mini|Stammwappen derer von Steinmetz (Hessen) mini|Wappen derer von Steinmetzen (Preußen) Steinmetzen war ein eichsfeldisches Adelsgeschlecht, zunächst ansässig in der Reichsstadt Frankfurt am Main und später im Eichsfeld unter anderem in Siemerode bei Heiligenstadt und in Beuren begütert.

Geschichte Im 15. Jahrhundert war die Patrizierfamilie Steinmetz in Frankfurt am Main ansässig, wo sie der Stubengesellschaft Zum Frauenstein angehörte. Sie nannte sich nach der gräzisierten Form auch Latomus. Ein bedeutender Geschichtsschreiber war der Humanist und Theologe Johannes Steinmetz genannt Latomus, 1524 in Frankfurt von vermögenden und vornehmen, dem Haus Frauenstein angehörigen Eltern geboren.Mittheilungen des Vereins für Geschichte und Alterthumskunde in Frankfurt am Main, Band 7, Frankfurt am Main 1885, S. 326. Niclas gen. Steinmetz bildete eine Handelsgesellschaft zu Frankfurt.Rainer Koch: Brücke zwischen den Völkern, zur Geschichte der Frankfurter Messe: Frankfurt im Messenetz Europas, Erträge der Forschung, 1991, S. 151. Von den Brüdern, die in Frankfurt mit Fischhandel (Lübecker HandelAlexander Dietz: Frankfurter Handelsgeschichte, Band 1, 1910, S. 227.) zu Vermögen kamen, ist vor allem Caspar Niclas gen. Steinmetz (1533–1591) zu nennen: Er machte als Katholik und Frauensteiner in der Nachfolge seines Vaters ab 1566 Ratskarriere, erreichte 1573 das Amt des Jüngeren Bürgermeisters und wurde 1576 Schöffe.Andreas Hansert: Geburtsaristokratie in Frankfurt am Main. Geschichte des reichsstädtischen Patriziats, 2014, S. 167. Der Frankfurter Johann Jacob Becht, Gewürzkrämer zum Paradeis, heiratete im Jahr 1600 Catharina, die Tochter des verstorbenen Schöffen Caspar Niclas genannt Steinmetz. Er wurde im folgenden Jahr in die Patriziergesellschaft Frauenstein aufgenommen, welcher er im Jahr 1628 einen vergoldeten Silberbecher mit Inschrift verehrte.Mittheilungen an die Mitglieder des Vereins für Geschichte und Alterthumskunde in Frankfurt a.M. Band 4, herausgegeben vom Verein für Geschichte und Altertumskunde in Frankfurt am Main, 1869, S. 421.

