Die Bundesautobahn 2 (Abkürzung: BAB 2) – Kurzform: Autobahn 2 (Abkürzung: A 2) – ist eine deutsche Bundesautobahn. Sie verläuft vom Ruhrgebiet mit Beginn in Oberhausen über Dortmund, Bielefeld, Hannover, Braunschweig und Magdeburg zum Dreieck Werder, in dem sie in den Berliner Ring einmündet. Die Kilometrierung beginnt im Gegensatz zur Verlaufsbeschreibung und der Nummerierung der Anschlussstellen am Dreieck Werder und endet am Kreuz Oberhausen.

Gebaut zur Zeit des Nationalsozialismus als Hauptstrecke im Reichsautobahnnetz, spielte die Autobahn nach der Teilung Deutschlands als kürzeste von drei Verbindungen eine zentrale Rolle im Transitverkehr von und nach West-Berlin. Nach dem Fall des Eisernen Vorhangs und der Wiedervereinigung Deutschlands wandelte sich die Strecke zur wichtigsten Ost-West-Verkehrsachse in Deutschland und stellt seitdem eine Verbindung zwischen den niederländischen und belgischen Nordseehäfen und den osteuropäischen Ländern dar. Infolge des stark angestiegenen Verkehrsaufkommens wurde der größte Teil der Strecke von Grund auf modernisiert und durchgehend sechsstreifig ausgebaut.

Verlauf Die Bundesautobahn 2 beginnt am Kreuz Oberhausen, wo sie die Fortsetzung der aus Richtung Köln kommenden, sechsstreifigen Fahrbahn der BAB 3 bildet. Die Weiterführung der BAB 3 in Richtung Niederlande zweigt am Kreuz nach Nordwesten ab, einen weiteren Ast bildet die nach Oberhausen hinein führende BAB 516. Einige Kilometer nach dem Streckenbeginn mündet am Autobahndreieck Bottrop die von Norden her kommende BAB 31 in die BAB 2, danach geht es nördlich an Bottrop und südlich an Gladbeck vorbei quer durch das dicht besiedelte nördliche Ruhrgebiet. Im Stadtgebiet von Gelsenkirchen führt sie unmittelbar an der Veltins-Arena vorbei und durch eine Lärmschutzeinhausung. An der markanten Halde Hoheward kreuzt sie im Kreuz Recklinghausen die BAB 43.

An der Stadt Recklinghausen geht es südlich vorbei, danach wird bei Henrichenburg der Rhein-Herne-Kanal überquert. Es folgt das Kreuz Dortmund-Nordwest, das den Beginn der BAB 45 (Sauerlandlinie) markiert. Ab hier bildet die BAB 2 den nördlichen Teil des Dortmunder Autobahnrings. Im Stadtteil Mengede wird der Dortmund-Ems-Kanal überquert, danach wird über eine höhenfreie Anschlussstelle die autobahnähnliche B 236 in die Dortmunder Innenstadt angebunden. Am Kamener Kreuz mit der BAB 1 endet der Abschnitt als Dortmunder Autobahnring, die BAB 2 verlässt das dicht besiedelte Gebiet um Dortmund und die Umgebung wird ländlicher.

In größerer Entfernung zur Stadt geht es südlich und östlich an Hamm vorbei. Der Verlauf der Autobahn wechselt von östlicher in nordöstliche Richtung. Im Stadtteil Uentrop wird der Datteln-Hamm-Kanal überquert, der wenige hundert Meter östlich der Autobahn am Kraftwerk Westfalen endet, sowie die Lippe. Bei Beckum dreht der Streckenverlauf wieder von nordöstliche in östliche Richtung und eine kurze hügelige Strecke durch den nördlichen Bereich der Beckumer Berge, einem sich aus dem flachen Münsterland erhebenden Höhenzug, folgt. An Rheda-Wiedenbrück und Gütersloh vorbei, ist Ostwestfalen erreicht. Nach der Kreuzung mit der BAB 33 am Kreuz Bielefeld schließt sich die auch als Bielefelder Berg bekannte Überquerung des Teutoburger Walds an. Auf der Nordostseite des schmalen, langgestreckten Höhenzugs folgt die Anbindung der Bielefelder Innenstadt. Die nun wieder nach Nordosten führende Strecke erreicht bei Herford das Werretal, aus dem sie auf die Höhen des westlichen Lipper Berglands aufsteigt. Nach einem relativ kurvenreichen Mittelgebirgsabschnitt wird bei Bad Oeynhausen das Tal der Weser erreicht. Dort endet am gleichnamigen Autobahnkreuz die BAB 30.

