Der Mini R50 (Eigenschreibweise: MINI) ist der unter Federführung der BMW Group von Rover entwickelte und Anfang 2001 erschienene Nachfolger des englischen Kleinwagens Mini von Alec Issigonis. Mit der Entwicklung des Mini begann die MG Rover Group bereits in den 1990er Jahren, vor der Übernahme durch BMW. Das Äußere und auch der Innenraum wurden dem klassischen Vorbild nachempfunden, aber die Größe entspricht einem heutigen Kleinwagen oder damaligem Modell der Kompaktklasse.
Modelle Konzept Der Mini hat ein anderes Raumkonzept als das zitierte Vorbild. Mit 3,64 m ist er deutlich länger. Der erste Mini wurde zur Zeit der Suezkrise als Treibstoff sparendes Auto für Leute mit wenig Geld und wenig Stellplatz konzipiert. So waren die Räder besonders klein, damit sie nicht weit in den Innenraum ragen.
Der neue Mini von BMW hingegen ist als sportliches Lifestyle-Fahrzeug mit Go-Kart-ähnlichem Fahrverhalten positioniert. Sein Design begann Frank Stephensonautodesignmagazine.com vom 28. April 2020, How I Redesigned the Mini, abgerufen am 5. Mai 2021. und wurde unter Gert Volker Hildebrand fertiggestellt.auto-motor-und-sport.de, Gert Volker Hildebrand (Archivlink), abgerufen am 5. Mai 2021.n-tv.de vom 31. Januar 2021, Mini-Facelift für den Mini, abgerufen am 8. April 2021.
Interne Typbezeichnungen Die Minis unter BMW haben unterschiedliche interne Bezeichnungen, analog der „E-Nummern“ von BMW. Bis 2012 wurden neue Modelle analog zu den Rover-Entwicklungscodes (z. B. Rover 75 = R40) aufgebaut.
Die internen Bezeichnungen dieser 1. Generation lauten: R50: Mini (Hatch): One, One D, Cooper (Juni 2001 bis August 2006) R52: Mini Cabrio: One, Cooper, Cooper S (Juli 2004 bis August 2008) R53: Mini (Hatch): Cooper S (März 2002 bis August 2006)
Modelle und Merkmale
Den neuen Mini gab es ab Juni 2001 in verschiedenen Ausstattungs- und Designvarianten: Mit Ottomotor gab es den Mini als One (66 kW/90 PS), Cooper (85 kW/116 PS) und Cooper S (120 kW/163 PS; mit Kompressor). Die drei 1,6-Liter-Reihenvierzylinder-Ottomotoren stammten von Tritec, einem Joint Venture von BMW und Chrysler, und wurden in Brasilien hergestellt. Ab 2003 als Mini One D („D“ für Diesel) zunächst mit 55 kW (75 PS), dessen Motor aus dem Toyota Yaris (XP10) stammt.
Die einzelnen Modelle sind an äußeren Merkmalen zu unterscheiden. Der Mini One und Mini One D hatten das Dach immer in Wagenfarbe und die Lamellen des Kühlergrills sowie die Außenspiegel in Schwarz lackiert. Der Mini One D hatte außerdem noch die „alten“ Front- und Heckschürzen, die bis zur Überarbeitung im Sommer 2004 auch beim Mini One und Cooper vorhanden waren. Beim Mini Cooper war das Dach wahlweise in Wagenfarbe, aber auch schwarz oder weiß, lackiert worden. Der Kühlergrill wurde verchromt.
Der Cooper S hatte einen Kühlergrill in Wagenfarbe, einen separaten Lufteinlass (eine Hutze auf der Motorhaube), einen zweiflutigen Auspuff sowie andere Front- und Heckschürzen. Des Weiteren unterscheiden sie sich durch ihre Motorisierung und durch Ausstattungsmerkmale. Im August 2004 wurde die Produktpalette einem Facelift unterzogen und um die Cabrio-Versionen erweitert.
