mini|Thomas Stadler (2024)

Thomas E. Stadler (* 4. Mai 1962 in Oberndorf bei Salzburg), besser bekannt unter Thomas Stadler, ist ein österreichischer Bildender Künstler, Kunstvermittler und Autor. Stadler ist ein Enkel der Schriftstellerin Paula Otte-Landertinger. Er war mit der im Januar 2024 verstorbenen Schriftstellerin und Bildenden Künstlerin Helena Adler verheiratet, mit der er Sparten übergreifende Kunstprojekte verfolgte.

Leben Thomas E. Stadler besuchte das Akademische Gymnasium Salzburg. 1979 nahm er an der 1953 von Oskar Kokoschka gegründeten Internationalen Sommerakademie für Bildende Kunst Salzburg in der Klasse von Claus Pack teil.

Von 1980 bis 1987 studierte Stadler Bildnerische Erziehung an der Universität Mozarteum Salzburg und Religionspädagogik an der Universität Salzburg. In diese Zeit fallen 1985 ein Auslandsjahr, in dem er an der Akademie der Bildenden Künste München Malerei und Kunstgeschichte und an der Hochschule für Philosophie München studierte, sowie Tätigkeiten (Kreativkurse, Aufbau einer Galerie für Erstausstellungen) im Bereich Künstlerische Jugendarbeit.

Seit Beendigung des Studiums ist Stadler hauptberuflich als Lehrer für Kunst und Gestaltung am Privatgymnasium der Herz-Jesu-Missionare im Salzburger Stadtteil Liefering tätig. Daneben hat er zahlreiche Lehraufträge am Mozarteum, an der Universität Salzburg, an der Volkshochschule Salzburg und an den Pädagogischen Hochschulen in Salzburg und Linz wahrgenommen sowie als Dozent an der Sommerakademie Neuburg gearbeitet. 2011 gründete er zusammen mit der Erzieherin und Kommunikationsdesignerin Rita Dick die grenzüberschreitend in Laufen und Oberndorf angesiedelte, nach Johann Michael Rottmayr benannte und sich an Kinder und Jugendliche wendende Rottmayr-Akademie.

In die Jahre 1988 bis 2011 fallen Stipendien für Studienaufenthalte in Budapest, New York, Virginia, Almeria und Krakau.

Als Lehrer für Kunst und Gestaltung war Stadler im Bundesvorstand für die Fachentwicklung des Kunst- und Gestaltungsunterrichtes in Österreich. Von 2009 bis 2015 leitete er die Arbeitsgemeinschaft „Bildnerische Erziehung für Salzburg“.

Als Kunstvermittler initiierte er Kunstvermittlungsprojekte für den „Verein der jungen Freunde der Salzburger Festspiele“. Er gründete zahlreiche Kunstvereine und Kunstinitiativen, so 1992 die „Interessengemeinschaft Bildender Künstler*innen Salzburgs“, die ebenda die „Galerie 5020“ betreibt, sowie 1994 in Oberndorf die „Kunstinitiative KNIE“ und 2008 die „Ateliergemeinschaft am Kreisverkehr“, mit der er im öffentlichen Raum Beteiligungskunstprojekte und Großrauminstallationen realisierte.

Darüber hinaus war Stadler 1988 Mitinitiator des in Landshut angesiedelten „Internationalen Seminars für Kunst und Kunstwissenschaft“.

Werk Seit den 1980er Jahren malt Thomas E. Stadler expressiv im Sinn der österreichischen Neuen Wilden. Das kommt beispielsweise in der Ausstellung „Unbedingt“ – u. a. mit Gunter Damisch und Erwin Bohatsch – zum Ausdruck. 1989 erhielt er für diese Malerei den Förderpreis der Salzburger Landesregierung.

Beeinflusst von seinem Lehrer Alfons Rosenberg, arbeitete Stadler auch symbolistisch. Gegen Ende des Studiums entwickelte er zusammen mit Herbert Schade SJ expressive kosmologische Konzepte – seine Diplomarbeit schrieb er zum Thema „Astrologie als Folie der Ikonologischen Methode“ –, die auch als größere Rauminstallationen ausgeführt wurden.

Die neunziger Jahre waren durch die intensive Beschäftigung mit Kunst im öffentlichen Raum geprägt. Es entstehen etliche Interventionen wie „brownbag“ (New York), „rynny“ (Krakau) oder „cumcu“ (Mexiko-Stadt).