Die BAB 2 überquert BAB 30, das westliche Vorland der Weser und den Fluss selbst auf jeweils zwei Brückenbauwerken, die etliche Meter auseinander liegen. Nachdem sich die Fahrbahnen am östlichen Ufer wieder vereinigt haben, wird die Bundesstraße 482 angebunden, die nach Porta Westfalica am gleichnamigen Weserdurchbruch sowie nach Minden führt. Nach einigen Kilometern, in denen die Autobahn wieder nach Osten führt, beginnt die Querung des Wesergebirges. Kurz vor Erreichen der Passhöhe am Papenbrink wird die Landesgrenze von Nordrhein-Westfalen nach Niedersachsen gequert. Bis kurz hinter Rehren geht es am nördlichen Hang des Höhenzug am Tal der Bückeburger Aue entlang, ehe die Strecke wieder nach Nordosten dreht und bei Bad Nenndorf der Deister an seinem westlichen Ende tangiert wird. Anschließend ist die Norddeutsche Tiefebene erreicht und die Autobahn führt geradewegs auf die westlichen Vororte von Hannover zu.

Bei Wunstorf werden der Mittellandkanal und die Leine überquert, danach geht es wieder nach Osten an Garbsen vorbei, ehe das Stadtgebiet der niedersächsischen Landeshauptstadt im Bereich des Nordhafens erreicht ist. Dort zweigt die BAB 352, die eine Eckverbindung zur BAB 7 bildet, ab, die auch den Flughafen Hannover anbindet. Nach Querung des nördlichen Stadtgebiets von Hannover folgen im Altwarmbüchener Moor zwei Autobahnkreuze kurz hintereinander: am Kreuz Hannover-Buchholz kreuzt die BAB 37 und am Kreuz Hannover-Ost die BAB 7. Östlich des Waldgebiets geht es an Lehrte vorbei, der Durchquerung des Hämeler Walds folgt Peine. Kurz bevor Braunschweig erreicht ist, wird zum zweiten Mal der Mittellandkanal überquert. Am Kreuz Braunschweig-Nord ist die BAB 391 angebunden, kurz dahinter folgt der unmittelbar nördlich der Autobahn gelegene Flughafen Braunschweig-Wolfsburg. Östlich von Braunschweig wird die Landschaft waldreicher und dünner besiedelt, am Kreuz Wolfsburg/Königslutter kreuzt die BAB 39. Danach geht es durch einige Waldgebiete in südöstliche Richtung bis Helmstedt, das nordöstlich umgangen wird.

Im Lappwald östlich der Stadt wird die Landesgrenze von Niedersachsen nach Sachsen-Anhalt gequert. Zur Zeit der Deutschen Teilung befand sich hier der wichtigste Grenzübergang zwischen beiden deutschen Staaten, der auch den Beginn der wichtigsten Transitstrecke nach West-Berlin bildete. Einige der alten Abfertigungsanlagen sind erhalten oder wurden in eine Autobahnraststätte umgewandelt. Nach Verlassen des Lappwalds dreht die Autobahn wieder in östliche Richtung, überquert die Aller und erreicht die nahezu waldfreie und stark landwirtschaftlich geprägte Magdeburger Börde. Bei Irxleben steigt die Autobahn zur Elbe hin ab und es eröffnet sich ein Panoramablick auf Magdeburg. Am Kreuz Magdeburg kreuzt die BAB 14, danach geht es durch die nördlichen Stadtteile der sachsen-anhaltischen Landeshauptstadt. Kurz hintereinander werden der Rothenseer Verbindungskanal und die Elbe überquert, deren sich unmittelbar nördlich das Wasserstraßenkreuz Magdeburg anschließt. Östlich der Elbe ist die Landschaft von weitläufigen Waldgebieten geprägt, die Autobahn führt mit zahlreichen schnurgeraden Abschnitten an Burg vorbei, ehe bei Ziesar die Landesgrenze von Sachsen-Anhalt zu Brandenburg erreicht ist.

Auf Brandenburger Seite geht es am nordwestlichen Rand des Flämings entlang, danach wird in nordöstlicher Richtung das Baruther Urstromtal durchquert. Wieder nach Osten führend, an Brandenburg an der Havel vorbei, folgt ein Verlauf durch weitere Waldgebiete, ehe am Dreieck Werder die BAB 2 in den Berliner Ring (BAB 10) mündet. Die Hauptfahrbahn der BAB 2 führt dabei weiter auf den südlichen Ring, während die Fahrbahn des westlichen Rings dort einmündet.

Abschnitte als Europastraße Zwischen dem Autobahnbeginn und dem Kreuz Bad Oeynhausen ist die BAB 2 Teilstück der E 34 (Knokke-Heist–Bad Oeynhausen), von dort bis zum Autobahnende am Dreieck Werder Teil der E 30 (Cork–Omsk).

