Shakhnoz Abdullaeva (* 1965 in Taschkent) ist eine usbekische Künstlerin.

Leben 1989 graduierte Shakhnoz Abdullaeva am Uzbekistan State Institute of Arts and Culture in Taschkent und wurde von Chingiz Akhmarov unterrichtet, der sich in den 1970er Jahren mittelalterlichen Miniaturen zuwandte und damit die moderne Kunst Usbekistans prägte. Er vermittelte Shakhnoz Abdullaeva zugleich die Liebe zur Poesie zum usbekischen Nationalhelden MirʿAli Schir Nawāʾi. Seit 1997 ist Shakhnoz Abdullaeva Mitglied der Künstlervereinigung der Akademie der Künste Usbekistans.

Werk Shaknoz Abdullaeva stellt in ihren Bildern eine imaginäre und utopische Welt, einen wahrgewordenen Traum dar. Zentrale Themen ihres Werks sind echte und erfundene Heldinnen aus der Vergangenheit. Dargestellt werden Frauen aus dem Osten, aus Mythen und Legenden, zum Beispiel sagenhafte Dichterinnen, Zarinnen, Königinnen, Prinzessinnen oder Göttinnen. Viele ihrer Werke widmen sich dabei den Gottheiten des Zoroastrismus. Gesichter von Engeln strahlen Kontemplation und Ruhe aus.

Frühmittelalterliche Wandbilder und Fresken Zentralasiens, aus Afrasiab, Varakhsha, Balalyk Tepe und Pandschakent mit ihren feierlichen Szenen von Festen und Empfängen dienten Shakhnoz Abdullaeva als Vorlage. Große Flächen werden zum Beispiel mit Beize übergossen, wodurch ein monochromer Hintergrund entstand. Einzelne Details wurden danach betont und hervorgehoben. Methoden der buddhistischen Ikonografie, Buchminiaturen, Muster aus sogdischen Stoffen oder von Teppichen aus Fargʻona sowie Motive der angewandten Kunst verschiedener Epochen werden einbezogen. Auch Motive aus den Gedichten von MirʿAli Schir Nawāʾi sind ein immer wiederkehrendes Thema im Werk von Shakhnoz Abdullaeva.

Die Künstlerin versucht in ihrer Arbeit die Stellung der Frau darzustellen und ein Gleichgewicht zwischen ihren Gedanken und kulturellen Erinnerungen herzustellen. Häufig sind in ihren Werken auch Bilder zentralasiatischer Ochsenkarren in bestimmten Farbkombinationen zu sehen. Seit 1997 verwendete Abdullaeva eine reduzierte Farbpalette. Dadurch wirken ihre Bilder anspruchsvoller. Die Hintergründe werden komplexer und weichen von den üblichen Assoziationen ab. Seit 2003 veränderten sich die Werke Shakhnoz Abdullaevas erneut und lassen eine kontemplative und meditative Stimmung erkennen.

Werke (Auswahl)