Ließen Zuverlässigkeit und Verarbeitung anfangs zu wünschen übrig, so erreichte der Typ 2003 in der Pannenstatistik „Kleine Klasse“ des ADAC den 1. PlatzPannenstatistik – Deutsche Autos werden zuverlässiger auf spiegel.de, 29. April 2004 und 2004 den 2. Platz.
Mini Cabrio (R52) mini|Mini Cabrio (2004–2008)
Das Mini Cabrio wurde auf dem Genfer Auto-Salon 2004 vorgestellt. Auch an der Entstehung dieser Variante hat Gert Volker Hildebrand maßgeblich mitgearbeitet. Das Cabrio hat ein vollautomatisches Stoffverdeck, das ähnlich einem Schiebedach auch nur teilweise geöffnet werden kann. Die Heckklappe wird wie bei einem Pick-up nach unten geklappt, wie es schon bei dem ersten Mini war. Die Heckscheibe ist aus Glas und hat eine Scheibenheizung. Das Mini Cabrio wurde als One, Cooper und Cooper S eingeführt.
Sondermodelle Die Sondermodelle des Mini haben jeweils ein individuelles Ausstattungspaket, womit bei den Sondermodellen viele Ausstattungsextras als Serienausstattung dabei sind, die beim konventionellen Mini nur gegen Aufpreis zu haben sind. Sondermodelle gibt es, je nach Version, in fast allen Motorisierungsvarianten. Die Sondermodelle sind von außen durch entsprechende Bezeichnungen erkennbar.
Seit September 2005 wird das Leistungs-Kit von John-Cooper-Works (JCW) wahlweise auch ab Werk in den Mini Cooper S eingebaut. Bis dahin war das JCW-Kit nur als Zubehör verfügbar. Es umfasst neben der Leistungssteigerung auf 155 kW (211 PS) durch einen geänderten Kompressor auch ein mechanisches Sperrdifferenzial und eine geänderte Bremsanlage. Durch eine zusätzliche Klappe am Luftfilter, die sich ab 4500/min öffnet, und durch eine geänderte Auspuffanlage soll das Motorgeräusch kraftvoller wirken.
mini|Mini John Cooper Works (nachgerüstet) Drei weitere Sondermodelle waren seit Oktober 2005 auf dem Markt: Mini Seven Mini Park Lane Mini Checkmate
Ab Mai 2006 gab es das auf weltweit 2000 Fahrzeuge limitierte zweisitzige Sondermodell Mini Cooper S mit JCW GP-Kit. Es hat spezielle Räder, Front- und Heckschürzen, Seitenschweller, einen ebenen Unterboden, Aluminiumquerlenker, Recaro-Sportsitze und Spoiler, die teilweise aus kohlenstofffaserverstärktem Kunststoff gefertigt sind, sowie den auf 160 kW (218 PS) gesteigerten Motor des Mini Cooper S. Diesen Mini gibt es in nur einer Ausstattungsvariante: Karosserie in „thunderblue metallic“, Dach in „pure-silver“ und Außenspiegel in „chili-red“.
2007 erschien das Sondermodell Sidewalk für das Mini Cabrio.
