mini|St. Marien in Emsdetten Die römisch-katholische Filialkirche St. Marien steht im Stadtteil Berge der Stadt Emsdetten im Kreis Steinfurt. Sie gehört zur Pfarrei St. Pankratius im Bistum Münster und trägt das Patrozinium der Mutter Jesu, Maria.
Beschreibung Die Innengestaltung des Kirchengebäudes zeichnet sich durch eine starke Zahlensymbolik aus. Weitere besondere Merkmale sind eine mittelalterliche Marienstatue sowie eine Krypta.
Geschichte Die St.-Marien-Kirche ist neben der evangelischen Martin-Luther-Kirche eine von zwei Kirchen, die im Jahr 1953 in Anbetracht der enorm angewachsenen Bevölkerung Emsdettens nach dem Zweiten Weltkrieg neu errichtet wurden. Gewidmet wurde die Kirche der Mutter Gottes, da das in Emsdetten bestehende Marienkrankenhaus bei Bombeneinschlägen in unmittelbarer Nähe am Vorabend des Rosenkranzfestes 1944 vor größeren Schäden an Gebäude und Personen verschont geblieben war.
Die Hembergener Kirchengemeinde (St. Servatius) wurde im November 2004 mit der Pfarrei St. Marien zusammengelegt, wobei die St.-Marien-Kirche die gemeinsame Pfarrkirche wurde. Im Dezember 2006 wurde die Pfarrei neu gegründet. Die Gemeinde Heilig Geist (Heilig-Geist-Kirche) kam hinzu und St. Marien blieb erneut Pfarrkirche. Im Jahr 2012 verlor sie ihre Eigenständigkeit als Pfarrei und wurde mit der Pfarrei St. Pankratius zusammengelegt. Dadurch entstand die zu diesem Zeitpunkt größte Pfarrei im Bistum Münster. Die Pfarrkirche ist heute somit die St.-Pankratius-Kirche.
Der Kirchenvorstand stellte bereits im Jahr 2017 einstimmig fest, dass aufgrund erschwerter finanzieller Rahmenbedingungen eine Reduzierung der Kirchen in der Pfarrei St. Pankratius unumgänglich sei. Mit Sitzung vom 11. Juni 2024 beschloss er, die St.-Marien-Kirche bis spätestens zum 30. Juni 2027 zu entwidmen. Zurzeit ist das Bistum Münster auf der Suche nach geeigneten Investoren für die Nachnutzung der Kirche. Diese sollen die „christlichen Grundwerte der Gemeinde respektieren und in ihren Konzepten berücksichtigen“.
Orgeln Hauptorgel mini|220x220px|alt=Orgel auf einer Empore in der Filialkirche St. Marien, gebaut von der Orgelbauwerkstatt Fischer und Krämer|Blick auf die Empore mit der Orgel
Die Orgel auf der Empore wurde 2003 von der Orgelbauwerkstatt Fischer + Krämer mit mechanischer Spiel- und elektrischer Registertraktur gebaut. Sie verfügt über 40 Register auf drei Manualen und Pedal. Alle Windladen sind als Schleifladen ausgeführt. Die Disposition lautet: I Hauptwerk C–g3 Bourdon 16′ Principal 8′ Viola da Gamba 8′ Gedeckt 8′ Octave 4′ Rohrflöte 4′ Quinte ′ Octave 2′ Cornet V 8′ Mixtur IV–VI ′ Trompete 8′ II Positiv C–g3 Rohrflöte 8′ Principal 4′ Blockflöte 4′ Sesquialter II ′ Doublette 2′ Scharff III-IV 1′ Cromorne 8′ Tremulant III Schwellwerk C–g3 Flute 8′ Bourdon 8′ Salicional 8′ Voix celeste 8′ Principal 4′ Flute octaviante 4′ Nazard ′ Flageolet 2′ Tierce ′ Sifflet 1′ Fourniture IV 2′ Basson 16′ Trompete harm. 8′ Hautbois 8′ Tremulant Pedal C–f1 Principalbass 16′ Subbass 16′ Octavbass 8′ Bourdon 8′ Choralbass 4′ Hintersatz IV ′ Bombarde 16′ Trompete 8′
Koppeln: II/I, III/I, III/II, I/P, II/P, III/P Spielhilfe: Setzeranlage
Krypta-Orgel In der Krypta der Kirche steht eine zweite Orgel; sie hat fünf Register auf einem Manual und Pedal. Gebaut wurde sie von Friedrich Fleiter mit mechanischen Trakturen und Schleifladen. Die Disposition lautet: Manual C–g3 Gedackt 8′ Oktave 4′ Prinzipal 2′ Quinte ′ Pedal C–f1 Sordun 16′
Koppel: Pedalkoppel
Literatur Heinrich Otten, Knut Stegmann, Michael Huyer: Kirchenbau nach 1945: Entwicklung und Bestand in Westfalen-Lippe (= Arbeitsheft der LWL-Denkmalpflege, Landschafts- und Baukultur in Westfalen. Nr. 21). Tecklenborg Verlag, Steinfurt 2026, S. 60, 70, 74–75, 154, 238. ISBN 978-3-949076-38-1, urn:nbn:de:hbz:6:2-224839.
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Einzelnachweise
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