1987: In the rhythm of the dance 2, Öl auf Leinwand 1988: Danae, Öl auf Leinwand 1989: Dilaram 1989: Dance 1989: Grieving Anakhita 1989: JourneyBereits in diesem frühen Werk zeigt Abdullaeva ihr besonderes koloristisches Vorgehen: Kontrastierende Farbkombinationen, die auf den ersten Blick chaotisch wirken, bestimmen den Rhythmus der Komposition. Die Motivformen zeichnen sich durch eine ausdrucksstarke, lakonische Silhouette aus. Linien und Farbflecken spielen eine aktive Rolle. Durch die Verwendung von zwei bis drei Grundfarben für die Komposition und die Entwicklung von Farbtönen erzeugt die Künstlerin einen Bildraum, in dem sich komplexe Farben sowohl im Hintergrund als auch in der Zeichnung wiederholen. 1990: A bride 1990: NavruzoiEinen besonderen Platz im Werk von Shakhnoz Abdullaeva nimmt das Thema Navruz ein, das alte Frühlingsfest und ein Symbol der erwachenden Natur. 1990: Dilaram 1991: AdjantaDas Bild ist dem indischen buddhistischen Höhlentempeln und Klöstern gewidmet. Dies ist eines der ersten Werke, das einen neutralen lokalen und monochromen Hintergrund benutzt, um die Charaktere stärker in den Vordergrund zu rücken. Figur und Farbe sind konventionell, die Körperhaltungen statisch und es fehlen aktive Handlungen. Auf diese Weise wird eine meditative Stimmung erzeugt. Diese Methode wird in den weiteren Arbeiten der Künstlerin weiterentwickelt. 1991: Nowruzoy 1994: Bakhram-Gur in the Purple Palace 1995: Bibi-Khanym in gardens of Temur 1995: Sevin-Bika 1995: Araba of HappinessDieses Motiv ist ein Lieblingssujet in der Malerei der Künstlerin. Die geheimnisvolle einsame Heldin geht, von Engeln begleitet, ihrem Schicksal entgegen. Die Farbpalette besteht aus Tönen aus Grün, goldenem Ocker und dunkelblauen Tupfen. 1995: BrideDieses Bild basiert auf einer Kombination aus Türkis- und Gelbtönen und zeigt die tiefen Schatten und das helle Licht eines sonnigen Tages. Es ist eine Hommage an Henri Matisse und sein den Frauen des Ostens gewidmetes Werk. 1995: Arabesque, Tempera auf Pappe und Leinwand 1995: Maiden – noon 1995: Turquoise Angel 1995: Copper Angel 1996: Aringis, Öl auf Leinwand 1997: Angel with bird 1997: Bakhram-Gur in the Saffron-yellow Palace 1997: Creation, Öl auf Leinwand 1997: NostalgiaDies ist eines der Werke, in dem sich die Farbpalette verändert und sich die Frauen in Engel mit sinnlichem Charakter und Emotionen zu verwandeln scheinen. Das Meer zeigt sich in türkis-rosa, das Gesicht der Frau tiefe Schatten. 1997: Thoughtful Angel 1997: Pearl 1998: Angel and Bird 1998: Bibi-Khanym 1998: MadonnaDieses Werk ist ein Beispiel dafür, dass Abdullaevas Bildkompositionen in der zweiten Hälfte der 1990er Jahre komplexer und reicher wurden. Etablierte Methoden wurden verworfen. Die Farbpalette veränderte sich und es erschienen mehr dunkle Flecken. Der Hintergrund und die Details wurden präzise gezeichnet. Auch die Handlungselemente wurden aktiver. 1998: ProbationDies ist eines der wenigen Werke, in dem auch noch Ende der 1990er-Jahre helle und transparente Pastelltöne auftauchen. 1998: Virgo, Öl auf Leinwand 1998: Wedding processionTraditionelle Zeremonien wie in diesem Werk sind beliebte Themen der Künstlerin. 1998: Zaringiz 1998: Princess of Semirechie 1998: Maiden – moon 2000: Still life with a pomegranate 2002: Three graces 2002: Gifts. Dedication to Chingiz AkhmarovWie die anderen Werke, die Anfang der 2000er Jahre entstanden, ist auch dieses Werk wieder von der ursprünglichen Mosaiktechnik geprägt. Zusammen mit der plastischen Darstellung der Motive wird so ein leuchtend dekorativen Effekt erzeugt. 2003: Paradise. Angel 2006: Concerns in the vineyard, Öl auf LeinwandIn dieser Arbeit ist sehr gut die Veränderung in die kontemplative Richtung zu erkennen. 2006: Paradise-Eva 2006: Gifts Grenades, Öl auf Leinwand 2008: You high willow keep the love 2008: Peacocks 1, Öl auf Leinwand 2009: Desire, Öl auf Leinwand 2009: Blossom, Öl auf Leinwand 2009: Samarkand apple, Öl auf Leinwand 2010: Pomegranate paradise, Öl auf Leinwand 2010: Dance of the rose, Öl auf Leinwand1 2010: Kiss, Öl auf Leinwand 2011: Step in to Paradise I, Öl auf Leinwand 2011: Step in to Paradise II, Öl auf Leinwand 2012: Angels, Öl auf Leinwand 2012: Blue Bird, Öl auf Leinwand 2012: Lady with a cat, Öl auf Leinwand 2012: Girl with a flower 2014: Dance, Öl auf Leinwand 2014: To the rhythm of the dance, Öl auf Leinwand 2017: The smell of a rose 2017: Fragrance, Öl auf Leinwand 2017: Nature Morte, Öl auf Leinwand 2017: Chasing the wind, Öl auf Leinwand 2017: Contemplation, Öl auf Leinwand 2017: View, Öl auf Leinwand 2018: Serene Dream, Öl auf Leinwand 2019: Woman from Samarkand, Öl auf Leinwand 2020: Gifts of Wise men, Öl auf Leinwand 2020: Peacocks II, Öl auf Leinwand 2020: Spring, Öl auf Leinwand 2020: Danaya, Öl auf Leinwand

