mini|Irmgard Gietl demonstriert für Landrat Hans Schuierer in Regensburg mini|Irmgard Gietl bei den Salzburger Protestspielen vor dem Festspielhaus 1986
Irmgard Gietl (* 15. Juli 1929 in Heilinghausen; † 27. Juni 2023 in Maxhütte) war eine deutsche Gegnerin der Wiederaufarbeitungsanlage Wackersdorf (WAA) in Bayern und strickte sogenannte „Widerstandssocken“.
Leben und Wirken Gietls Kindheit und Jugend in Heilinghausen waren von bitterer Armut geprägt. Sie wuchs mit ihren drei Brüdern auf. Ihren Vater verlor sie im Kindesalter am Bahnübergang in Ponholz als ein schlafender Schrankenwärter die Schranken nicht schloss. Ihre Mutter wurde an ihrem 19. Geburtstag beigesetzt. Gietl wurde danach von ihrer Tante in Leonberg aufgenommen, die 1966 ermordet wurde. 1951 heiratete sie, zog nach Winkerling und bekam drei Töchter. Ihr Ehemann starb 1991.
Gegnerin der Wiederaufarbeitungsanlage Zusammen mit dem damaligen Landrat Hans Schuierer kämpfte Gietl seit dem ersten Hüttendorfbau gegen die Wiederaufarbeitungsanlage Wackersdorf und war Mitglied in der Bürgerinitiative gegen den Bau der WAA. Irmgard Gietl wurde zu einer Symbolfigur für den WAA-Widerstand.Irmgard Gietl strickt mit 90 noch Socken - Die Jubilarin war von Anbeginn im Widerstand gegen die WAA aktiv. in Mittelbayerische Zeitung vom 31. Juli 2019
Gietl wurde auch von Diözesanbischof Manfred Müller empfangen. Ihr Transparent mit der Aufschrift „Herr, schenke uns einen österreichischen Bischof, wir geben dir dafür drei bayerische“ hatte den Bischof allerdings nicht erfreut.Der Widerstand geht weiter auf Wir sind Kirche 2024Die Bischöfe in Wien und Linz lehnten die WAA ab.
Stricken war Gietls Leidenschaft („Mei Leb‘n is mei Stricka“) und ihre „Widerstandssocken“ wurden ihr Markenzeichen.Das Stricken war ihre Passion - Sie war ein Gesicht des WAA-Widerstands - Trauer um Irmgard Gietl aus Maxhütte in: Mittelbayerische Zeitung vom 29. Juli 2023
Auszeichnungen 1988: Aufrechter Gang: Humanistische Union, Humanistische Union 1988
2009: Verdienstmedaille des Landkreises Schwandorf.Die Träger der Verdienstmedaille des Landkreises Schwandorf, Landkreis SchwandorfNachruf - Landkreis Schwandorf, Mittelbayerische Zeitung 2023
2022: Nuclear-Free Future Award: Gietl erhielt für ihr Engagement gegen die WAA den Ehrenpreis für ihr Lebenswerk.Wackersdorf-Aktivistin (93) erhält Anti-Atom-Preis für ihr Lebenswerk In: Sonntagsblatt (Bayern) vom 14. Dezember 2022Irmgard Gietl NFFF-Award 2022 auf YouTube, 3 Min.
Dokumentationen Irmgard und die Widerstandssocken (Dokumentation der Reihe Lebenslinien beim BR Fernsehen 2018)Irmgard und die Widerstandssocken auf br.de, 44 Min. Irmgard Gietls Rede an das Japanische Volk (Plutonium-Konferenz in Tokio 2018, DENKmal-Film)Irmgard Gietels Rede an das Japanische Volk 2018 auf YouTube, 17 Min. Spaltprozesse, Dokumentarfilm 1987, Gietl ab Min 18, 52, 67, 72, 83Spaltprozesse, ausgestrahlt im WDR auf YouTube, 96 Min Atomstreit in Wackersdorf – Die Geschichte einer Eskalation, Dokumentarfilm, BR Fernsehen 2017, Gietl in vielen SzenenAtomstreit in Wackersdorf auf YouTube, 44 Min Wackersdorf (2018) (Spielfilm; Die Figur der Anti-WAA-Aktivistin Frau Luber (Monika Manz) wurde angelehnt an Irmgard Gietl)
Siehe auch Liste von Anti-WAA-Aktivisten
Weblinks
Zeitzeugeninterviews mit Irmgard Gietl (HdBG): Interview 1, Interview 2, Interview 3 Ein Leben für den Widerstand in: Mittelbayerische Zeitung vom 14. Juli 2018 Irmgard und die Widerstandssocken auf DENKmal-Film Irmgard und die Widerstandssocken auf br.de
Einzelnachweise
Kategorie:Person der Anti-Atomkraft-Bewegung Kategorie:Deutscher Kategorie:Geboren 1929 Kategorie:Gestorben 2023 Kategorie:Frau