Michail Sergejewitsch Kolesnikow (; * 14. Oktober 1918 im Dorf Iljinka, Gouvernement SamaraIljinka gehörte am Tag der Geburt Kolesnikows zur Wolost Woskressenka im Ujesd Nowousensk, welches östlich der Wolga lag und zu diesem Zeitpunkt zum Gouvernement Samara gehörte. Am 19. Oktober 1918 wurde die Arbeitskommune des autonomen Gebiets der Wolgadeutschen gegründet, zu der die Wolost Woskressenka (inkl. Iljinka) bis zur „Abrundung“ des Gebiets der Wolgadeutschen 1922 nicht gehörte. Der Teil des Ujesds Nowousensk, der nicht der Arbeitskommune der Wolgadeutschen zugeschlagen wurde, wurde 1919 Teil des Gouvernements Saratow.; † 16. Dezember 2012 in Moskau) war ein sowjetischer Schriftsteller.
Biografie Kolesnikow stammte aus einer Arbeiterfamilie und verbrachte seine Kindheit in der Region Sawolschje. Die Fachschule für Geologie schloss er in Saratow ab. Nachdem er 1939 eine Offiziersschule in Leningrad abgeschlossen hatte, nahm er an den Kampfhandlungen am Fluss Chalchin Gol im September 1939 teil. Im Zweiten Weltkrieg gehörte er der 17. Armee, die Teil der Transbaikalfront war, an. 1942 trat er in die KPdSU ein, deren Mitglied er bis 1991 blieb. Nach Ende des Zweiten Weltkriegs verblieb er in den Streitkräften, gehörte u. a. als Politoffizier dem Heer sowie der Marine an. Nach dem Abschluss der Militärpolitischen Lenin-Akademie (Redakteursfakultät) 1952 arbeitete er in den Strukturen der sowjetischen Streitkräfte für den Marineverlag (Военно-морское издательство) und verschiedene Zeitungen u. a. Snamja. Er reiste viel in Sibirien, dem Fernen Osten, der Mongolei und China. 1954 wurde er Mitglied des Schriftstellerverbands der UdSSR. Im Rang eines Polkowniks schloss er sich 1962 der Reserve an und beendete seinen aktiven Dienst in den Streitkräften. Anschließend erhielt er eine Ingenieursausbildung. Er schrieb auf Russisch, sprach allerdings auch Mongolisch. Er lebte in Moskau und starb im Alter von 94 Jahren am 16. Dezember 2012. Neben seiner Ehefrau Marija Wassiljewna Kolesnikowa, die bereits 2008 verstorben war, wurde er auf dem Moskauer Perepetschinski Friedhof beigesetzt.
Werk Das Werk Kolesnikows umfasst viele Novellen, aber auch mehrere biografische Texte und Romane. Sie behandeln oft Themen aus der Arbeiterklasse, der wissenschaftlich-technischen Revolution in der Sowjetunion oder dem Kriegs- und Soldatenmillieu. Einige seiner Werke wurden ins Deutsche übersetzt: Атомград. Verlag des ZK der Komsomol „Molodaja Gwardija“, Moskau 1966 Atomstadt: Aufzeichnungen des Professors Korostyljow. Buchverlag Der Morgen, Berlin 1974 (übersetzt von Gerhard Dick und Ortwin Schubert) Все ураганы в лицо. Wojenisdat, Moskau 1969 Antlitz im Sturm. Militärverlag der DDR, Berlin 1978 (übersetzt von Bernhard Bielefeld) Без страха и упрека. Wojenisdat, Moskau 1971 (zusammen mit seiner Ehefrau Marija Kolesnikowa) Tschapajews Kommissar. Militärverlag der DDR, Berlin 1975 (übersetzt von Bernhard Bielefeld) Meuterei in Werny. Militärverlag der DDR, Berlin 1977 (separate Veröffentlichung als Nr. 221 in der Erzählerreihe) Право выбора. Profisdat, Moskau 1971 Das Recht der Wahl. Aufbau Verlag, Weimar 1974 (übersetzt von Wilhelm Plackmeyer) Миртовое кольцо. Wojenisdat, Moskau 1972 Der Myrtenring. Militärverlag der DDR, Berlin 1981 (übersetzt von Bernhard Bielefeld)
Eine Auswahl weiterer Publikationen finden sich in der folgenden Klappbox:
Aus der Altunin-Trilogie wurden zwischen 1975 und 1980 auf Russisch Hörbücher und Hörspiele aufgenommen und im Radio ausgestrahlt. Die Romane „Isotope für Altunin“ (Изотопы для Алтунина) und „Altunin trifft eine Entscheidung“ (Алтунин принимает решение) wurden 1974 von Boris Tolmasow bzw. 1975 von Leonid Markow gelesen. In den Jahren 1977 und 1978 folgte in zwei Teilen der Roman „Schule der Minister“ (Школа министров), der von Wladimir Andrejew (1977) und Wjatscheslaw Raszwetajew (1978) gelesen wurde. Darüber hinaus existieren Hörspiele nach den Motiven dieser Bücher.
Ehrungen Orden des Roten Banners der Arbeit Orden des Roten Sterns, erhalten 1951 Orden der Völkerfreundschaft Orden des Vaterländischen Krieges, II. Klasse, erhalten 1985 Medaille „Sieg über Deutschland“, erhalten 1945 Medaille „Für den Sieg über Japan“, erhalten 1945 Medaille „Für Verdienste im Kampf“, erhalten 1947 Literaturpreis des Verteidigungsministeriums der UdSSR für die Romane Tschapajews Kommissar und Antlitz im Sturm, erster Preis, 1972
Einzelnachweise
Kategorie:Autor Kategorie:Schriftsteller (Moskau) Kategorie:Literatur (Sowjetunion) Kategorie:Literatur des Sozialistischen Realismus Kategorie:Literatur (20. Jahrhundert) Kategorie:Novelle Kategorie:Roman, Epik Kategorie:Träger des Ordens des Vaterländischen Krieges II. Klasse Kategorie:Träger des Ordens des Roten Banners der Arbeit Kategorie:Träger des Ordens des Roten Sterns Kategorie:Träger des Ordens der Völkerfreundschaft Kategorie:Träger der Medaille „Sieg über Deutschland“ Kategorie:Träger der Medaille „Für Verdienste im Kampf“ Kategorie:KPdSU-Mitglied Kategorie:Person (Oblast Saratow) Kategorie:Person im Zweiten Weltkrieg (Sowjetunion) Kategorie:Sowjetbürger Kategorie:Russe Kategorie:Geboren 1918 Kategorie:Gestorben 2012 Kategorie:Mann