Die Liste der Stolpersteine in Horb am Neckar beschreibt besondere Pflastersteine in Gehwegen, die an die Opfer der nationalsozialistischen Diktatur in Horb am Neckar im baden-württembergischen Regierungsbezirk Karlsruhe in Deutschland erinnern sollen. Die Stolpersteine wurden vom Künstler Gunter Demnig konzipiert und werden von ihm in fast ganz Europa verlegt.
Bis 1936 war Horb Sitz eines Rabbinats. Dr. Abraham Schweizer war Rabbiner der Gemeinde. Nach ihm wurde in Horb ein Platz benannt und für ihn in Stuttgart, an der Gymnasiumstraße 23, ein Stolperstein verlegt. Heute ist bekannt, dass 125 Jüdinnen und Juden aus Rexingen deportiert wurden. Nicht für alle wurden bisher Stolpersteine verlegt.
Verlegte Stolpersteine Horb am Neckar In Horb am Neckar wurden zumindest neun Stolpersteine an vier Adressen verlegt.
Stolperstein Inschrift Verlegeort Name, Leben HIER WOHNTEALICE ESSLINGERGEB. STERNJG. 1905DEPORTIERT 1941RIGAERMORDET Gutermannstraße 7Horb am Neckar , geborene Stern (1905–1941/45)Ehemalige Synagoge Rexingen: Viktor und Alice Esslinger geb. Stern und Helmut Esslinger 1941 nach Riga deportiert, abgerufen am 1. Oktober 2024 HIER WOHNTEHELMUT ESSLINGERJG. 1936DEPORTIERT 1941RIGAERMORDET Gutermannstraße 7Horb am Neckar (1936–1941/45) HIER WOHNTEVIKTOR ESSLINGERJG. 1897DEPORTIERT 1941RIGAERMORDET Gutermannstraße 7Horb am Neckar (1897–1941/45) HIER WOHNTEMARIA LEINSJG. 1922VERHAFTETWEGEN RASSENSCHANDERAVENSBRÜCKERMORDET 1945 Hirschgasse 10Horb am Neckar (1922–1945)Ehemalige Synagoge Rexingen: Stolpersteinverlegung für Maria Leins am 15. September 2012 in Horb am Neckar, Hirschgasse 10, abgerufen am 2. Oktober 2024Stolperstein zum Hören in SWR2, abgerufen am 2. Oktober 2024 HIER WOHNTEEUGEN ROHRERJG. 1864EINGEWIESEN 1903MEHRERE HEILANSTALTEN'VERLEGT' 3.6.1940ERMORDET 3.6.1940GRAFENECKAKTION T4 Marktstraße 4Horb am Neckar (1864–1940)Ehemalige Synagoge Rexingen: Stolpersteinverlegung für Eugen Rohrer am 26. November 2011 in Horb, Marktstraße 4, abgerufen am 2. Oktober 2024 HIER WOHNTEFANNY WÄLDERGEB. HIRSCHJG. 1894FLUCHT 1933FRANKREICHINTERNIERT DRANCYDEPORTIERT 1943ERMORDET INAUSCHWITZ Neckarstraße 45Horb am Neckar , geborene Hirsch (1894–1943/45)Ehemalige Synagoge Rexingen: Stolpersteinverlegung für Viktor, Fanny, Ruth und Heinz Simon Wälder am 15. September 2012 in Horb am Neckar, Neckarstraße 45, abgerufen am 1. Oktober 2024 HIER WOHNTEHEINZ SIMONWÄLDERJG. 1925FLUCHT 1933FRANKREICHINTERNIERT DRANCYDEPORTIERT 1943ERMORDET INAUSCHWITZ Neckarstraße 45Horb am Neckar (1925–1943/45) HIER WOHNTERUTH WÄLDERJG. 1922FLUCHT 1933FRANKREICHINTERNIERT DRANCYDEPORTIERT 1943ERMORDET INAUSCHWITZ Neckarstraße 45Horb am Neckar (1922–1943/45) HIER WOHNTEVIKTOR WÄLDERJG. 1884FLUCHT 1933FRANKREICHINTERNIERT DRANCYDEPORTIERT 1943ERMORDET INAUSCHWITZ Neckarstraße 45Horb am Neckar (1884–1943/45)
Mühringen In Mühringen wurden zumindest neun Stolpersteine an fünf Adressen verlegt. Stolperstein Inschrift Verlegeort Name, Leben HIER WOHNTESALOMON SALYELSÄSSERJG. 1874DEPORTIERT 1942THERESIENSTADTERMORDET INTREBLINKA Schloßstraße 1Mühringen (1874–1942/45)Ehemalige Synagoge Rexingen: Stolpersteinverlegung für Salomon und Sofie Elsässer am 15. September 2012 in Horb-Mühringen, Schloßstraße 1, abgerufen am 1. Oktober 2024 HIER WOHNTESARA SOFIEELSÄSSERGEB. SCHWARZJG. 1874DEPORTIERT 1942THERESIENSTADTERMORDET INTREBLINKA Schloßstraße 1Mühringen , geborene Schwarz (1882–1942/45) HIER WOHNTEEMMAFEIGENHEIMERGEB. SCHWARZJG. 