Technische Daten Technische Daten Mini One Mini Cooper Mini Cooper S Mini John Cooper Works Mini John Cooper Works GP Mini One D Bauzeitraum 2001–2006 2002–2004 2004–2008 2005–2008 2006 2003–2003 2005–2006 Motortyp Tritec T16b3 Tritec T16b4 Toyota 1ND-TV Motor Ottomotor Dieselmotor Motorbauart Vierzylinder-Reihenmotor Ventilsteuerung SOHC, 16 Ventile SOHC, 8 Ventile Gemischaufbereitung Mehrpunkteinspritzung Common-Rail Motoraufladung - Kompressor, Eaton M45 Turbolader Hubraum 1598 cm³ 1364 cm³ Bohrung × Hub 77 mm × 85,8 mm 73 mm × 81,5 mm Verdichtung 10,6 : 1 8,3 : 1 19 : 1 17,9 : 1 Leistungbei min−1 66 kW (90 PS)bei 5500/min 85 kW (116 PS)bei 6000/min 120 kW (163 PS)bei 6000/min 125 kW (170 PS)bei 6000/min 155 kW (211 PS)bei 6950/min 160 kW (218 PS)bei 7100/min 55 kW (75 PS)bei 4000/min 65 kW (88 PS)bei 3800/min Drehmomentbei min−1 140 Nm bei 3000/min 150 Nm bei 4500/min 210 Nm bei 4000/min 220 Nm bei 4000/min 245 Nm bei 4500/min 250 Nm bei 4600/min 180 Nm bei 2000/min 190 Nm bei 1800/min Getriebe, Serie 5-Gang, Handschaltung 6-Gang, Handschaltung Getriebe, optional CVT - 6-Gang, Automatik - - - - Beschleunigung 0–100 km/h in s 10,9 [12,7] 9,2 [10,4] 7,4 7,2 [7,7] 6,8 6,5 13,5 11,9 Höchstgeschwindigkeit in km/h 181 200 218 222 230 240 165 175 Leergewicht in kg 1155 1165 1140 1215 1195 1175 1190 Tankinhalt in Liter 50 Verbrauch in l/100 km (ges.) 6,5 [7,7] 6,7 [7,7] 8,4 8,6 [9,0] - 8,6 4,8
* Werte in eckigen Klammern [ ] gelten für Fahrzeuge mit CVT-Automatik bzw. Sechsgang-Automatikgetriebe.
Lackfarben Folgende Lackfarben wurden über die Jahre hinweg angeboten: Aspen White2001–2006, nur Dach Pepper White2001–2006 Liquid Yellow2001–2006 Mellow Yellow2004–2008, nur Cabrio Solid Gold*2001–2006 Hot Orange*2004–2008, nur Cabrio Chili Red2001–2006 Solar Red*2005–2006 Velvet Red*2001–2006 Black Eyed Purple*2001–2006 Cool Blue*2004–2008, nur Cabrio Electric Blue*2001–2006 Hyper Blue*2001–2006 Indi Blue*2001–2006 Space Blue*2005–2006 British Racing Green*2001–2006 Silk Green*2001–2006 White Silver*2001–2006 Pure Silver*2001–2006 Dark Silver*2001–2006 Hot Chocolate*2001–2006 Astro Black*2001–2006 Cosmos Black*2001–2006 Black II2001–2006 * Metallic
Zulassungszahlen
Mini Challenge mini|Rennfahrzeug der Mini Challenge
Von 2004 bis 2011 gab es unter der Bezeichnung Mini Challenge eine eigene Rennsportserie für den Mini in Deutschland. Mit diesem Markenpokal wollte BMW primär Rennsporteinsteiger und Amateurpiloten als Teilnehmer ansprechen. Es durften nur Fahrzeuge eines speziell für die Serie entwickelten Modells eingesetzt werden. Veränderungen an den Fahrzeugen waren weitestgehend verboten. Bekanntheit erlangte die Serie u. a. durch die Teilnahme von Cora Schumacher; Nachfolgeserie ist die Mini Trophy.
Neben der Mini Challenge Deutschland und Schweiz gab oder gibt es Mini-Challenge-Serien auch im Vereinigten Königreich, Spanien, Australien, Neuseeland, Argentinien, Brasilien und Saudi-Arabien.
Literatur Othmar Wickenheiser: MINI DESIGN. Past Present Future, Motorbuch-Verlag, Stuttgart 2009, ISBN 978-3-613-03123-4.
Zeitleiste der Modelle
Weblinks
Einzelnachweise
R50 Kategorie:Kleinwagen Kategorie:Kombilimousine Kategorie:Cabriolet Kategorie:Retro-Design Kategorie:Pkw-Modell