasse (heutige Louis-Braille-Straße) (), wo sich auch eine Furt befand.

Auf die sich in der Nähe befindende Panke-Quelle verweist der Name Pankeborn bzw. Am Pankeborn für ein Siedlungsgebiet im Nordosten der Stadt Bernau, einer Straße und eines Gewerbegebietes.

Der bis in die jüngere Vergangenheit nachweisbare Verlauf der Panke von der Quelle bis zum Teufelspfuhl, wobei die Pankstraße und die Eisenbahn () unterquert werden mussten, ist heute meistens ausgetrocknet und somit nur noch schwer erkennbar. Er wird wohl deshalb heute auf verschiedenen Karten auch nicht einheitlich dargestellt.

mini|Teufelspfuhl, Blick vom Pankeeinlauf zum Pankeauslauf mini|Unterquerung der Bundesautobahn 11, Blick durch den Tunnel flussaufwärts

Die meisten Karten zeigen zwar einen Durchtritt durch das Bahngelände und den weiteren Verlauf durch das im Nordosten angrenzende vormals militärisch genutzte Gelände, zeugen aber auch davon, dass in dieses bei der Sanierung ab 2015 eingegriffen wurde. Dieses Gelände befindet sich nördlich des dann folgenden Teufelspfuhls, der ursprünglich eine Kiesgrube war. Militärisch genutzt wurde es seit den 1950er Jahren von der „Westgruppe“ der sowjetischen Armee. Aktuell (Stand: 2024) ist es ein sumpfiges Stück Wald, in dem kein Fließgewässer erkennbar ist. Es bildet zusammen mit dem Teufelspfuhl und dem davon südlichen, über eine Länge von etwa 500 Metern renaturierten Flusslauf, die Sekundäraue den Bernauer Pankepark. Bernau: Rathaus-Service Der Pankepark, die grüne Lunge Bernaus Die Aue ist das Feuchtgebiet, das die Panke in ihrem Lauf unterhalb des Teufelspfuhls durchfließt. Es ist gegen Hochwasser gesichert. Wenn ein Hochwasser kommt, steigt der Pegel und die Panke kann die Aue überfluten, ohne dabei größeren Schaden anzurichten.Fernsehfunk Berlin, 7. Februar 2018, dazu auf youtube.com veröffentlicht. In: Fernsehen für Ostbrandenburg, 17. Oktober 2017

Südlich der Bernauer Altstadt befinden sich neben den Rohrwiesen weite Freiflächen, die der Panke durch natürliche Quellen und Feldentwässerung weiteres Wasser zuführen. Von links mündet ein aus Richtung Bernau-Lindow kommender kleiner Nebenbach. Südlich von Lindow entspringt die Dranse, ein weiterer linker, etwas längerer (etwa 3,5 Kilometer langer) Nebenbach, der bei Zepernick (Panketal) in die Panke mündet.

Noch vor der Unterquerung der Bundesautobahn 11, noch auf einer Höhe von etwa fließt Wasser aus weiteren Gräben zu. Ab hier und im gesamten weiteren Verlauf bis nach den Karower Teichen (siehe auch unten) wird die Panke aus vielen Nebenbächen und Gräben (vor allem aus den Bucher Forst) mit Wasser versorgt. Das Versiegen des Pankeborns wirkt sich somit nur auf den nordöstlichen Teil von Bernau wassermindernd aus.

Ab Bernau-Eichwerder bildet die Panke über einen etwa 1,6 Kilometer langen Abschnitt die Grenze zu Zepernick. Sie kreuzt dabei die Stettiner Eisenbahn zu deren Nordwestseite und kehrt nach etwa zwei Kilometern in der Nöhe des S-Bahnhofs Zepernick auf die Südostseite zurück.

Gemeinde Panketal In der Gemeinde Panketal fließt die Panke ausschließlich in deren Ortsteil Zepernick.

Im Dreieck, das die Panke mit der Stettiner Bahn auf deren Nordwestseite bildet, befindet sich der größte Teil des Naturschutzgebietes Faule Wiesen, das die Panke in seinem nördlichen Teil von Ost nach West durchquert. An der Stelle, wo sich die Panke nach Süden wendet, fließt der Schönower Dorfgraben zu, und die Panke nimmt den Charakter eines sandgeprägten Bachs an.

Zwischen der Schönerlinder Straße und der Straße der Jugend befinden sich große Wiesenflächen, in deren Bereich der Dransebach (siehe oben) von links in die Panke mündet. Nach etwa 1,3 Kilometern und Durchqueren der Zepernicker Siedlung Röntgental erreicht die Panke das Stadtgebiet von Berlin.

Bezirk Pankow von Berlin Buch mini|hochkant|Kappgraben, hier nördlich der Bundesautobahn 10 und südlich des Wohngebietes Buch