Die Seeschlacht bei Kronstadt (: Sjöslaget vid Kronstadt, : Красногорское сражение [Krasnogorskoje sraschenije]) war eine Schlacht zwischen schwedischen und russischen Streitkräften während des Russisch-Schwedischen Krieges von 1788 bis 1790, die vor Kronstadt im Finnischen Meerbusen ausgetragen wurde.
Vorgeschichte Unter dem Kommando von Prinz Karl, Bruder des schwedischen Königs Gustav III., lief die schwedische Flotte im April 1790 aus Karlskrona aus, um einen Überraschungsangriff auf einen russischen Flottenverband auszuführen, der unter Admiral Tschitschagow im Hafen von Reval überwintert hatte. In der folgenden Seeschlacht bei Reval (13. Mai 1790) wurden die Schweden (22 Linienschiffe und 4 Fregatten) durch die Russen (10 Linienschiffe und 5 Fregatten) besiegt. Die Schweden verloren dabei zwei Linienschiffe und mussten sich trotz ihrer zahlenmäßigen Überlegenheit zurückziehen.
Nachdem die durch die Schlacht entstandenen Schäden zum Teil behoben worden waren, segelte die schwedische Flotte in Richtung der Insel Hogland im Finnischen Meerbusen und wartete auf Befehle des Königs. Dieser hatte am 15. Mai 1790 bei der finnischen Hafenstadt Fredrikshamn (Seeschlacht bei Fredrikshamn) mit der schwedischen Schärenflotte ihren russischen Gegenpart besiegt. Um die Operationen der Schärenflotte an der Küste zu decken, befahl daher der König der schwedischen Flotte weiter in den Finnischen Meerbusen vorzudringen.
Die Schlacht Als sich die schwedische Flotte am 3. Juni 1790 Kronstadt (Insel Kotlin) näherte wurde sie durch das dort stationierte russische Geschwader, unter dem Kommando von Vizeadmiral Alexander Iwanowitsch von Kruse empfangen. Das anschließende ergebnislose Gefecht, der beiden etwa gleich starken Flotten, dauerte vier Stunden. Im Laufe des Tages kam es zu mehreren weiteren ergebnislosen Zusammenstößen zwischen beiden Flotten, wie auch am Folgetag.
Der russische Befehlshaber Vizeadmiral Kruse hatte offenbar nicht die Absicht, die schwedische Flotte tatsächlich anzugreifen, sondern wartete auf weitere Verstärkungen. Nachdem diese Prinz Karl gemeldet wurden, zogen sich die Schweden zurück und die russischen Geschwader konnten sich am 6. Juni vereinigen. Mit diesen Kräften war es den Russen möglich die Schweden im sogenannten Spießrutenlauf von Wiborg vom 2. bis 5. Juli 1790 mit schweren Verlusten für diese zu schlagen.
Flotten Schweden Schiff Kanonen Kommandant Verluste Anmerkungen getötet verwundet InsgesamtLinienschiffe Vladislaff 74 Konung Gustaf III 70 Flaggschiff von Kommodore Klint Konung Adolf Fredrik 70 Flaggschiff von Konteradmiral Modee Drottning Sofia Magdalina 70 Flaggschiff von Kommodore Lejonankar Göta Lejon 70 Drottning Lovisa Ulrica 70 Enigheten 70 Hedwig Elisabet Charlotta 62 Dristigheten 62 Rättvisan 62 Ömheten 62 Forsiktigheten 62 Fäderneslandet 62 Prins Ferdinand 62 Dygden 62 Äran 62 Tapperheten 62 Prins Frederik Adolf 62 Manligheten 62 Vasa 60 Finland 60 Fregatten und Sonstige Uppland 44 Gripen 44 Galatea 40 Eurydice 40 Fröja 40 Camilla 40 Thetis 40 Zemire 40 Illerim 34 Jaramas 34 Jarislavitz 32 Hector 26 Ulla Fersen 18 Flaggschiff von Prinz Karl 21 Zweidecker, 12 Fregatten und weitere 9 kleinere Fahrzeuge
Russland Schiff Kanonen Kommandant Verluste Anmerkungen getötet verwundet Insgesamt Linienschiffe Ioann Krestitel’ 108 5 13 18 Flaggschiff von Vizeadmiral Kruse Dvu-na-desat’ Apostolov 108 10 22 32 Flaggschiff von Vizeadmiral Sukhotin Trekh Ierarkhov 108 15 14 29 Flaggschiff von Konteradmiral Povalishin Sviatoi Ravno-apostol‘nyi Kniaz‘ Vladimir 108 7 34 41 Sviatoi Nikolai Chudotvorets 108 1 2 3 Iezekiil 78 4 5 9 Ioann Bogoslov 74 Pobedoslav 74 4 7 11 Prints Gustav 70 1 2 3 Veslav 74 1 13 14 Sysoi Velikii 74 0 41 41 Sviatoi Pyotr 74 12 13 25 Tsar’ Konstantin 74 2 16 18 Panteleimon 66 9 19 28 Sviatoi Ianuarii 66 6 20 26 Ne Tron’ Menia 66 1 2 3 Amerika 66 10 26 36 Fregatten Briachislav 38 0 0 0 Mstislavets 44 0 0 0 Pomoshchnyi 38 0 0 0 Arkangel Gavrill 38 0 0 0 Nikloai 38 Mariia 38 Aleksandr 38 Pawel 38 Ekaterina 38 Elena 38 Konstantin 38 Aleksandra 38 5 Dreidecker, 12 Zweidecker, 12 Fregatten und weitere 2 kleinere Fahrzeuge
Literatur
Weblinks Battle of Krasnaya Gorka, 3rd June 1790 auf threedecks.org
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