Dieser Artikel hat den FC Wil in der Saison 1992/93 zum Thema. Die Saison war die erste Saison in der zweithöchsten Spielklasse (Nationalliga B), nach 38 Jahren.

Ausgangslage Der FC Wil war in der Saison 1991/92 in die zweithöchste Liga, die Nationalliga B, aufgestiegen, nachdem er mit seinem Trainer Christian Gross von der 2. Liga bis in die NLB zweimal hintereinander aufgestiegen war.FC Wil von Aufstieg zu Aufstieg. In: FC Wil allgemein › Dokumente. Wiler Jahrbuch, Wil 1992/93. Auf Wilnet.ch (PDF; 35,4 kB), abgerufen am 22. Oktober 2025. Der Aufstieg der Wiler bedeutete die erste Wiler Saison in der zweithöchsten Liga seit der Saison 1953/54, also seit über 38 Jahren. Die Nationalliga B war damals in zwei Gruppen aufgeteilt. Die Wiler wurden der Ost-Gruppe zugeordnet. Die Wiler Mannschaft bestand aus reinen Amateuren rund um den Spielertrainer Christian Gross, der damals selbst noch im Nebenjob bei der Sportartikelfirma «Blacky» arbeitete.

Saisonverlauf Qualifikationsrunde Das erste NLB-Spiel nach über 38 Jahren absolvierten die Wiler am 19. Juli 1992 auswärts beim FC Wettingen. Das Aufeinandertreffen endete torlos. In der zweiten Runde trafen die Wiler zuhause auf den FC Winterthur. Die Eulachstädter führten bereits nach der ersten Halbzeit mit 0:1, die Wiler konnten per Foulpenalty noch den Anschlusstreffer zum 1:2 erzielen. Beide Treffer für Winterthur erzielte der spätere Wil-Sportchef und Axel Thoma. In der dritten Runde spielten die Wiler beim FC Emmenbrücke, das Spiel gewannen die Wiler 0:2, beide Tore erzielte Patrick Tarnutzer. Am Schweizer Nationalfeiertag gewannen die Äbtestädter zuhause gegen Brüttisellen gleich mit 4:0. Als Gast im Tessin bei der AC Bellinzona konnten die Wiler ein knappes 2:2 erreichen. Rocco Bianchi schrieb für das Tessiner Giornale del Popolo, dass sich das Unentschieden wie eine Niederlage anfühle. Die resignierenden Granata hätten die Wiler faktisch zur Punkteteilung eingeladen. So eine Leistung sehe man nicht einmal in der 5. Liga, meinte Bianchi zu einzelnen Aktionen der Tessiner Teams. («Roba che non si vede più neppure in Quinta Lega.») Auch in der nächsten Runde drei Tage später kamen die Wiler nicht über ein 2:2-Unentschieden, dieses Mal gegen Kriens, hinaus. Beim nächsten Heimspiel fielen zwar keine Tore, allerdings wurde mit 4400 ein neuer Stadionrekord aufgestellt. Auswärts beim FC Schaffhausen spielten die Wiler mit einem 1:1 erneut unentschieden. Zuhause gegen Chur gewannen sie Ende August 2:0. Auch das Gastspiel in Baden konnten die Wiler mit 0:3 locker für sich entscheiden. Das Heimspiel gegen den FC Locarno verloren sie allerdings mit 0:2. Eine Woche später verloren die Wiler wieder ein Heimspiel 0:2 gegen den FC Wettingen. In Winterthur erlitten sie eine Woche später nochmals eine Niederlage, als sie vor 1800 Zuschauern 3:0 unterlagen. Die Negativserie konnten die Wiler eine Runde später zuhause gegen Emmenbrücke beenden, als sie 3:0 gewannen. Wil platzierte sich mit dem Sieg auf dem sechsten Platz und damit auf einem Qualifikationsplatz für die Auf-/Abstiegsrunde. In Locarno spielten die Wiler nach einem Ausgleich in der 42. Minute per Penalty durch Thomas Buhl 1:1. Der Punktgewinn wurde von der Sportinformation Si als «überraschend» eingestuft. Auswärts beim FC Brüttisellen gewannen die Äbtestädter 0:2. Auch gegen die AC Bellinzona gewannen die Wiler mit 3:0. Das für den 31. Oktober geplante Spiel beim SC Kriens wurde auf den 10. November verschoben. Das Spiel in Kriens ging schliesslich 1:1 aus. Das Spiel am 8. November gegen den FC Luzern ging vor 3900 Zuschauern torlos zu Ende. Beim Spiel gegen den FC Schaffhausen am 14. November verloren die Wiler 1:2. Damit schloss der Verfolger FC Baden mit einem 3:1-Sieg wieder punktegleich zum FC Wil auf, der sich aufgrund des besseren Torverhältnisses allerdings auf dem sechsten Platz platzierte. Beim FC Chur konnten die Wiler zwar mit 1:2 gewinnen, allerdings wurden gleich zwei Wil-Spieler vom Tessiner Schiedsrichter Francesco Bianchi vom Platz verwiesen, Schneider wegen einer Tätlichkeit, Rico Fuchs anschliessend wegen einer Notbremse. Das letzte Spiel der Qualifikationsrunde besuchten in Wil 3800 Zuschauer. Sie sahen gegen den FC Baden ein 2:0. Der Verein platzierte sich damit auf dem fünften Platz und qualifizierte sich somit als Aufsteiger bereits für die Auf-/Abstiegsrunde.