1688 wurde Theodor von Steinmetzen kurmainzischer Rat am Oberamt in Heiligenstadt und kaufte 1689 den freien Hof Oberode bei Siemerode, wo er zeitweise seinen Wohnsitz nahm. Um in die eichsfelder Ritterschaft aufgenommen zu werden und einen Sitz auf dem Landtag zu erhalten, kaufte er die Ritterlehen der Wüstungen Wolkramshausen und Beinrode von Otto Christoph von Worbis: Die offizielle Belehnung für den Hof Oberode durch den Mainzer Kurfürsten erfolgte im Jahr 1690 und nochmals 1696.Levin von Wintzingeroda-Knorr: Die Wüstungen des Eichsfeldes: Verzeichnis der Wüstungen, vorgeschichtlichen Wallburgen, Bergwerke, Gerichtsstätten und Warten innerhalb der landrätlichen Kreise Duderstadt, Heiligenstadt, Mühlhausen und Worbis. Göttingen (O. Hendel) 1903, S. 726 mini|Magdalenenkapelle Siemerode, Steinmetzen’sche Grablege Der Kaiser erneuerte bzw. bestätigte ihm im 17. Jahrhundert seinen Adelsstand und später erhielt er noch die Hofpfalzgrafenwürde.J. Siebmachers grosses und allgemeines Wappenbuch: Der Adel des Königreichs Preußen, Band 3, Ausgabe 1, herausgegeben von Otto Titan von Hefner, Nürnberg 1857, S. 393. 1703 erbauten Theodor von Steinmetzen und seine Frau Margaretha geb. von Uslar in Siemerode die Magdalenenkapelle, sie diente einigen Familienmitgliedern als Grabstätte. mini|Allianzwappen Steinmetzen-Uslar an der Magdalenenkapelle Siemerode 1750 wurde dem Rat Theodor von Steinmetzen der Reichsadelsstand bestätigt. Ab 1770 wird der Hof Oberode als Gut Siemerode, später als Rittergut bezeichnet. mini|Steimmetzen’sches Klostergut Beuren, um 1840 Im August 1810 erfolgte der Kauf des ehemaligen Klosters Beuren für 185.000 Franken durch die Brüder Wilhelm, Carl und Georg von Steinmetzen. Die letzte überlebende von Steinmetzen, Georgs Tochter Wilhelmine, heiratete dort Carl Freiherr von Hanstein und starb 1887. Beuren kam 1835 in Wilhelmines Besitz.Karl Paul Haendly: Das kurmainzische Fürstentum Eichsfeld im Ablauf seiner Geschichte, seine Wirtschaft und seine Menschen 897 bis 1933, 1996, S. 261. Ihr gemeinsamer Sohn war Sittig von Hanstein (1837–1904), preußischer Verwaltungsbeamter und Parlamentarier, Erbherr auf Unterhof-Wahlhausen. Wilhelmines ältester Sohn,Gothaisches genealogisches Taschenbuch der freiherrlichen Häuser, Band 6, Gotha 1856, S. 287. der Oberförster Karl Freiherr von Hanstein, verkaufte das Steinmetzen’sche Klostergut Beuren 1887 an seinen Schwager, Wilhelmines Schwiegersohn, den Oberst Günter von Krieger. Dessen Sohn wiederum veräußerte das Klostergut 1907 an den Erfurter Geheimen Kommerzienrat Ferdinand Lucius (1830–1910) für 480.000 Mark. Bereits ab 1911 erfolgten weitere zahlreiche Besitzer- und Nutzungswechsel, darunter u. a. eine Pralinenmanufaktur, bevor der letzte Eigentümer, der Rechtsanwalt Erich Bockler, 1945 entschädigungslos enteignet wurde.

Wappen Blasonierung: Stammwappen: In Blau ein goldener Sparren, belegt mit zwei gekreuzten (schwarzen?) Hämmern. Auf dem Helm mit blau-goldenen Helmdecken ein wachsender blau-gekleideter Mann, in der rechten einen Hammer haltend. Gemehrtes Wappen: Von Silber und Gold gespalten, rechts ein blauer Sparren, belegt mit zwei gekreuzten silbernen Spitzhämmern, links eine von einem blauen mit drei roten Sternen belegten Balken überdeckte blaue Schlange. Auf dem gekrönten Helm mit rechts rot-silbernen, links rot-goldenen Decken ein offener von Silber und Gold übereck geteilter Flug.

Vertreter

Literatur P. Dölle: Siemerode und die Familie von Steinmetzen. In: Unser Eichsfeld 7. Jg. (1912), S. 6–23 George Adalbert von Mülverstedt: J. Siebmacher’s großes und allgemeines Wappenbuch: Der blühende Adel des Königreichs Preußen: Edelleute M - Z. Nürnberg 1878, S. 393 (uni-goettingen.de) Theodor von Steinmetzen: Ankunft und Fortsetzung der wohlgeborenen Häuser der Ritterschaft im Lande des Eichsfeldes. Göttingen 1701

Einzelnachweise

Weblinks

Kategorie:Ersterwähnung im 15. Jahrhundert Kategorie:Eichsfelder Adel