mini|Mario Frick, 1997 Mario Frick (* 8. Mai 1965 in Chur) ist ein liechtensteinischer Politiker und Rechtsanwalt. Von 1993 bis 2001 war er Regierungschef von Liechtenstein.

Biografie Mario Frick, eines von sechs Kindern des Treuhänders Kuno Frick, studierte von 1985 bis 1989 Rechtswissenschaften in St. Gallen und promovierte 1991 zum Dr. iur. Anschliessend arbeitete er bis 1993 im Rechtsdienst der liechtensteinischen Regierung und war darüber hinaus Mitglied des Gemeinderats von Balzers. Im Mai 1993 wurde Frick stellvertretender Regierungschef.

Frick folgte dem zurückgetretenen Markus Büchel am 15. Dezember 1993 als Regierungschef, nachdem die Vaterländische Union bei der Landtagswahl im Oktober stärkste politische Kraft geworden war. Zum Zeitpunkt seiner Wahl war er mit 28 Jahren der jüngste Regierungschef der Welt. Unter Frick trat das Fürstentum Liechtenstein 1995 dem Europäischen Wirtschaftsraum bei.

In seine Amtszeit fielen weiters der Mehrwertsteuervertrag mit der Schweiz (1994), der Beitritt Welthandelsorganisation (1995). Es kam – teilweise EWR-bedingt – zu Liberalisierungen und Privatisierungen in den Bereichen Telekommunikation (Privatisierung und Entkoppelung von der Schweiz ab 1998, liechtensteinische Mobiltelefonie ab 2000), Post (1999 einvernehmliche Auflösung des Postvertrags mit der Schweiz und Gründung der liechtensteinischen Post AG). Ebenfalls gab es eine Öffnung für Anbieter im Gesundheitswesen, Finanzdienstleistungsbereich, Gewerbe und im Bereich der freien Berufe (Ärzte, Architekten und Rechtsanwälte). Zur Überwindung der Finanzplatzkrise (1999–2000, auch BND/Spiegel-Skandal) erfolgten die Verschärfung der Sorgfaltspflichtgesetzgebung und die Einrichtung einer staatlichen Stelle zur Bekämpfung der Geldwäscherei.

Nachdem die Vaterländische Union 1997 ihre absolute Mehrheit noch verteidigen konnte, verlor sie die Wahl im Februar 2001. Frick blieb bis zum 5. April 2001 im Amt und wurde von Otmar Hasler (Fortschrittliche Bürgerpartei) abgelöst. Er führt seit 2002Leitung der Kanzlei Seeger, Frick & Partner mit Partnern eine eigene Anwaltskanzlei, die Advocatur Seeger, Frick & Partner AG, Schaan. Von 2002 bis 2019 war er Geschäftsführer eines Treuhandunternehmens. Seit 2008 ist er Verwaltungsratspräsident der Bank Frick in Balzers; nach dem Tod eines Bruders, Jürgen Frick, führte er die Bank mit neuer Geschäftsleitung in eine neue strategische Ausrichtung (Fintech, Blockchain).

Mario Frick war von 2005 bis 2014 Präsident der liechtensteinischen Rechtsanwaltskammer.Rechtsanwaltskammer mit neuem Präsidium. In: vaterland.li vom 25. März 2014 In diese Zeit fiel eine Professionalisierung der Rechtsanwaltskammer mit eigener Geschäftsstelle und die Modernisierung des ABGB ("200 Jahre ABGB in Liechtenstein") und verschiedener prozessualer Gesetze (AussStrG, ZPO, StPO).

Er ist Gründungsmitglied des Demokratie Sekretariats, das sich vor allem zwischen 2001 und 2003 gegen die damaligen Verfassungsänderungs-Vorschläge des Fürsten stellte.

Er war von 1992 bis 2024 verheiratet und hat drei Kinder. Sein Bruder war der langjährige (1998 bis 2014) Geschäftsführer der Bank Frick AG, Jürgen Frick, der ermordet wurde (→ Mordfall Jürgen Frick).

Auszeichnungen 1995: Fürstlich Liechtensteinischer Verdienstorden / Fürstlich Liechtensteinischer Verdienstorden 1998: Großes Goldenes Ehrenzeichen am Bande für Verdienste um die Republik ÖsterreichAufstellung aller durch den Bundespräsidenten verliehenen Ehrenzeichen für Verdienste um die Republik Österreich ab 1952 (PDF; 6,6 MB)

Weblinks

Verwaltungsratspräsident Dr. Mario Frick, Balzers, auf der Website der Bank Frick Advocatur Seeger, Frick & Partner

Einzelnachweise

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