Anaerosalibacter ist eine Gattung von Bakterien. Die Arten tolerieren hohe Temperaturen (thermotolerant) und relativ hohe Salzkonzentrationen (mäßig halophil). Bis Dezember 2025 wurden zwei Arten beschrieben, Anaerosalibacter bizertensis (Typusart) und Anaerosalibacter massiliensis-

Merkmale Die Zellen sind stäbchenförmig und treten einzeln oder in Paaren auf. Sie sind durch zwei oder drei seitlich eingesetzte Geißeln beweglich. Die Zellen bilden endständige Sporen. Die Zellen färben Gram-positiv und auch die Elektronenmikroskopie zeigt eine dicke, mehrschichtige Zellwand, wie es für Gram-positive Bakterien üblich ist.

Stoffwechsel und Wachstum Die Arten sind thermotolerant und mäßig halophil. Sie tolerieren keinen Sauerstoff (streng anaerob) und wachsen durch Fermentation von Kohlenhydraten. Anaerosalibacter bizertensis toleriert Temperaturen bis zu 50 °C und Anaerosalibacter massiliensis bis zu 45 °C. Anaerosalibacter bizertensis toleriert Salzgehalt von 0–10 %.

Es folgt eine Tabelle: +Anaerosalibacter bizertensisAnaerosalibacter massiliensisTolerierte Temperaturen25–55 °C37–45 °COptimale Temperatur40 °C37 °COptimaler NaCl-Gehalt0,5 %0,5 %Einige verwendete SubstratePyruvat, Succinat, GlucoseMannitol, Glucose, Arbutin, Laktose, Glykogen

Systematik Anaerosalibacter wurde 2012 von Raja Rezgui et al. erstbeschrieben. Die Gattung ist Mitglied der Familie Tissierellaceae, welche zum Phylum (Abteilung) Bacillota (früher als „Firmicutes“ bezeichnet) gehört. Eine nah verwandte Art ist Sporanaerobacter acetigenes in der gleichen Familie.

Ökologie Im Oktober 2024 umfasste die Gattung Anaerosalibacter zwei gültig benannte Arten: Anaerosalibacter bizertensis und A. massiliensis. Die erste Art wurde aus Lagertanks isoliert, in denen Abfälle gelagert wurden, die beim Recycling von ausrangierten Motorölen in Nord-Tunesien anfielen. Anaerosalibacter massiliensis wurde aus der Stuhlprobe eines 49-jährigen brasilianischen Mannes isoliert. Die Untersuchung fand im Rahmen einer Studie, die darauf abzielte, alle Bakterienarten des menschlichen Darmmikrobioms einzeln zu kultivieren. Eine 16S rRNA-Gen-Sequenzdiversitätsanalyse zeigte das Vorhandensein von Anaerosalibacter-Vertretern (A.massiliensis DSM:29482 und A. bizertensis 55-89) auch im Darm der Maus.

Weblinks

Einzelnachweise LPSN: Genus Anaerosalibacter Rezgui et al. 2012. NCBI Nucleotide: Anaerosalibacter AND mouse. Marie-Laure Fardeau, Jean-Luc Cayol, Bernard Ollivier: Anaerosalibacter (2019) In:

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