Die Dummheit in der Malerei ist ein kunsttheoretisches Werk von Hans Platschek. Es erschien erstmals 1998. Die Entstehungszeit der Essays liegt zwischen 1966 und 1984.https://berlingeschichte.de/lesezei/blz99_06/text44.htm
Inhalt Das Buch beginnt mit einer Abhandlung zur Kunst des Nationalsozialismus. Es wird thematisiert, dass in den Amtsstuben keine gemalten Hitlerporträts hingen, sondern nur die Fotografie von Heinrich Hoffmann. Hitler sei von seiner Physiognomie zu mittelmäßig gewesen, um in einem Gemälde festgehalten zu werden.Hans Platschek: Die Dummheit in der Malerei Hamburg, Europäische Verlagsanstalt, 1998, ISBN 3-434-50443-5, S. 7 Außerdem werden die Ursprünge der nationalsozialistischen Kunst im kleinbürgerlichen Kunstgeschmack und zweitklassigen süddeutschen Landschafts- und Genremalern des 19. Jahrhunderts erwähnt. Aus dieser Zeit stammt auch das Wort Entartung, das 1893 von Max Nordau eingeführt worden ist.Hans Platschek: Die Dummheit in der Malerei Hamburg, Europäische Verlagsanstalt, 1998, ISBN 3-434-50443-5, S. 19
Danach geht Platschek über die anfängliche Ablehnung der modernen Kunst im Deutschland der Nachkriegszeit ein, was vom Schriftsteller Erich Kästner kritisiert worden ist. Die meisten Drohbriefe kamen aber von jungen Leuten wie Schülern und Studenten. Er wendet ein, dass die Kritik Kästners damals richtig gewesen sei, er aber nicht ahnen konnte, dass sich der Kunstgeschmack der späteren Jahrzehnte in die entgegengesetzte Richtung entwickelt hat. Hans Platschek: Die Dummheit in der Malerei Hamburg, Europäische Verlagsanstalt, 1998, ISBN 3-434-50443-5, S. 73
Über Joseph Beuys schreibt Platschek, dass er aus wertlosen Alltagsgegenständen am Kunstmarkt für viel Geld gehandelte Artefakte schafft, deren Wert nur von einer quasireligiösen Verehrung des Künstlers durch die Kunstsammler herrührt.Hans Platschek: Die Dummheit in der Malerei Hamburg, Europäische Verlagsanstalt, 1998, ISBN 3-434-50443-5, S. 84 Die Wesensfrage bei diesen Werken ist dabei, ob der Künstler die Konsumgesellschaft kritisieren will oder Gebrauchsgegenstände zu Kunstwerken erhöhen möchte.Hans Platschek: Die Dummheit in der Malerei Hamburg, Europäische Verlagsanstalt, 1998, ISBN 3-434-50443-5, S. 86
Am Beispiel des sozialistisch eingestellten Malers Hans Baluschek beschreibt Platschek das Dilemma der sozialistischen Theoretiker, nämlich die Diskrepanz zwischen der künstlerischen Avantgarde und dem durch seine Klassenzugehörigkeit an Kitsch gewöhnte Proletariat.Hans Platschek: Die Dummheit in der Malerei Hamburg, Europäische Verlagsanstalt, 1998, ISBN 3-434-50443-5, S. 118
Als weiteres Beispiel für seine These erwähnt Platschek die Bilder des Affen Congo, dem beigebracht worden ist, Pinsel und Farbe zu benutzen und stellt die Frage auf, inwieweit dies ein Argument sei, moderne Malerei relativieren zu können.Hans Platschek: Die Dummheit in der Malerei Hamburg, Europäische Verlagsanstalt, 1998, ISBN 3-434-50443-5, S. 143
Abschließend geht der Autor auch auf die Definition des Begriffs Dummheit ein, die Robert Musil geliefert habe. Dieser unterscheidet mehrere Arten davon und ihm sei die Dummheit der Halbgebildeten die schlimmste Dummheit.Hans Platschek: Die Dummheit in der Malerei Hamburg, Europäische Verlagsanstalt, 1998, ISBN 3-434-50443-5, S. 158
Kritik
Ausgaben Hans Platschek: Die Dummheit in der Malerei Hamburg, Europäische Verlagsanstalt, 1998, ISBN 3-434-50443-5 (DNB)
Weblinks Rezension von Berliner LeseZeichen
Einzelnachweise
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