Die Bahnstrecke Schwarze Pumpe–Knappenrode ist eine normalspurige elektrische Förderbahn der Lausitzer Grubenbahn. Sie berührt die heutigen Ortsbereiche von Schwarze Pumpe, Mulkwitz, Sprey und Boxberg. Sie entstand 1960 und ist mit 2400 V Gleichspannung elektrifiziert. Vor 1992 ging die Strecke weiter an Bärwalde, Lippen, Lohsa, Mortka zur Brikettfabrik Knappenrode. Heute dient die Strecke hauptsächlich als Verbindungsbahn zwischen dem Kraftwerk Boxberg, dem Tagebau Nochten und dem Industriepark Schwarze Pumpe.

Geschichte Entstehung mini|links|Darstellung der Werkbahn Vattenfall auf der Karte der Bahnstrecke Spreewitz–Graustein mini|Brücke der ehemaligen Bahnstrecke Schwarze Pumpe–Knappenrode und jetzigen Betriebsstraße Lohsa-Knappenrode über die Bahnstrecke Königswartha–Weißkollm Ursprünglich waren die Kohlenbahnen im Lausitzer Braunkohlerevier in Schmalspur mit 900 mm Spurweite angelegt. So auch in Knappenrode, wo vor dem Zweiten Weltkrieg ein Werkbahnnetz bestand, das damals von der Brikettfabrik Knappenrode und dem Tagebau Knappenrode fast bis Lohsa führte.

Ende der 1950er Jahre wurden die meisten der damals bestehenden Strecken und Anschlussbahnen auf Normalspur umgebaut, so auch der Abschnitt von der Brikettfabrik Knappenrode zum Bahnhof Knappenrode der ehemaligen schmalspurigen Bahnlinie Bluno-Knappenrode.Holger Neumann, Matthias Fiedler, Der Tagebau Meuro und die Kohlebahnen um Senftenberg 1960-2003, ISBN 978-3-933178-49-7, Seite 4 Außerdem wurde in den 1960er Jahren die Errichtung des Kraftwerkes Boxberg begonnen. Zur stabilen Kohleversorgung wurden neben dem Tagebau Bärwalde und dem Tagebau Nochten weitere Abbaugebiete benötigt.Internetseite über die Werkbahn Kraftwerk Boxberg auf www.kuladig.de 1971 ging die Trasse Knappenrode–Boxberg zweigleisig in Betrieb. Auch der Anschluss des Gaskombinates Schwarze Pumpe zum Tagebau Nochten mit der Verbindungsbahn nach Boxberg wurde um die Zeit angelegt.

Der an der Strecke gelegene Tagebau Dreiweibern wurde 1981 angeschlossen, lediglich von 1984 bis 1989 war dieser in Betrieb. Die Streckenführung Mulkwitz–Boxberg hatte ursprünglich einen anderen Verlauf direkt an der K9281, heute führt sie am Rand des Tagebaues entlang.

Weiterführung nach 1990 Nach dem Auskohlen vieler Förderstellen und Schließung vieler Strukturbetriebe wie der Brikettfabrik Knappenrode wurden mehrere Bahnstrecken überflüssig, darunter nach 1995 die Strecke Knappenrode–Boxberg. Der Anschluss zum Tagebau Bärwalde wurde abgetragen und ist heute Bestandteil des um den Bärwalder See führenden Fahrradweges. Als Stammstrecke dient seit den 1970er Jahren die Strecke von Schwarze Pumpe über Mulkwitz zum Tagebau Nochten und in ihrer heutigen Form auch die Strecke von Mulkwitz nach Boxberg. Die Strecken waren von Anfang an mit einer Oberleitung 2400 V Gleichspannung elektrifiziert. Die Zugförderung wird von der LEW EL 2 übernommen.

Literatur

Reiner Kiesel: Der kleine Kohlering der Deutschen Reichsbahn im Lausitzer Kohlerevier, Oberlausitzer Verlag, 02794 Spitzkunnersdorf, ISBN 978-3-941908-41-3, Seite 68–70 Holger Neumann: Lausitzer Braunkohle. In: Ralph Lüderitz (Hrsg.): Werk- und Industriebahnen in Ostdeutschland, EK-Verlag Freiburg, ISBN 3-88255-580-7, Seite 44–57 Andreas Schild: Die Geschichte der Eisenbahn im Braunkohlenrevier der Lausitz, Selbstverlag Andreas Schild, Cottbus, 2010

Weblinks

Beschreibung der Werkbahn Schwarze Pumpe auf www.sachsenschiene.de Beschreibung der Infrastruktur der Lausitzer Grubenbahn auf www.bldam-brandenburg.de Internetseite über die ehemalige Kohlenbahnverbindung von Knappenrode nach Boxberg auf www.kuladig.de Dokumentation des LMBV über die Lausitzer Grubenbahnen Karte über die Bahnstrecke Schwarze Pumpe–Knappenrode mit dem eingestellten Streckenteil von Boxberg aus Internetseite über 2006 stattgefundene Sonderfahrt auf der damaligen Werkbahn Vattenfall Internetseite mit Bericht über die Werkbahn Schwarze Pumpe

Einzelnachweise

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