Paul Seixas (* 24. September 2006 in Lyon) ist ein französischer Radrennfahrer, der im Straßenradsport aktiv ist.

Sportlicher Werdegang

Als Junior war Seixas einer der erfolgreichsten Fahrer seines Jahrgangs. Bereits im ersten Jahr als Junior beendete er verschiedene Rundfahrten unter den Top 10 und gewann regelmäßig deren Nachwuchswertung. 2024 folgten Siege unter anderem beim Juniorenrennen von Lüttich–Bastogne–Lüttich, bei der Tour du Pays de Vaud und beim Giro della Lunigiana. Zum Saisonende gewann er zunächst bei den Europameisterschaften die Bronzemedaille im Straßenrennen, wenige Tage später kürte er sich bei den Weltmeisterschaften in Zürich zum Junioren-Weltmeister im Einzelzeitfahren. In der Wintersaison auch im Cyclocross aktiv, konnte er als Junior verschiedene kleinere Rennen in Frankreich und in der Schweiz für sich entscheiden. Bestes Weltcup-Ergebnis war ein dritter Platz in Namur, bei Weltmeisterschaften ein 15. Platz in der Saison 2022/23.

Aufgrund seiner Fähigkeiten im Einzelzeitfahren und in den Bergen wurde Seixas früh als eines der größten französischen Rundfahrttalente seines Jahrgangs angesehen. Zur Saison 2025 erhielt er direkt einen Profivertrag beim UCI WorldTeam Decathlon AG2R La Mondiale Team.

Beginn der Profi-Karriere Bei seinem ersten Rennen, dem Grand Prix Cycliste La Marseillaise, ließ der erst 18-jährige Paul Seixas mit dem fünften Rang aufhorchen, ehe er bei Paris–Camembert Zweiter wurde. Im Mai ging er bei der Tour of the Alps an den Start, wo er die Punktewertung für sich entschied und die abschließende Etappe um Lienz seinem Teamkollegen Nicolas Prodhomme überließ. In einem anschließenden Interview meinte er, dass die Teamleitung ihm den Sieg schenken wollte, wobei Seixas selbst die Entscheidung traf, als Zweiter über den Zielstrich zu fahren. Im Juni bestritt Paul Seixas mit dem Critérium du Dauphiné erstmals eine Rundfahrt der UCI WorldTour, die er auf dem achten Rang beendete.

Nachdem er bei den französischen Meisterschaften den dritten Platz im Zeitfahren der Elite-Klasse belegt hatte, ging er als Kapitän bei der Tour de l’Avenir an den Start, die als wichtigstes Etappenrennen der Klasse U23 gilt. Nachdem er den Prolog in Tignes gewonnen hatte, musste er das Gelbe Trikot des Gesamtführenden an seinen Landsmann Maxime Decomble abgeben, ehe er mit einem Etappensieg im abschließenden Bergzeitfahren seinen Gesamtsieg fixierte. Er setzte sich dabei vor Jarno Widar und Jørgen Nordhagen durch und entschied zudem die Nachwuchswertung für sich. Am Ende der Saison ging er erstmals als Elite-Fahrer bei den Straßenradsport-Weltmeisterschaften an den Start und holte mit seinen Teamkollegen die Silbermedaille in der Mixed-Staffel, ehe er 13. des Straßenrennens wurde. links|mini|250x250px|Mit nur 19 Jahren holt Paul Seixas hinter Tadej Pogačar und Remco Evenepoel die Bronzemedaille im Straßenrennen der Europameisterschaften Wenige Wochen nach den Weltmeisterschaften sorgte Paul Seixas bei den Straßenradsport-Europameisterschaften für Aufsehen, als der erst 19-jährige das Straßenrennen auf dem sensationellen dritten Platz beendete. Dabei musste er sich auf dem anspruchsvollen Rundkurs der Départements Drôme und Ardèche nur den beiden Top-Stars Tadej Pogačar und Remco Evenepoel geschlagen geben. Sechs Tage später folgte ein weiteres Ausrufezeichen als Paul Seixas mit der Lombardei-Rundfahrt sein erstes Monument des Radsports als Siebter beendete.

Bereits während der Tour de France 2025 gab das Decathlon AG2R La Mondiale Team seinen Anspruch bekannt bis ins Jahr 2030 in die Riege der „Superteams“ aufzusteigen. Aus diesem Grund sicherte sich die Mannschaft mit dem Logistik-Unternehmen CMA CGM einen Finanzstarken Sponsor, der das Budget der Mannschaft auf knapp 40 Millionen Euro steigerte. Ein weiterer Kernpunkt der Strategie war die längerfristige Bindung von Paul Seixas, der als zukünftiger Tour-de-France-Sieger gehandelt wurde.

