Johann Leonhard Walz, zur Unterscheidung von seinem gleichnamigen Sohn oft mit dem Zusatz der Ältere, gelegentlich auch, da schon der Vater den gleichen Namen hatte, Johann Leonhard Walz II. (* 2. Februar 1718 in Maulburg; † 8. September 1792 in Karlsruhe), war ein deutscher evangelischer Pfarrer. Von 1770 bis zu seinem Tod wirkte er als Oberhofprediger am Hof der Markgrafschaft Baden in Karlsruhe.
Leben Walz, ein Sohn des Pfarrers Johann Leonhard Walz, studierte nach dem Besuch des Pädagogiums in Lörrach an den Universitäten in Basel und Straßburg. 1742 wurde er Hof- und Stadtdiaconus in Karlsruhe. 1748 übernahm er das Amt des Pfarrers an der Evangelischen Stadtkirche Lörrach, das mit dem des Spezialsuperintendenten der Diözese Rötteln verbunden war.Willi Brockel: Die Diözese Rötteln in den Jahren 1749-1751 nach den Protokollen der damaligen Kirchenvisitationen In: Das Markgräflerland. Beiträge zu seiner Geschichte und Kultur 63, 2001, S. 151–156 (Digitalisat), hier S. 151. 1767 kehrte er als Archidiakon und Hofprediger nach Karlsruhe zurück. Nach dem Tod von Johann Friedrich Stein (1705–1770) übernahm Walz dessen Ämter als Oberhofprediger, Superintendent und Theologieprofessor am Gymnasium in Karlsruhe, die er bis zu seinem Tod innehatte.
Werk 1766 veröffentlichte Walz in Lörrach einen Schul-Schematismus für die Markgrafschaft, d. h. eine Art Lehrplan für den Elementarunterricht.Schul-Schematismus nach den in den Baden-Durlachischen Landen üblichen Schul-Büchern eingerichtet, erklärt und bewiesen. Zehender, Lörrach 1766. In Karlsruhe war er ein enger Vertrauter von Markgraf Karl Friedrich. Er übernahm ab 1771 den Religionsunterricht für dessen Söhne, darunter den Erbprinzen Karl Ludwig von Baden, dessen Trauung mit Amalie von Hessen-Darmstadt er 1774 vollzog.Udo Wennemuth: Die Hofprediger am badischen Hof. In: Jahrbuch für badische Kirchen- und Religionsgeschichte 6 (2012), S. 109–124 (PDF-Datei), hier S. 116; Claudia Kollbach: Aufwachsen bei Hof. Aufklärung und fürstliche Erziehung in Hessen und Baden. Campus, Heidelberg 2009, S. 274 f. Auch einige Leichenpredigten veröffentlichte er.
Im Gegensatz zu seinem Sohn Johann Leonhard Walz d. J., der von 1800 bis 1817 ebenfalls Oberhofprediger in Karlsruhe und ein Anhänger der Aufklärung war, war der Vater ein Anhänger der Lutherischen Orthodoxie, wird von dem Pädagogen Friedrich Leopold Brunn jedoch als frei von Intoleranz charakterisiert.Friedrich Leopold Brunn: Briefe über Karlsruhe. Unger, Berlin 1791, S. 162.
Familie Aus seiner Ehe mit Maria Angelika Schmid (1729–1785) hatte Walz neben seinem gleichnamigen Nachfolger mindestens zwei weitere Kinder.Hermann Erbacher (Hrsg.): Vereinigte Evangelische Landeskirche in Baden 1821–1971. Dokumente und Aufsätze. Evangelischer Presseverband, Karlsruhe 1971, S. 686. Die Tochter Magdalena Wilhelmina (1747–1778) heiratete den Pfarrer Ernst Friedrich Ferdinand Hitzig (1739–1800) und wurde die Mutter des späteren Pfarrers und Kirchenrats Friedrich Wilhelm Hitzig. Der Sohn Christian Friedrich Walz (1755–1828) wurde Jurist und Abgeordneter der Badischen Ständeversammlungen 1819 und 1820.Johann Leonhard Walz auf stadtgeschichte.karlsruhe.de, hier Nr. 61.
Auszeichnungen 1764: Verleihung des Titels „Kirchenrat“
Literatur
Carl Joseph Bouginé: Gedanken von den Schulen nebst einigen Biographischen Nachrichten für die Jubelfeyer unserer Fürstenschule. J. G. Müller, Durlach 1787, S. 36–38.
Weblinks
Einzelnachweise
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