mini|St.-Michael-Kirche in Schwabhausen mini|Blick zum romanischen Chorturm Die römisch-katholische Pfarrkirche St. Michael in der Gemeinde Schwabhausen ist eine im Kern romanische Chorturmkirche.

Geschichte Im 17. Jahrhundert besaß die schlichte Kirche drei Altäre:

einen Hochaltar mit dem Patron St. Michael, einen Seitenaltar mit dem Patron St. Stephanus, einen Seitenaltar mit dem Patron St. Sebastian.

Erst 1739 wurde eine Sakristei gebaut, wodurch die Kirche den Status einer „ansehnlichen Bauart“ erhielt. Die Seitenaltäre wurden im Jahr 1783 im Auftrag des Pfarrers renoviert. Grund dafür war der marode und baufällige Zustand der Altäre. 1793 wurden die Kirchenstühle ersetzt. 1878 wurden drei neue Glocken, gegossen vom Münchner Glockengießer Ulrich Kortler und gestiftet durch den Posthalter Joseph Rothenfußer.

1886 erhielt die Kirche eine neue Orgel, gebaut von der Münchner Firma Max März & Sohn. Bereits 1914 wurden Pläne zum Ausbau und Erweiterung des Kirchengebäudes gemacht. Diese wurden nach Beginn des Ersten Weltkriegs eingestellt. 1917 wurden die zwei größten Glocken des Kirchturmes beschlagnahmt und erst 1921 durch neue Stahlglocken ersetzt.

Als 1933/1934 Reichszuschüsse gewährt wurden, konnte der Plan des Ausbaus der Kirche umgesetzt werden. Am 28. Mai 1933 wurde das Langhaus abgetragen. Es wurde ein vierachsiges Langhaus mit Vorhäusern auf der Süd- und Nordseite nach Entwurf des Münchner Architekten Richard Steidle gebaut. Am 14. November 1934 waren die Ausbauarbeiten abgeschlossen und die fertige Kirche wurde durch Kardinal Faulhaber geweiht.

Ausstattung mini|Deckengemälde von Wilhelm Rudolf Grau Im Innenraum befindet sich der Altarraum direkt unter dem Turm. Die Decke besteht aus einem Kreuzgewölbe. Die Decke des Kirchenschiffes wurde 1945 durch den Maler Wilhelm Rudolf Grau bemalt und zeigt den Papstbesuch 1782 in Schwabhausen. Über dem Chorbogen sind die bischöflichen Wappen der Kardinäle Michael Faulhaber und Reinhard Marx zu sehen.

Altäre mini|Altäre im Innenraum des Kirchengebäudes Im Choraltar (Altar im Kirchturmrumpf) steht die Skulptur des Erzengels Michael, der mit einem Flammenschwert in Drachenform gegen den Teufel kämpft. Des Weiteren sind die Hll. Johannes der Täufer mit einem Lamm und der Rochus in Pilgerkleidung abgebildet.

Das Altarretabel des rechten Seitenaltars stammt aus dem Jahr 1849 und bildet die Muttergottes mit dem Jesuskind ab. Das Altarblatt des linken Seitenaltars mit der Steinigung des „Heiligen Stephanus“ stammt ebenfalls aus dem 19. Jahrhundert.

Seit November 2009 besitzt die Kirche einen Zelebrationsaltar in Form eines Marmorblockes. Dieser wurde vom Architekten Roberto Gonzalo entworfen.

Heiligenfiguren Die St.-Michaels-Kirche besitzt seit 2009 folgende Heiligenfiguren:

St. Christophorus mit Jesuskind (aus dem 18. Jahrhundert) ein bärtiger Märtyrer des Dominikanerordens mit Palmwedel (Märtyrerpalme) und (Hirten-)Stab (St. Petrus Martyr?, Statue des 18. Jahrhunderts)Die Figur steht auf einer mit „St. Dominikus“ bezeichneten Konsole, und so wird sie auch auf der Website kirchenundkapellen.de genannt. Doch dieser Heilige erlitt nicht den Märtyrertod und wird nicht bärtig dargestellt. Als Dominikaner, der die Kriterien Bart und Martyrium (Märtyrerpalme) erfüllt, kommt der Hl. Petrus Martyr (Petrus von Verona) in Frage. Doch der Stab mit Hirtenschaufel am oberen Ende bleibt rätselhaft. – St. Franz Xaver (aus dem Jahr 1783) St. Georg mit Lanze und Drachen (aus dem 18. Jahrhundert) St. Johannes der Täufer mit Lamm Gottes (aus dem 18. Jahrhundert) St. Leonhard von Limoges (aus dem 18. Jahrhundert) St. Michael mit Flammenschwert (aus dem 18. Jahrhundert) St. Maria mit Kind (aus dem Jahr 1849) St. Nepomuk mit Engel (aus dem Jahr 1783) St. Rochus als Pilger (aus dem 18. Jahrhundert) St. Stephanus (aus dem Jahr 1849)

Weblinks

Einzelnachweise

Kategorie:Bauwerk in Schwabhausen (Oberbayern) Kategorie:Kirchengebäude im Landkreis Dachau Kategorie:Baudenkmal in Schwabhausen (Oberbayern) Kategorie:Michaeliskirche Kategorie:Chorturmkirche