Seit 2006 arbeitet Stadler im Rahmen der mit Jakob Buchner initiierten „Ateliergemeinschaft Kreisverkehr“ an zahlreichen längerfristigen Kunstprojekten. Es geht um Themen wie "Rituale gesellschaftlicher Ausgrenzung" („prosst“), "Ökologischer Protest" („unterwex“) oder "Gletscherschmelze" („Schöne Aussichten“).

Einzelausstellungen – Freirauminstallationen (Auswahl) 1992 Schloss Poppendorf (bei Graz) 1998 Präsentation von „brownbag“ anlässlich der Basistage (Bundeskanzleramt – Kunstsektion; Wien) 2005 Präsentation des „Arc de Paix“-Modells (zusammen mit Michael Lankes) 2007 „cumcu“; Intervention im Öffentlichen Stadtraum (zusammen mit Casa Vecina), Mexiko-Stadt 2008 "..was ich drin sehe", "v.t.", Malerei, Acryl, Reste der Silvesterperformance 2017 „prosst“; Kulturzentrum K.U.L.T. (Hof bei Salzburg) 2021 „unterwex“; Kunstraum „Pro Arte“ (Hallein) 2023 Museum Tauernbahn (Schwarzach im Pongau) 2025 „Schöne Aussichten“

Preise und Stipendien 1989 Förderpreis des Landes Salzburg 1994 USA-Stipendium der Stadt Salzburg (Virginia Art Center) 1996 Projektstipendium des Österreichischen Kulturinstitutes New York 1998 Stipendium des Bundeskanzleramtes, Kunstsektion für Krakau 2004 Julius-Chevalier-Preis für ein Kunst- und Sozialprojekt mit der Demokratischen Republik Kongo 2006 „Jugend interpretiert Kunst“-Wettbewerb der Salzburg Foundation. Siegerprojekt mit Schülern des Privatgymnasiums der Herz-Jesu-Missionare, Salzburg-Liefering 2008 Euregio Kunstpreis (Euregio Salzburg – Berchtesgadener Land) 2009 „Podium 09“-Preisträger: Ausgewählte Projekte (Salzburger Landesregierung) 2011 3. Preis für ein Leopold-Kohr-Denkmal, Oberndorf

Quellen Baer-Bogenschütz, Dorothee: Interview mit Thomas Stadler. In: Kunstzeitung. Nr. 154. Regensburg 2009. ISSN 1431-2840. Berger-Klingler, Martina: Stille Nacht in Hallein. Hrsg. v. Tennengauer Kunstkreis. Hallein 2009. ISBN 978-3-9502570-8-3. Consiliul Județean Constanta, Fundatia Pro Arte: the brownbag. In: Amphion. Revista de Cultura. Constanta 2002. Seite 38-39. ISSN 1454-783X. Fundación Bilbao Arte: T-shArt Fashion Show. Ausstellungskatalog. Bilbao 2008. Galerie im Traklhaus: Einzelausstellungskatalog. 49. Ausstellung im Förderprogramm des Landes Salzburg. Salzburg 1994. Gugg, Anton: Kunstschauplatz Salzburg. Lexikon zur Malerei, Skulptur, Grafik und Fotografie seit 1945. Salzburg 2002; Seite 238. ISBN 3-7025-0453-2. Richter, Wolfgang: Karat – Ein Kunstprojekt oberhalb der Baumgrenze. In: Tauriska. Kalender und Magazin. Salzburg 1993. Seite: 91-99. ISBN 3-901257-03-9. Salzburger Kunstverein: Vielfalt und Einheit. Katalog zur 103. Jahresausstellung. Salzburg 1989/90. Wagner, Anselm (Hg.): Unbedingt. Spirituelle Tendenzen in der jungen Kunst Österreichs. Katalog. Wien, Salzburg, Graz 1990. ISBN 3-9500022-0-0. Wagner, Anselm: Vom Körper Malen. Klaus Hollauf, Christian Rausch, Thomas Stadler. Drei junge Maler aus Österreich. Ausstellungskatalog. Galerieinformation 73. Galerie an der Finkenstraße. München 1992. . Weingartner, Christian: Die Region als Bühne. Fotodokumente. Salzburg 1998. ISBN 3-9500613-1-2. Wimmer, Markus: Melancholia – Bilder am Ende des 20. Jahrhunderts. Ausstellungskatalog. Landshut, Essen, Trier 1997/1998.

Weblinks Website von Thomas Stadler

Einzelnachweise

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