Die 15. Kavallerie-Brigade war ein von 1818 bis 1914 bestehender Großverband der Preußischen Armee.
Geschichte Der Großverband wurde am 5. September 1818 als Kavallerie-Brigade der 16., dann der 15. Division in Köln aufgestellt. Ab dem 22. Dezember 1819 führte sie die Bezeichnung 15. Kavallerie-Brigade und bildete mit der 15. Infanterie- sowie der 15. Landwehr-Brigade die 15. Division des VIII. Armee-Korps in Koblenz. Ihr waren das 4. Dragoner-Regiment (Rheinisches) und das 7. Ulanen-Regiment (1. Rheinisches) unterstellt. Die Dragoner schieden 1850 aus und wurden durch das 8. Kürassier-Regiment ersetzt. An Stelle des 7. Ulanen-Regiments unterstand 1851/52 das 8. Ulanen-Regiment dem Kommando. Anschließend wurde das 7. Ulanen-Regiment wieder der Brigade unterstellt und diese zusätzlich durch das 8. schwere Landwehr-Reiter-Regiment sowie das 7. Landwehr-Husaren-Regiment verstärkt. Diese beiden Formationen schieden 1867 aus dem Brigadeverbund.
Deutscher Krieg Im Krieg gegen Österreich befand sich der Großverband 1866 als Reserve-Kavallerie-Brigade bei der Elbarmee und nahm am 28. Juni an der Schlacht bei Münchengrätz sowie am 3. Juli 1866 an der Schlacht bei Königgrätz teil.
Deutsch-Französischer Krieg Für die Dauer der Mobilmachung anlässlich des Krieges gegen Frankreich bildete der Brigadestab 1870/71 den Stab der aufgelösten 6. Kavallerie-Brigade, die sich ihrerseits zum Stab der 6. Kavallerie-Division formierte. Die Einheiten nahmen an der Schlacht bei Colombey, der Einschließung und Belagerung von Metz sowie den Kämpfen bei Noisseville, Amiens, Hallue, Sapignies, Bapaume und der Belagerung von Péronne teil.
Erster Weltkrieg Die Brigade wurde mit Beginn des Ersten Weltkriegs aufgelöst. Das Kürassier-Regiment „Graf Gessler“ (Rheinisches) Nr. 8 trat als Divisions-Kavallerie zur 15. Infanterie-Division, das Husaren-Regiment „König Wilhelm I.“ (1. Rheinisches) Nr. 7 zur 16. Infanterie-Division.
Kommandeure Dienstgrad Name DatumDermot Bradley (Hrsg.), Günter Wegner: Stellenbesetzung der Deutschen Heere 1815–1939. Band 1: Die Höheren Kommandostellen 1815–1939. Biblio Verlag, Osnabrück 1990, ISBN 3-7648-1780-1, S. 205f.Karl von Lehndorff26. Oktober 1818 bis 11. Januar 1824Karl Heinrich von Czettritz und Neuhaus12. Januar 1824 bis 29. März 1830Friedrich von Hellwig30. März 1830 bis 29. März 1839GeneralmajorKarl von Wolff30. März 1839 bis 21. Mai 1845August von Wolff22. Mai 1845 bis 26. April 1848 Oberst/GeneralmajorFerdinand von Kaphengst27. April 1848 bis 12. Juli 1854Oberst/GeneralmajorHermann von Gansauge13. Juli 1854 bis 11. November 1855Karl Bernhard von Stülpnagel12. November 1855 bis 10. Juni 1859Wilhelm von Raven 11. Juni 1859 bis 1. Juli 1862Wolf von Pfuel2. Juli 1862 bis 29. Oktober 1866Richard von Mirus30. Oktober 1866 bis 25. August 1871Alexander von Busse26. August 1871 bis 10. November 1876Karl von Eller-Eberstein11. November 1876 bis 11. Dezember 1882Udo von Westernhagen12. Dezember 1882 bis 10. März 1886Eduard Schmidt von Altenstadt11. März 1886 bis 16. April 1888OberstGerhard von Pelet-Narbonne17. April bis 14. Oktober 1888OberstHugo von Rosenberg15. Oktober 1888 bis 15. Januar 1890OberstAlbert Reichlin von Meldegg16. Januar 1890 bis 21. März 1891 OberstHans von Thümen22. März bis 15. Juni 1891 (mit der Führung beauftragt)Oberst/GeneralmajorHans von Thümen16. Juni 1891 bis 13. Juli 1895Oberst/GeneralmajorMaximilian von Hagenow14. Juli 1895 bis 21. Mai 1899OberstAugust Franz von Rodde22. Mai bis 15. November 1899 (mit der Führung beauftragt)Oberst/GeneralmajorAugust Franz von Rodde16. November 1899 bis 21. April 1902Oberst/GeneralmajorGeorg von Fritsch22. April 1902 bis 13. Juni 1906Oberst/GeneralmajorOtto Liman14. Juni 1906 bis 20. April 1911OberstAdolf von Storch21. April bis 15. Juni 1911 (mit der Führung beauftragt)Oberst/GeneralmajorAdolf von Storch16. Juni 1911 bis 29. Juni 1914OberstViktor von Rosenberg-Lipinsky30. Juni bis 1. August 1914 (mit der Führung beauftragt)GeneralmajorViktor von Rosenberg-Lipinski29. Januar bis 30. September 1919 (Demobilisierung)
Literatur Dermot Bradley (Hrsg.), Günter Wegner: Stellenbesetzung der Deutschen Heere 1815–1939. Band 1: Die Höheren Kommandostellen 1815–1939. Biblio Verlag, Osnabrück 1990, ISBN 3-7648-1780-1, S. 446–447. Claus von Bredow: Historische Rang- und Stammliste des deutschen Heeres. Verlag August Scherl, Berlin 1905, S. 496.
Einzelnachweise
15. Kavallerie-Brigade Kategorie:Gegründet 1818 Kategorie:Aufgelöst 1914