2026: Tour-de-France-Debüt mini|Paul Seixas gewinnt die Faun-Ardèche Classic nach einem Solo über 40 Kilometer Im Jahr 2026 gab Paul Seixas sein Saison-Debüt für das Decathlon CMA CGM Team bei der Algarve-Rundfahrt, die er hinter dem Spanier Juan Ayuso auf dem zweiten Gesamtrang beendete. Er gewann jedoch die Bergankunft auf der Alto da Fóia und überzeugte zudem als Vierter im rund 20 Kilometer langen Einzelzeitfahren. Sechs Tage später bestritt er die Faun-Ardèche Classic, die großteils auf dem Parcours der Europameisterschaften des Vorjahres ausgetragen wurde. Rund 40 Kilometer vor dem Ziel lancierte der junge Franzose den entscheidenden Angriff und distanzierte dabei im längsten Anstieg des Rennens alle anderen Fahrer. Als Solist gewann er das Rennen schlussendlich mit einem Vorsprung von fast zwei Minuten vor dem Schweizer Jan Christen und seinem Landsmann Lenny Martinez. Im März ging Paul Seixas bei der Strade Bianche an den Start, wo er auf den Slowenen Tadej Pogačar traf, der in ähnlicher Manier viele Erfolge nach langen Solo-Fahrten eingefahren hatte. Bei dem italienischen Schotter-Klassiker griff der Slowene bereits 75 Kilometer vor dem Ziel an, wobei ihm Paul Seixas als einziger Fahrer für einen kurzen Moment folgen konnte. Der junge Franzose musste den zweifachen Weltmeister jedoch noch vor dem Ende des Monte-Sante-Marie-Sektors ziehen lassen und fiel daraufhin in eine kleine Verfolgergruppe zurück. Im Finale griff Paul Seixas jedoch selbst an und konnte sich gemeinsam mit dem Mexikaner Isaac Del Toro von den verbliebenen Fahrern absetzen, ehe er das Ziel mit einem Rückstand von einer Minute hinter Tadej Pogačar als Zweiter erreichte.

Im April ging Paul Seixas bei der Baskenland-Rundfahrt an den Start und gewann das 13,8 Kilometer lange Auftaktzeitfahren mit einem Vorsprung von mehr als 20 Sekunden. Tags drauf griff er 26 Kilometer vor dem Ziel in einer längeren Steigung an und erreichte das Ziel als Solist mit einem Vorsprung von fast eineinhalb Minuten. Nachdem er auch die 5. Etappe für sich entschieden hatte, krönte er sich mit 19 Jahren zum jüngsten Gesamtsieger eines UCI WorldTour-Etappenrennens in der Geschichte des Radsports. Weiters sicherte er sich alle Sonderwertungen des Rennens und wies letztlich einen Vorsprung von zweieinhalb Minuten auf den Gesamtzweiten Florian Lipowitz auf. Nach seinen Erfolgen im Baskenland ging Paul Seixas bei der Flèche Wallonne an den Start, bei der er sich im Schlussanstieg der Mur de Huy vor dem Schweizer Mauro Schmid und dem Briten Ben Tulett durchsetzte. Mit dem belgischen Klassikers hatte er nun erstmals auch ein Eintagesrennen der UCI WorldTour für sich entscheiden können. Wenige Tage später kam es bei dem Monument Lüttich–Bastogne–Lüttich zu einem weiteren Aufeinandertreffen mit dem Weltmeister Tadej Pogačar, wobei auch der Belgier Remco Evenepoel nach seinem Sieg beim Amstel Gold Race zu den Favorten zählte. Wie bereits in den vorangegangenen Jahren lancierte Tadej Pogačar die entscheidende Attacke rund 35 Kilometer vor dem Ziel im Anstieg der Côte de la Redoute. Paul Seixas konnte dem Slowenen jedoch als einziger Fahrer folgen, wobei das Duo den Anstieg in einer neuen Rekordzeit absolvierten. Nachdem die beiden einen Vorsprung von eineinhalb Minuten herausgefahren hatten, musste Paul Seixas den Top-Favoriten jedoch erneut ziehen lassen, als dieser das Tempo im schlussanstieg der Côte de la Roche-aux-Faucons erneut forcierte. Paul Seixas belegte schlussendlich den zweiten Platz mit einem Rückstand von 45 Sekunden, ehe Remco Evenepoel die erste Gruppe mit einem Rückstand von einer Minute und 42 Sekunden über den Zielstrich führte. mini|Im Jahr 2026 belegt Paul Seixas bei seinem Tour-de-France-Debüt den vierten Gesamtrang Aufgrund seiner Leistungen gab das Decathlon CMA CGM Team nach den Ardennen-Klassikern bekannt, dass Paul Seixas im Jahr 2026 sein Tour-de-France-Debüt geben würde. Als letztes Vorbereitungsrennen bestritt er die Tour Auvergne-Rhône-Alpes 2026, die er jedoch nach einem Sturz auf der 7. Etappe aufgeben musste. Im Vorfeld der Frankreich-Rundfahrt gab Paul Seixas die Gesamtwertung als Ziel aus, wobei er die bestmögliche Platzierung anstrebte. Nachdem er zum Auftakt 39 Sekunden im Mannschaftszeitfahren verloren hatte, hielt sich der junge Franzose auf den ersten Etappen schadlos, wobei er auf der 2. Etappe aufgrund eines Defekts kurzzeitig in Bedrängnis kam. Auf der 6. Etappe wurde Tadej Pogačar seiner Favoriten-Rolle gerecht und gewann den anspruchsvollen Pyrenäen-Abschnitt nach einem längeren Solo, wobei Paul Seixas das Ziel in der ersten Verfolgergruppe auf dem fünften Platz erreichte. In der Gesamtwertung rückte er somit auf den sechsten Gesamtrang vor, ehe er sich im Zentralmassiv auf den fünften Rang schob. In der zweiten Woche erreichte er das Ziel in Le Markstein als Dritter und übernahm somit das Weiße Trikot des besten Nachwuchsfahrers. Diese musste er jedoch tags drauf an den Mexikaner Isaac del Toro abgeben. Nach dem Einzelzeitfahren der 16. Etappe ging Paul Seixas mit einem Rückstand von sieben Minuten und elf Sekunden als Gesamtvierter in die letzte Tour-Woche. Während Tadej Pogačar und Remco Evenepoel die ersten beiden Podestplätze abgesichert hatten, kam es dahinter zum Duell zwischen Isaac Del Toro und Paul Seixas, die nun um den dritten Gesamtrang und das Weiße Trikot fuhren. Bei den letzten beiden Zielankünften in Alpe d’Huez erwies sich der Mexikaner jedoch als stärkerer Fahrer, womit Paul Seixas das Podium in Paris um etwas mehr als zwei Minuten verpasste. Letztlich betrug sein Rückstand auf Tadej Pogačar fast zwölf Minuten, wobei er der jüngsten Fahrer in der Geschichte der Tour de France ist, der die Rundfahrt unter den ersten fünf der Gesamtwertung beendete.Panache in all shapes and colours, letour.fr, 30. Juli 2026, abgerufen am 9. September 2026 (englisch).