Gruppenausstellungen (Auswahl)

1990: Ausstellung junger Künstler Usbekistans, Bulgarien 1991: Ausstellung Usbekischer Künstler in England, Galerie Zaman, Großbritannien 1991: Ausstellung Usbekischer Künstler in Deutschland, Deutschland 1992: ART-Asia Tashkent, Tashkent 1993: Ausstellung Usbekischer Künstler in Sankt Petersburg, Sankt Petersburg 1994: Ausstellung Usbekischer Künstler in der Schweiz, Schweiz 1996: Ausstellung von Akhmarov und seinen Schülern 2002–2003: Weltweite Ausstellung von Künstlerinnen, Seoul 2004–2005: Ausstellung Usbekischer Künstler, Central House of Artists, Moskau 2005: Beijing International Art Biennale, Peking 2005: Ausstellung Usbekischer Künstler, Kairo 2007: Tashkent International Biennale of Modern Art, Taschkent 2008: Ausstellung Usbekischer Künstler in Zürich, Zürich 2011: Tashkent International Biennale of Modern Art, Taschkent 2014: Internationale Ausstellung, Katar 2016: Ausstellung Usbekischer Künstler in Kasachstan, Astana 2017–2018: Ausstellung Usbekischer Künstler in China, Peking 2019: Die Türkei gemalt mit dem Pinsel Usbekischer Künstler, Galerie der Bildenden Kunst

Einzelausstellungen (Auswahl)

1995: Galerie „Das Zentrum der Volkstraditionen und Kunst Usbekistans“, Taschkent 2000: Zentrale Ausstellungshalle der Kunstakademie, Taschkent 2001: Indisches Kulturzentrum, Taschkent 2000–2003: Zentrale Ausstellungshalle der Kunstakademie, Taschkent 2003: Zentrum für moderne Kunst, Taschkent 2006: Ilchom-Theater, Taschkent 2009: Zentrum für Nationale Künste, Taschkent 2013: Kunstgalerie von Usbekistan, Taschkent 2014: Art And Fact Gallery, Taschkent

Auszeichnungen Shakhnoz Abdullaeva wurde mit der „Shukhrat“-Medaille ausgezeichnet.

Rezeption Werke von Shakhnoz Abdullaeva befinden sich der Art Gallery of Uzbekistan sowie im Staatlichen Kunstmuseum in Taschkent, in der Bildergalerie von Urganch, in der Galerie Zaman in Großbritannien, der World Bank in Washington D.C. sowie in privaten Sammlungen in Japan, Finnland, Saudi-Arabien, Russland und Indien.

Elmira Gyul kommentiert in ihrem biographischen Essay Abdullaevas Kunst folgendermaßen:

Anmerkungen

Einzelnachweise

Kategorie:Künstler (Usbekistan) Kategorie:Usbeke Kategorie:Geboren 1965 Kategorie:Frau