mini|Der Braunkohletagebau vor dem Kraftwerk Jänschwalde Die Unfreiwillige Feuerwehr war eine linksradikale Gruppe von Klimaschutzaktivisten, die seit 2020 mehrfach das Kohlekraftwerk Jänschwalde in der Lausitz blockierte. Der Name entlehnt sich den Freiwilligen Feuerwehren und sollte die Notwendigkeit der Reduktion von Emissionen aufgrund absehbarer Klimafolgen betonen. Blockade des Kraftwerks Jänschwalde Am 19. September 2022 blockierten die Aktivisten ab fünf Uhr morgens Gleisanlagen und Förderbänder im sogenannten Grabenbunker des Tagebaus. Aufgrund der gut zehnstündigen Blockade mussten laut LEAG zwei von vier Kraftwerksblöcken mit einer Gesamtleistung von einem Gigawatt heruntergefahren sowie weitere gedrosselt werden. Laut LEAG sei ein Schaden von mehreren Millionen Euro entstanden. Es kam zu keinen Stromausfällen. Insgesamt sollen 40 Personen beteiligt gewesen sein, von denen laut Gruppe acht in Gewahrsam genommen worden seien.
Eine Vertreterin der Gruppe gab zum Beweggrund an, der russische Überfall auf die Ukraine seit 2022 dürfe „nicht als Ausrede genutzt werden, um weiterhin an zerstörerischem fossilen Gas und Kohle festzuhalten“. Ein LEAG-Sprecher sprach von einem „Angriff auf die Versorgungssicherheit“, deren Verursacher laut Innenminister Michael Stübgen (CDU) „mit der Strom- und Wärmeversorgung von Krankenhäusern, Schulen und tausenden Haushalten“ spielten.
Urteilsfindung Das Amtsgericht Cottbus erließ gegen vier Beteiligte Untersuchungshaft wegen ausbleibender Angabe von Personalien, von denen zwei Personen zu vier Monaten Haft ohne Bewährung verurteilt wurden. Eine Berufung sowie der Antrag zur Verlegung des Prozesses in den Tagebau seitens der Angeklagten blieben ohne Erfolg.
Anfang Dezember 2022 beanstandeten das Komitee für Grundrechte und Demokratie und die Rote Hilfe die Haftbedingungen zweier Inhaftierter der Unfreiwilligen Feuerwehr. Die Gefangenen der JVA Luckau-Duben und Cottbus-Dissenchen seien demnach in bedeutend länger als medizinisch notwendiger Isolation inhaftiert worden, hätten erst verspätet medizinische Versorgung erhalten und keine Berücksichtigung spezifischer Ernährung erfahren.
Ein weiterer Prozess eines mutmaßlich Beteiligten dauert an. Kommentatoren merkten an, dass der erhobene Vorwurf der „Störung öffentlicher Betriebe“ „insofern [verblüffe] als die LEAG kein Staatsunternehmen ist, sondern zu einem tschechischen Konzern in Privatbesitz gehört“.
Trivia Ebenfalls ab September 2022 führten Laiendarsteller in Mitteldeutschland das Stück „Die unfreiwillige Feuerwehr“ auf.
Weblinks
UNFREIwillige Feuerwehr – Website der Gruppierung Social-Media-Profil der Gruppe (Mastodon)
Einzelnachweise
Kategorie:Organisation (Klimapolitik) Kategorie:Lausitzer Braunkohlerevier Kategorie:Ziviler Ungehorsam