Clemens Wild (* 1964 in Bern) ist ein Schweizer autodidaktischer Künstler, Maler und Zeichner.
Leben Clemens Wild wurde in Bern als Kind einer Buchhändlerfamilie geboren. Mit 18 Jahren begann er 1982 eine Lehre und zog in das «Humanushaus» in Rubigen, eine sozialtherapeutische Wohn- und Arbeitsgemeinschaft, wo er seitdem lebt. Er entwickelte früh eine Leidenschaft für das Zeichnen und schon als Kleinkind ein Talent als Geschichtenerzähler. Mit sieben Jahren zeichnet er Geschichten der imaginierten Familie Huber. Diese Familiensage entwickelte sich über mehrere Jahre. Später vertrieb er erste Bildergeschichten im Eigenverlag, die von Fotoreportagen in der Jugendzeitschrift Bravo inspiriert waren.Wild, Clemens. In: Collection de l’Art Brut. Abgerufen am 28. September 2024
Seit 2012 ist Clemens Wild Mitglied im Atelier Rohling, «Atelier und Labor für künstlerische Produktionen und Interaktionen»,Clemens Wild. In: Amt für Ermöglichung. Abgerufen am 28. September 2024. im PROGR – Zentrum für Kulturproduktion in Bern.Clemens Wild. In: Euward. Abgerufen am 28. September 2024. Durch die Lobbyarbeit des Atelier Rohling wurde er 2022 vom Schweizerischen Berufsverband Visarte aufgenommen. Der Verein Rohling vertritt den Künstler nach aussen. Neben Einzelausstellungen beteiligt Clemens Wild sich regelmässig an Gruppenausstellungen des Kollektivs.Clemens Wild. In: Collection de l’Art Brut. Abgerufen am 28. September 2024.
Im Jahr 2018 wurde er mit dem Kunstpreis Euward ausgezeichnet.Die Preisträger des euward7 (2018). In: Euward. Abgerufen am 28. September 2024
Werk Die Zeichnungen von Clemens Wild sind Mischungen von Skizzen, Comics bis zum politischen Kommentar. Damit dokumentiert er, teils ironisch, seine Umgebung. Ein wiederkehrendes Motiv seiner Werke ist der Alltag von Menschen in klassisch unterbezahlten und unterbewerteten Berufen.Ausstellungseröffnung: «Mit dir hier.» Werke von Clemens Wild (Bern) & Panos Kounadis (Freiburg). In: Kommunales Kino Freiburg. Abgerufen am 28. September 2024. So wird sein Œuvre auch als «Hommage an die Arbeiterschaft» gesehen.Clemens Wild. In: Atelier Rohling. Abgerufen am 28. September 2024.
In seine frei gezeichneten Comicstrips fügt Wild mit schwarzem Filzstift Texte ein, die teilweise auf den persönlichen Erzählungen der porträtierten Frauen beruhen. Mit dieser Kombination aus Schrift und Bild dokumentiert Wild in seinen Zeichnungen den Alltag im «Humanushaus». In seinen Bildern sind «Protagonistinnen mit Namen wie Babsi, Sam und Uschi zu sehen: Diese Figuren – mit ihren bunten Kleidern und Haaren, Zigaretten rauchend – bilden eine Galerie von Frauen, die trotz eines harten Lebens voller Selbstvertrauen und Würde dastehen». Seine «Bilder von Frauenfiguren aus seiner Heimumgebung schaffen ein Panoptikum von Putzfrauen, Sozialarbeiterinnen, Kunsttherapeutinnen, Heimbewohnern und ihren teils reportagehaft wiedergegebenen, teils skurril imaginierten Lebensgeschichten».Markus Springer: Kunst von Menschen mit geistiger Behinderung im Buchheim-Museum. In: Sonntagsblatt vom 8. August 2018. Abgerufen am 2. September 2024.
