mini|hochkant|Hurkutstein (2008)
Der Hurkutstein, ein Felsen von 15 m Höhe, liegt im Reinhäuser Wald zwischen den Ortsteilen Reinhausen und Bremke der Gemeinde Gleichen im Landkreis Göttingen in Südniedersachsen. Er birgt eine kleine Höhle, in welcher der Sage nach der Einsiedler Hurkut lebte.
Geschichte und Beschreibung Der Hurkutstein ist ein nach drei Seiten steil abstürzender Sandsteinfelsen, der nach Süden in eine anstehende Felswand ausläuft. An der nordwestlichen Vorderfront des Felsens befindet sich in etwa 3 m Höhe ein aus einer natürlichen vertikalen Kluft künstlich erweiterte kleine Höhlenkammer, zu der eine moderne Holzleiter hinaufführt. Die Höhle ist kaum größer, als dass ein Mensch darin hocken oder liegen kann.Günter Neumann: Der Name des Hurkutsteins. In: Göttinger Jahrbuch, Bd. 11, 1963, S. 107–110, hier S. 107.
Auf dem an dieser Seite gelegenen kleinen Vorplatz hat direkt am Felsen ein Gebäude gestanden, das zu einer Klause gehörte. Am Felsen sind mehrere Kreuze und Nischen sichtbar.
Urkundlich überliefert ist eine „Kapelle zum heiligen Grabe“, die der Mönch Heinrich Hufnagel aus dem Kloster Reinhausen auf dem Vorplatz des Felsens 1385 errichtete, wo er als Eremit lebte. Die Kapelle und die unmittelbar benachbarten Fischteiche wurden noch 1488 erwähnt.
Der Hurkutstein und die damals darauf stehende Eiche wurden 1936 als Naturdenkmal ausgewiesen. Die Eiche ist inzwischen abgestorben, ihre Reste liegen auf dem Felsen, so dass der Hurkutstein 2009 aus der Liste der Naturdenkmale gestrichen wurde.Schutzstatus gestrichen. In: Göttinger Tageblatt, 30. Dezember 2009. Der Hurkutstein ist ein archäologisches Kulturdenkmal.
Sage und Bezeichnung Eine erstmals 1854 niedergeschriebene Sage berichtet von einem Knecht auf Neuengleichen namens Hurkut, der auf Befehl des Herrn von Neuengleichen, der auf einer von zwei Burgen auf den Gleichengipfeln saß, dessen kleinen Neffen im Wald ausgesetzt habe. Aus Reue beichtete er Jahre später dem Abt des Klosters Reinhausen und wollte dem Kloster beitreten; doch wurde er angewiesen, sich ebenso in den Wald zurückzuziehen. So schuf er sich als Einsiedler eine Höhle am Hurkutstein. Der Bewohner der umliegenden Dörfer sollen ihn Hurker, Hurkuz oder Hurkut genannt haben, „weil sie ihn so oft hockend in seiner Höhle gesehen haben.“ Der Heimatforscher Heinrich Lücke nahm an, dass die Klause des historisch bezeugte Einsiedlermönchs Heinrich Hufnagel in der Phantasie des Volkes nachträglich in den Hurkutstein versetzt worden sei.Zitiert nach Günter Neumann: Der Name des Hurkutsteins. In: Göttinger Jahrbuch, Bd. 11, 1963, S. 107–110, hier S. 110.
Das Verb hurken steht für kauern, hocken und ist in vielen niederdeutschen Dialekten belegt.
Varia In Anlehnung an den sagenhaften Hurkut hat sich der Heimatverein der Gemeinde Gleichen benannt. Seine Eigenschreibweise HURKUT ist zugleich die Abkürzung für Heimat und Region – Kultur und Tourismus.
Literatur R. vom Hof: Sage von den Gleichen und dem Hurkurtstein. Kassel 1886. Günter Neumann: Der Name des Hurkutsteins. In: Göttinger Jahrbuch, Bd. 11, 1963, S. 107–110.
Weblinks
Klause, im Denkmalatlas Niedersachsen Der Hurkutstein, auf hurkut.de; mit YouTube-Film, 1:39 min Hurkutstein, auf goest.de Ulrich Schubert: Hurkutstein: Sagenumwobene Felsspalte (20. Januar 2011), auf goettinger-tageblatt.de
Einzelnachweise
Kategorie:Geographie (Gleichen) Kategorie:Höhle in Niedersachsen Kategorie:Felsen in Niedersachsen Kategorie:Ehemaliges Naturdenkmal Kategorie:Bodendenkmal in Niedersachsen