Die Walköpfe (Cetomimidae; griech. ketos „Wal“, mimos „Nachahmer“) sind eine Familie von Tiefseefischen. Sie sind in den Meeren der südlichen Hemisphäre weit verbreitet und gehen bis in eine Tiefe von 3500 Metern.
Merkmale Walköpfe fallen durch ihr großes, tief gespaltenes Maul auf und haben oft eine tief rote oder orange Farbe. Licht dieser Wellenlänge wird schon in oberen Wasserschichten herausgefiltert, so dass sie in der Tiefe tief schwarz erscheinen. Rücken- und After-Flosse befinden sich weit hinten am Körper, Bauchflossen fehlen. Die Tiere haben keine Schwimmblase. Angepasst an das Leben in großen Tiefen haben die Fische nur sehr kleine Augen, aber ein sehr gut entwickeltes Seitenlinienorgan. Ihre lockere, unbeschuppte Haut und der Mangel an Leuchtorganen unterscheiden sie von den anderen Walkopfartigen. Die größte Art, Gyrinomimus grahami, erreicht eine Länge von 39 Zentimetern.
Zwischen Weibchen und Männchen der Walköpfe besteht ein so starker Geschlechtsdimorphismus, dass die Männchen als selbständige, „Megalomycteridae“ genannte Fischfamilie beschrieben wurden. Männchen werden maximal 3,5 Zentimeter lang. Außerdem weichen die Larven der Cetomimidae anatomisch so stark von den ausgewachsenen Tieren ab, dass auch für sie eine eigene Fischfamilie aufgestellt wurde, die Wunderflosser (Mirapinnidae). So wurden z. B. die Männchen von Cetostoma regani als „Cetomimoides parri“, die Larven als „Parataeniophorus gulosus“ beschrieben. Die Zusammenhänge wurden erst im Jahr 2009 erkannt. Daniel Lingenhöhl: Aus drei mach eins, Extreme Geschlechterunterschiede in Tiefsee enthüllt. Beitrag bei wissenschaft-online.de vom 21. Januar 2009.G. David Johnson, John R. Paxton, Tracey T. Sutton, Takashi P. Satoh, Tetsuya Sado, Mutsumi Nishida & Masaki Miya: Deep-sea mystery solved: astonishing larval transformations and extreme sexual dimorphism unite three fish families. Biol. Lett. 23 April 2009 vol. 5 no. 2 235-239
Lebensweise Walköpfe ernähren sich von allerlei Krebstieren. Ihre Mägen sind extrem dehnbar, so dass sie auch größere Beute verschlucken können. Da der einzige Zweck der Männchen ist, Samenzellen zu liefern, lohnt sich ein stärkeres Größenwachstum nicht. Die Weibchen dagegen werden größer, um möglichst viele Eizellen zu bilden. Wie viele Tiefseefische machen die Walköpfe im Tagesablauf eine Vertikalwanderung mit. Jeden Abend wandern sie in Wasserschichten oberhalb von 700 Meter, um bei Tagesanbruch wieder in den Tiefen zu verschwinden. Jungtiere scheinen flacheres Wasser zu bevorzugen.
Systematik Es gibt über 30 Arten in 14 Gattungen. mini|Cetomimus hempeli mini|Ditropichthys storeri mini|Gyrinomimus grahami mini|Mirapinna esau, postlarvales Jungfischstadium
Ataxolepis Ataxolepis apus Myers & Freihofer, 1966 Ataxolepis henactis Goodyear, 1970 Cetichthys Cetichthys indagator (Rofen, 1959) Cetichthys parini Paxton, 1989 Cetomimus Cetomimus compunctus Abe, Marumo & Kawaguchi, 1965 Cetomimus craneae Harry, 1952 Cetomimus gillii Goode & Bean, 1895 Cetomimus hempeli Maul, 1969 Cetichthys indagator (Rofen, 1959) Cetomimus kerdops Parr, 1934 Cetomimus picklei (Gilchrist, 1922) Cetomimus teevani Harry, 1952 Cetostoma Cetostoma regani Zugmayer, 1914 Danacetichthys Danacetichthys galathenus Paxton, 1989 Ditropichthys Ditropichthys storeri (Goode & Bean, 1895) Eutaeniophorus Eutaeniophorus festivus (Bertelsen & Marshall, 1956) Gyrinomimus Parr, 1934 Gyrinomimus alepis Su & Ho, 2026 Gyrinomimus amaokai Su & Ho, 2026 Gyrinomimus andriashevi Fedorov, Balushkin & Trunov, 1987 Gyrinomimus bruuni Rofen, 1959 Gyrinomimus grahami Richardson & Garrick, 1964 Gyrinomimus johnpaxtoni Su & Ho, 2026 Gyrinomimus johnsoni Su & Ho, 2026 Gyrinomimus myersi Parr, 1934 Gyrinomimus parri Bigelow, 1961 Megalomycter Megalomycter teevani Myers & Freihofer, 1966 Mirapinna Mirapinna esau Bertelsen & Marshall, 1956 Notocetichthys Notocetichthys trunovi Balushkin, Fedorov & Paxton, 1989 Parataeniophorus Bertelsen & Marshall, 1956 Parataeniophorus brevis Bertelsen & Marshall, 1956 Rhamphocetichthys Rhamphocetichthys savagei Paxton, 1989 Vitiaziella Vitiaziella cubiceps Rass, 1955
Quellen Literatur Joseph S. Nelson: Fishes of the World, John Wiley & Sons, 2006, ISBN 0-471-25031-7
Einzelnachweise Yo Su, John R. Paxton, Hsuan-Ching Ho: Four new species of the whalefish genus Gyrinomimus Parr, 1934, with the establishment of three new species groups (Beryciformes, Cetomimidae). ZooKeys 1279: 57-95. doi: 10.3897/zookeys.1279.171946
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Kategorie:Schleimkopfartige Kategorie:Tiefseefisch