Sein Werk umfasst Collagen, Bleistift- und Tuschezeichnungen und Tempera. Wild malt Bilder in verschiedenen Grössen, teils lebensgrosse menschliche Figuren, und verwendet neben allen Arten von Papier auch Pappe, wie Kartondeckel oder kleine Papiertüten, selten auch andere Bildträger, wie eine Fassade oder einen Lampenschirm. Zwölf Werke von Wild befinden sich in der Sammlung der Collection de l’Art Brut in Lausanne, elf weitere Arbeiten aus den Jahren 2020 bis 2022 in der Kunstsammlung des Kantons Bern.clemens wild. In: Kunstsammlung Kanton Bern. Abgerufen am 8. Oktober 2024.
Ausstellungen (Auswahl) 2024: Clemens Wild. Einzelausstellung, Collection de l’Art Brut, Lausanne. Die Ausstellung wurde von einem von Philippe Lespinasse produzierten Dokumentarfilm begleitet. 2024: Mit dir hier. Kommunales Kino Freiburg, «Freiburger Kunstfestival Grenzgänger*innen» 2024: Einzelausstellung, Galerie im alten Wiehrebahnhof, Freiburg im Breisgau 2024: Fragile. The Post's Art Collection in Dialogue. Gruppenausstellung, Bündner Kunstmuseum, ChurExhibitions. In: Artfacts. Abgerufen am 28. September 2024 2024: Off-Comics. Gruppenausstellung, Museum Dr. Guislain, GentOff-Comics. In: Museum Dr. Guislain. Abgerufen am 28. September 2024 2024: wild & strub – Sonia Straub und Clemens Wild. PROGR – Zentrum für Kulturproduktion, Bernwild & strub - Sonia Straub und Clemens Wild. In: PROGR – Zentrum für Kulturproduktion. Abgerufen am 28. September 2024 2023: Einzelausstellung, Collection de l'Art Brut, Lausanne 2022: Art Brut & Comics. Collection de l'Art Brut, Lausanne 2022: Open art museum, St. Gallen 2021: Gruppenausstellung, Kornhausforum, Bern 2020: Outsider Art Fair, Paris 2019: Gruppenausstellung, Kunsthaus Langenthal 2018: Euward 7. Michael Golz, Ota Prouza, Clemens Wild. Buchheim-Museum, Bernried am Starnberger See 2018: mit Kollektiv Rohling, Kunstmuseum Thun 2017: Gruppenausstellung, Musée de la Création Franche, Bègles 2017: Gruppenausstellung, Comic-Festival Fumetto, Luzern 2016: Art Brut et bande dessinée. Collection de l’Art Brut, Lausanne.Art Brut et bande dessinée. In: Collection de l’Art Brut. Abgerufen am 28. September 2024 2016: Go West!. Musée Visionnaire, Zürich 2016: Einzelausstellung, PROGR – Zentrum für Kulturproduktion, Bern 2013: Gruppenausstellung, Comic-Festival Fumetto, Luzern 2013: Gruppenausstellung, Remise ZürichClemens Wild. In: Atelier Rohling. Abgerufen am 28. September 2024
Publikationen Kalifat im Emmental. Comiczeichnungen. 2018, ISBN 978-3-033-06673-1.
Literatur Euward 7. Michael Golz, Ota Prouza, Clemens Wild. Ausstellungskatalog. Augustinum Stiftung, München 2018, ISBN 978-3-9819982-1-4. Clemens Wild – 3. Preisträger. Ausstellungskatalog. Augustinum Stiftung München, Klaus Mecherlein (Hrsg.): Euward 7. Band 4. Augustinum Stiftung, München 2018. Teresa Maranzano: Artikel über Clemens Wild. In: L’Art Brut No. 27. Collection de l’Art Brut, Lausanne 2024. Mit Dir hier. Clemens Wild (Bern), Panos Kounadis (Freiburg). Begleitbroschüre zur Ausstellung im Rahmen des Freiburger Kunstfestivals „GrenzgängerInnen“. Galerie Alter Wiehrebahnhof/Kommunales Kino Freiburg 2024
Weblinks Werke von Clemens Wild auf der Website des Ateliers Rohling
Einzelnachweise
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