1883DEPORTIERT 1941RIGAERMORDET BurggasseMühringen , geborene Schwarz (1883–1941/45)Ehemalige Synagoge Rexingen: Stolpersteinverlegung für Emma Feigenheimer am 26. November 2011 in Horb-Mühringen, Burggasse, abgerufen am 1. Oktober 2024 HIER WOHNTEKLARA HAARBURGERGEB. LEVIJG. 1879DEPORTIERT 1942THERESIENSTADTTOT 10.12.1942 Graf-Gerold-Straße 30Mühringen (1879–1942)Ehemalige Synagoge Rexingen: Stolpersteinverlegung für Klara und Max Haarburger am 26. November 2011 in Horb-Mühringen, Graf-Gerold-Straße, abgerufen am 3. Oktober 2024 HIER WOHNTEMAX HAARBURGERJG. 1879DEPORTIERT 1942THERESIENSTADTERMORDET INAUSCHWITZ Graf-Gerold-Straße 30Mühringen , geborene Levi (1879–1942) HIER WOHNTEPEPPIOPPENHEIMERJG. 1865DEPORTIERT 1942THERESIENSTADTERMORDET Schlossstraße 12Mühringen (1865–1942/45)Ehemalige Synagoge Rexingen: Stolpersteinverlegung für die Geschwister Peppi und Thekla Oppenheimer am 15. September 2012 in Horb-Mühringen, Schloßstraße 12, abgerufen am 2. Oktober 2024 HIER WOHNTETHEKLAOPPENHEIMERJG. 1869DEPORTIERT 1942THERESIENSTADTERMORDET INTREBLINKA Schlossstraße 12Mühringen (1869–1942) HIER WOHNTEMARTHA SCHWARZJG. 1897DEPORTIERT 1941RIGAERMORDET 1942 Graf-Gerold-Straße 32Mühringen wurde am 7. Oktober 1897 in Mühringen geboren. Ihre Eltern, Albert Schwarz und Hannchen, geborene Esslinger, führten ein gut gehendes Lebensmittel- und Manufakturwarengeschäft an der Hauptstraße, heute Graf-Gerold-Straße. Martha Schwarz war das fünfte Kind der Familie, zu ihren Geschwistern zählten Emma, später verheiratete Feigenheimer, und Sofie, später verheiratete Elsässer. Martha Schwarz blieb unverheiratet. Sie führte gemeinsam mit ihrem Schwager Salomon Elsässer ein Schuh- und Textiliengeschäft und wohnte in einem Haus, welches sie von ihrem anderen Schwager, Julius Feigenheimer, erworben hatte. Ende der 1930er Jahre mussten die noch in Mühringen lebenden Juden ihre Häuser verlassen, sie wurden im Feigenheimer-Haus in der Burggasse einquartiert. Im April 1942 wurden sie nach Rexingen zwangsumgesiedelt. Die Liegenschaften wurden „arisiert“. Martha Schwarz wurde am 1. Dezember 1941 gemeinsam mit ihrer inzwischen verwitweten Schwester Emma Feigenheimer nach Riga deportiert, wo sie im Januar 1942 ums Leben kam.Ehemalige Synagoge Rexingen: Martha Schwarz 1941 nach Riga deportiert., abgerufen am 2. Oktober 2024 HIER WOHNTEKARL STEINHARTERJG. 1880DEPORTIERT 1941RIGAERMORDET Graf-Gerold-Straße 30Mühringen wurde am 22. Oktober 1880 in Mühringen als viertes Kind des Viehhändlers Sußmann Steinharter und Klara, geborene Levi, geboren. Zwei seiner Geschwister waren bereits im Kindesalter gestorben. Karl wuchs gemeinsam mit seiner älteren Schwester Julie (geboren am 4. April 1878) auf. Nach der Schule ergriff er den gleichen Beruf wie sein Vater. 1909 heiratete Karl Steinharter Selma Erlanger, geboren am 24. April 1887 in Ichenhausen bei Günzburg. Am 25. Juni 1910 wurde Sohn Siegfried geboren, der später auch Tierhändler werden sollte. Die Familie wohnte an der Adresse Unten Im Dorf Haus Nr. 48, heute Graf-Gerold-Straße 33, in jenem Haus, das schon Vater und Großvater von Karl Steinharter gehört hatte. Im Ersten Weltkrieg diente er als Soldat. 1940 starben seine Frau und seine Mutter. Karl Steinharter selbst wurde am 1. Dezember 1941 nach Riga deportiert und in der Folge ermordet.
Die Schwester von Karl Steinharter wanderte Anfang des Jahrhunderts nach Amerika aus und heiratete 1903 in Washington Adolf Berlizheimer aus Mühringen. Das Ehepaar kehrte nach einigen Jahren wieder nach Mühringen zurück. Adolf Berlizheimer verstarb 1910. Seine Witwe floh im April 1940 in die USA.