Ende Jahr kam es nochmals zu etwas Drama im Verein. Stürmer Ruedi Hasler, der als Chefkassier bei der Münchwilener Raiffeisenbank arbeitete, war überraschend ins Ausland geflüchtet. Er habe vorher eine Million Franken unterschlagen. Die Zahl wurde spöter nach unten korrigiert. Schliesslich kündigte sogar Christian Gross an, Ruedi Hasler persönlich zurück in die Schweiz zu holen. Hasler wurde 1997 in Thailand verhaftet und zeigte Reue.

Auf-/Abstiegsrunde NLA/NLB Die Wiler starteten zuhause gegen Chênois und verloren 0:1. Gegen den FC Basel, der damals in der NLB Gruppe West spielte, erreichten die Wiler ein 1:1-Unentschieden. Beim Heimspiel gegen den FC Locarno gingen die Wiler gleich mit 0:4 unter. Gemäss dem Giornale del Popolo schafften sie es nicht, dem Pressing von Locarno etwas entgegenzustellen. Gegen den FC Luzern verloren die Wiler auf der Luzerner Allmend mit 4:0. Stefan Wolf erzielte dabei einen Hattrick. Im April empfingen die Wiler den FC Bulle aus dem Kanton Freiburg und verloren das Spiel 0:3. Gemäss den Freiburger Nachrichten war es ein Spiel auf nur ein Tor. Allerdings traf Petruzzi für die Wiler einmal den Pfosten. Wil sei nicht «fähig» gewesen «anständige Angriffe zu lancieren», da sie viel zu «verunsichert wirkte[n]» nach den deutlichen Niederlagen in den Runden zuvor. Auswärts bei der SR Delémont verloren die Wiler 2:1. Mitte April wurde vermeldet, dass Christian Gross den Verein Ende Jahr als Trainer verlassen werde. Beim Heimspiel gegen GC brachen die Wiler erneut den Stadionrekord mit 4900 Zuschauern. Die Grasshoppers waren zu Beginn der Saison mit ihrem hochkarätigen Kader noch als Titelfavoriten gehandelt worden, spielten nun allerdings in der Auf-/Abstiegsrunde. Die Neue Zürcher Zeitung schrieb über den späteren Wil-Trainer Ciriaco Sforza, dass er «[d]er wichtigste, wenn auch nicht auffälligste Spieler der Grasshoppers» gewesen sei. Die Grasshoppers seien ungefährdet und überlegen zum 4:0-Sieg gekommen. Zwei Wochen später spielte Wil erneut gegen die «Hoppers». Nach dem Urteil der NZZ waren die Wiler lange ebenbürtig, verloren dann aber doch 2:0. Beim Heimspiel vor deutlich kleinerer Kulisse als zuvor gegen GC (700 Zuschauer) verloren die Wiler erneut gegen Delémont mit 1:3. Gegen den FC Bulle konnte der FC Wil wieder einmal punkten und spielte 1:1. Mit dem FC Luzern zu Gast waren die Wiler wieder chancenlos und verloren 0:3. Im Juni trafen sie zum zweiten Mal in der Auf-/Abstiegsrunde auf den FC Locarno. Auch hier verloren die Wiler, dieses Mal mit 2:0 etwas weniger hoch als im März. Die Tessiner konnten damit eine Serie von sieben Niederlagen beenden. Die Wiler konnten beim Heimspiel gegen Basel lange mithalten, führten zur Pause sogar mit 1:0, spielten schliesslich allerdings 1:1. Die Saison endete mit einem 1:2-Sieg gegen Chênois. Es war der einzige Sieg in der ganzen Auf-/Abstiegsrunde für den FC Wil. Er landete damit auf dem letzten Platz seiner Gruppe in der Auf-/Abstiegsrunde.

Cup Im Cup traten die Wiler in der zweiten Hauptrunde an. Sie schieden 3:0 beim drittklassigen Gossau aus.

Resultate Qualifikationsrunde

Auf-/Abstiegsrunde NLA/NLB

Cup

Tabelle Qualifikationsrunde (Gruppe Ost) Die ersten sechs Teams bestritten die Auf-/Abstiegsrunde NLA/NLB, der Rest die NLB-Abstiegsrunde.

Auf-/Abstiegsrunde NLA/NLB (Gruppe A) Die beiden erstplatzierten Mannschaften stiegen in die NLA auf. Der Rest verblieb in der NLB.

Siehe auch Schweizer Fussballmeisterschaft 1992/93

Einzelnachweise

Kategorie:FC Wil Kategorie:Fußballsaison 1992/93