Geschichte Als Ost-West-Verbindung zwischen dem Ruhrgebiet als wirtschaftlich bedeutendstem Ballungsraum in Deutschland (Bergbau, Schwerindustrie, Häfen) und der Hauptstadt Berlin war der Bau dieser Autobahnverbindung von besonderem Interesse. Schon in den 1930er Jahren wurde die Strecke daher unter den Nationalsozialisten gebaut. Nach dem Zweiten Weltkrieg bildete sie die wichtigste Verbindung zwischen Westdeutschland und West-Berlin, heute zählt sie zu den wichtigsten europäischen Fernstraßenverbindungen.

Erste Planungen Die ersten Pläne für Straßen, die ausschließlich dem motorisierten Individualverkehr vorbehalten sein sollten, kamen mit der fortschreitenden Motorisierung in den 1920er Jahren auf. Der Ende 1926 gegründete Verein HaFraBa e. V. (Verein zum Bau einer Straße für den Kraftwagen-Schnellverkehr von Hamburg über Frankfurt a. M. nach Basel) entwarf unter Robert Otzen zunächst eine Fernstraße von Hamburg über Frankfurt am Main an die Schweizer Grenze nach Basel. Später waren eine nördliche Fortsetzung nach Lübeck und ein Abzweig nach Bremen und eine Verlängerung durch die Schweiz bis nach Norditalien geplant. Schon 1927 entwarf der Verein ein gesamtdeutsches Fernstraßennetz. Bis Anfang der 1930er Jahre entstanden dann zahlreiche Fernstraßenpläne. Ab 1929 wurde statt der vorher üblichen Bezeichnung Nur-Autostraße der von Otzen geprägte Begriff Autobahn verwendet.

Schon die 1927 vorgestellten Pläne des Vereins enthielten Verbindungen vom Ruhrgebiet nach Hannover und von dort über Braunschweig und Magdeburg nach Berlin. Zu Zeiten der Weimarer Republik kam es jedoch nicht zur politischen Unterstützung dieser Pläne, zumal der motorisierte Individualverkehr zahlenmäßig noch sehr gering war. Die erste in Deutschland gebaute Autobahn war 1932 die Strecke Köln–Bonn, die vom damaligen Kölner Oberbürgermeister Konrad Adenauer freigegeben wurde. Im Unterschied zu den HaFraBa-Planungen handelte es sich hierbei um ein vom rheinischen Provinziallandtag initiiertes Projekt.

Obwohl die NSDAP den HaFraBa-Plänen ablehnend gegenüberstand und sie als „Luxusstraßen für Reiche“ verunglimpfte, war eines ihrer ersten Vorhaben nach der Machtergreifung im Januar 1933 der Bau ebenjener Straßen. Vorrangig wurde begründet, durch den Autobahnbau Arbeitsplätze zu schaffen – in den Krisenjahren der Weimarer Republik war die Arbeitslosenquote im Zuge der Weltwirtschaftskrise auf Rekordniveau gestiegen.

Als Grundlage für die später ausgeführten Autobahnprojekte dienten die HaFraBa-Pläne. Trotzdem wurde propagandistisch verkündet, dass die Nationalsozialisten unter Adolf Hitler die eigentlichen „Erfinder“ der Autobahn seien. Um dies zu untermauern, wurde der Vereinsname in GEZUVOR (Gesellschaft zur Vorbereitung der Reichsautobahnen e. V.) geändert und die Strecke Köln–Bonn zur Landesstraße herabgestuft.

Bau der Reichsautobahn Die Planung der Reichsautobahn Ruhrgebiet–Berlin wurde zwischen September 1933 und Dezember 1934 in den Abschnitten Oberhausen–Kamen (Strecke 1), Kamen–Hannover (Strecke 2), Hannover–Magdeburg (Strecke 3) und Magdeburg–Berlin (Strecke 4) durch die Bauabteilungen in Essen (Oberhausen–Bielefeld), Hannover (Bielefeld–Braunschweig) und Magdeburg (Braunschweig–Berliner Ring) der Obersten Bauleitung der Reichsautobahnen ausgeführt. Der Trassenverlauf war an mehreren Stellen durch Umwelteinflüsse beeinflusst worden. So wählte man eine Trasse im nördlichen Bereich des Ruhrgebietes, da der Steinkohlenbergbau zu dieser Zeit nach Norden wanderte und man eine Führung durch Bergsenkungsgebiete vermeiden konnte. Die Fortsetzung der Autobahn nach Köln (heutige BAB 3) führt daher bei Oberhausen in einem relativ kleinen Radius von Ost-West- in Nord-Süd-Richtung.