Nach der Tour de France legte Paul Seixas eine längere Rennpause ein, um sich auf die Straßenradsport-Weltmeisterschaften zu fokussieren. In jener Zeit kam es immer wieder zu Wechsel-Gerüchten, wobei der zwischenzeitlich 20-jährige noch einen gültigen Vertrag bis ins Jahr 2027 hat. In Vorbereitung auf die Weltmeisterschaft bestritt er die Eintagesrennen des Grand Prix Cycliste de Québec und Grand Prix Cycliste Montreal, wobei er letzteren auf der WM-Strecke hinter Isaac del Toro auf dem zweiten Rang beendete. Im Einzelzeitfahren der Weltmeisterschaften holte er hinter Remco Evenepoel und Filippo Ganna die Bronzemedaille.

Erfolge 2023 Nachwuchswertung Eroica Juniores – Nations’ Cup Nachwuchswertung Tour de Gironde International Nachwuchswertung Saarland Trofeo Trofeo GD Dorigo - M. O. Sogno Veneto Punktewertung und Nachwuchswertung Ain Bugey Valromey Tour Nachwuchswertung Watersley Junior Challenge Französischer Juniorenmeister – Cyclocross

2024 Bergwertung Eroica Juniores – Nations’ Cup Lüttich–Bastogne–Lüttich (Junioren) Französischer Meister – Einzelzeitfahren (Junioren) Französischer Meister – Mixed-Staffel (Junioren) Französische Meisterschaften – Straßenrennen (Junioren) Gesamtwertung und eine Etappe Tour du Pays de Vaud Classique des Alpes La Classic Région Sud U19 eine Etappe und Bergwertung Ain Bugey Valromey Tour Gesamtwertung, Punktewertung, Bergwertung und eine Etappe Giro della Lunigiana Europameisterschaften – Straßenrennen (Junioren) Weltmeister – Einzelzeitfahren (Junioren)

2025 Punktewertung Tour of the Alps Französische Meisterschaften – Einzelzeitfahren Gesamtwertung, Nachwuchswertung, eine Etappe und Prolog Tour de l’Avenir Weltmeisterschaften – Mixed-Staffel (mit Bruno Armirail, Pavel Sivakov, Cédrine Kerbaol, Juliette Labous und Maëva Squiban) Europameisterschaften – Straßenrennen

2026 eine Etappe und Nachwuchswertung Algarve-Rundfahrt Faun-Ardèche Classic Gesamtwertung, Punktewertung, Bergwertung, Nachwuchswertung und drei Etappen Baskenland-Rundfahrt La Flèche Wallonne Weltmeisterschaften – Einzelzeitfahren

Wichtige Platzierungen

Weblinks

Einzelnachweise

Kategorie:Radsportler (Frankreich)