Sohn Siegfried schloss sich 1938 der Rexinger Auswanderergruppe nach Palästina an und konnte sich rechtzeitig in Sicherheit bringen. Er gehörte zu den Gründern von Schawe Zion, einem Dorf im Norden Palästinas.Ehemalige Synagoge Rexingen: Karl Steinharter 1941 nach Riga deportiert., abgerufen am 2. Oktober 2024
Nordstetten In Nordstetten wurden zumindest zwei Stolpersteine an einer Adresse verlegt. Stolperstein Inschrift Verlegeort Name, Leben HIER WOHNTEMINAAUERBACHERGEB. SCHWABJG. 1888DEPORTIERT 1942THERESIENSTADTERMORDET INTREBLINKA Hauptstraße 50/1Nordstetten , geborene Schwab, wurde am 29. März 1888 als uneheliche Tochter von Jeanette Schwab in Haigerloch geboren. Vermutlich im Jahre 1928 heiratete sie den Witwer Sigmund Auerbacher, der aus erster Ehe zwei bereits erwachsene Kinder hatte. Die Ehe von Mina und Sigmund Auerbacher blieb kinderlos. 1933 lebten in Nordstetten gerade noch zwölf jüdische Bürger. Die Abwanderung in die Städte hatte 1925 zur Auflösung der Gemeinde und zum Verkauf der Synagoge geführt. 1934 fand die letzte Beerdigung auf dem jüdischen Friedhof statt. 1941 lebten nur noch drei Menschen jüdischen Glaubens in Nordstetten, das Ehepaar Auerbacher und die Witwe Betty Levi. Im Juni dieses Jahres wurden sie gezwungen ihre Häuser zu verlassen und nach Rexingen umzuziehen. Die Witwe starb im Januar 1942, Mina Auerbacher und ihr Ehemann mussten in einer Zimmer-Küche-Wohnung im Haus der Auguste Löwenstein leben, die Ende 1941 nach Riga deportiert wurde. Am 21. August 1942 wurde das Ehepaar Auerbacher über Stuttgart in das KZ Theresienstadt und von dort am 26. September 1942 in das Vernichtungslager Treblinka deportiert. Mina Auerbacher und ihr Mann wurden kurz nach ihrer Ankunft in einer Gaskammer ermordet.
Stiefsohn und Stieftochter konnten rechtzeitig in der Vereinigten Staaten flüchten.Ehemalige Synagoge Rexingen: Stolpersteinverlegung für Mina und Sigmund Auerbacher am 26. November 2011 in Horb-Nordstetten, Hauptstraße 50/1, abgerufen am 1. Oktober 2024 HIER WOHNTESIGMUNDAUERBACHERJG. 1869DEPORTIERT 1942THERESIENSTADTERMORDET INTREBLINKA Hauptstraße 50/1Nordstetten , wurde am 9. Mai 1869 in Nordstetten geboren. Seine Eltern waren Samuel Auerbacher (1835–1912) und Lena, geborene Reinauer (1841–1925). Er ist als Metzger eingetragen, doch betrieb er ein Handelsgewerbe mit Ölen, Fetten, Häuten und Seifen. Im Jahr 1901 heiratete er Celine Levy, zuerst standesamtlich, wenige Tage später in der Synagoge. Sie kauften ein Haus und bezogen es 1901. Das Paar bekam drei Kinder, das erste Kind, Sally, starb 1902 nur wenige Tage nach der Geburt. Sohn Alfred wurde 1903 geboren, 1908 Tochter Hermine. Im Jahr 1926 starb Celine Auerbacher, vermutlich zwei Jahre später heiratete Auerbacher Mina Schwab, diese Ehe blieb, auch auf Grund des schon fortgeschrittenen Alters von Sigmund Auerbacher, ehelos. In Folge der Reichspogromnacht am 9. November 1938 wurde er verhaftet und in das KZ Dachau verschleppt, am 17. Dezember 1938 wurde er wieder entlassen. Sein Handelsgewerbe durfte er nicht mehr fortführen. Im Jahr 1941 lebten nur noch drei Menschen jüdischen Glaubens in Nordstetten, die Auerbachers und die Witwe Betty Levy. Sie wurden nach Rexingen zwangsumgesiedelt und mussten zu dritt in einer kleinen Wohnung im Haus der Auguste Löwenstein leben. Das Mobiliar der Auerbachers wurde vermutlich zu Schleuderpreisen verkauft. Auguste Löwenstein wurde Ende 1941 nach Riga deportiert, Betti Levi starb. Sigmund Auerbacher und seine Frau wurden am 21. August 1942 über Stuttgart in das KZ Theresienstadt deportiert, von dort am 26. September in das Vernichtungslager Treblinka überstellt und dort kurz nach der Ankunft ermordet.
Seine beiden Kinder waren rechtzeitig in die USA geflüchtet, Alfred Auerbach (er änderte seinen Namen von Auerbacher zu Auerbach) und Hermine Miller stellten 1955/56 einen Restitutionsantrag. Die Geschwister waren zu diesem Zeitpunkt noch kinderlos.
Rexingen In Rexingen wurden zumindest 29 Stolpersteine an zwölf Adressen verlegt.