Es gibt einige bekannte bzw. bedeutende Beispiele für Serendipität bei Erfindungen und Entdeckungen, die verschiedene Formen bzw. Muster repräsentieren. Glückliche Zufälle wurden erkannt und bis zu den genannten Erfindungen und Entdeckungen weitergeführt, von der gleichen Person oder erst von anderen.
+ Was Umstände Bildum 7000 v. Chr.? KäseEr entstand möglicherweise aus der nomadischen Praxis, Milch in Lederschläuchen aus Ziegenmägen oder von Kamelen zu lagern, wodurch Lab aus dem Magen mit der darin gelagerten Milch vermischt wurde und Käse entstand.mini|100px|Käseum 3500 v. Chr.? RadDas Rad gilt als eine der wichtigsten Erfindungen der Menschheit. Hunderttausende von Jahren hat der Mensch ohne Rad gelebt, vermutlich auch, weil es kein Vorbild in der Natur gibt. Für eine an mehreren Orten zur gleichen Zeit erfolgte Erfindung spricht, dass es um 3500 v. Chr. schon viele Technologien gibt, die man kombinieren kann. Die frühesten Formen der Töpferscheibe lassen sich auf ein Alter von mindestens 6000 Jahren datieren.mini|100px|Holzradum 250 v. Chr. Archimedisches PrinzipNach VitruvDe Architectura IX, Vorwort, Paragraph 9–12, Deutsche Übersetzung bei Ivo Schneider Archimedes, Kultur und Technik, 1979, (online; PDF) sollte Archimedes den Goldgehalt einer Krone prüfen, ohne sie zu beschädigen. Der König verdächtigte den Goldschmied, ihn betrogen zu haben. Archimedes soll der Legende nach das Archimedische Prinzip beim Baden entdeckt haben. Aus der randvollen Wanne sei jene Wassermenge ausgelaufen, die er beim Hineinsteigen mit seinem Körpervolumen verdrängte. Er soll mit dem Ausruf „Heureka!“ (altgriechisch: , „Ich hab’s gefunden!“) nackt auf die Straße gelaufen sein. Die Krone verdrängte mehr Wasser als der gleichschwere Goldbarren. Das höhere Volumen der Krone und damit das kleinere spezifische Gewicht zeigte, dass sie nicht ganz aus Gold gefertigt war.mini|100px|Archimedi-sches Prinzip1450 BuchdruckJohannes Gutenberg suchte seit mindestens 1448 einer Lösung, wie man auf Pergament oder Papier die beweglichen Zeichen, die er bereits erfunden hatte, drucken kann. Eines Tages, um 1450, während der Weinlese, gab ihm der Anblick einer Weinpresse die Idee der Druckpresse.mini|100px|Johannes Gutenberg1492 Entdeckung AmerikasChristoph Kolumbus suchte einen Seeweg nach Indien, stieß aber auf Amerika. Kolumbus war sein Leben lang davon ausgegangen, einen Weg zum asiatischen Festland gefunden zu haben. Kolumbus hatte sich verrechnet, für den Seeweg nach Indien veranschlagte er 4500 km statt 20.000 km. Er hielt die Bahamas und die Antillen für Inselgruppen vor China. Er hat bis zu seinem Tode geglaubt, sein Ziel erreicht zu haben. Den Seeweg nach Asien fand Vasco da Gama 1498 auf einer Südroute um Afrika herum. Was Kolumbus entdeckt hatte, ordnete Amerigo Vespucci erst richtig ein, 1507 wurde der Kontinent Amerika nach ihm benannt.mini|100px|Christoph Columbus (Funchal)um 1650 ChampagnerBis dahin wollte man Wein ohne Bläschen erzeugen – wenn er dennoch welche hatte, war dies ein Makel. Außerdem platzten bei steigenden Temperaturen im Frühjahr die Flaschen und die Kunden fühlten sich betrogen. Besonders bei Schiffstransporten nach England setzte dieser Gärprozess ein. Dort entdeckte man aber, dass wenn die Flasche die Gärung überstanden hatte, das säurehaltige Getränk frisch und angenehm prickelnd schmeckte und es wurde chic, schäumenden Wein zu trinken. Die Winzer der Champagne erfuhren dies und dachten darüber nach, wie man die 2. Gärung gezielt herbeiführen und kontrollieren konnte, ohne dass die Flaschen platzen. Der Mönch Dom Perignon erfand die dickwandigeren Flaschen und die verschnürbaren Korken. Veuve Clicquot (Witwe Clicquot) aus Reims entwickelte 1806 dann die Méthode Classique, wo der Champagner nicht mehr trübe und frei von Hefe war.mini|100px|Champagner1669 PhosphorHennig Brand, ein deutscher Apotheker und Alchemist, entdeckt es zufällig, als er – auf der Suche nach dem „Stein der Weisen“ – Urin bis zur Trocknung eindampfte. Der trockene Urin-Rückstand, enthält auch Phosphate die unter Luftabschluss – also in Abwesenheit eines Oxidationsmittels – glühten. Durch Reduktion der Phosphate mit den im Urin ebenfalls enthaltenen organischen Verbindungen als Reduktionsmittel entstand weißer Phosphor, der im Dunkeln aufgrund seiner Chemilumineszenz leuchtete.mini|100px|Hennig Brand um 1706 Berliner Blau Der Berliner Farbenhersteller Johann Jacob Diesbach wollte einen roten Farblack herstellen. Durch verunreinigte Ausgangsstoffe entstand stattdessen ein kräftiges blaues Pigment, das als erstes modernes synthetisches Pigment gilt.1781 Entdeckung des Planeten UranusWilliam Herschel suchte eigentlich nach Kometen. Erst als er die elliptische Umlaufbahn bemerkte, erkannte er, dass es sich um einen Planeten handelte.mini|100px|Uranus1789 Bioelektrizität GalvanismusDer italienische Mediziner Luigi Galvani entdeckte die „tierische Elektrizität“, wie er sie nannte. Frau Galvani war krank und sollte zur Stärkung ein Brühe aus Froschkeulen trinken. Galvani bereitete die Froschschenkel in seinem Arbeitszimmer zu. Die Nerven, die mit dem kurzen Stück Rückgrat noch verbunden waren, legte er dabei bloß, er war Professor der Anatomie. Die Assistenten erzeugten am anderen Ende des Tisches mit einer Elektrisiermaschine lange Funken. Plötzlich ein Schrei: „Da, der Frosch lebt ja!“ Galvani hatte die Schenkelnerven eines Frosches mit einem Messer berührt und dabei die Klinge angefasst – er war unbeabsichtigt mit den Nerven elektrisch verbunden. Der Zufall wollte es, dass zur selben Zeit ein Mitarbeiter die Elektrisiermaschine auf demselben Tisch drehte und einen langen Funken erzeugte. Im selben Augenblick „zogen sich alle Muskeln an den Gelenken des Frosches wiederholt derartig zusammen, als wären sie von heftigen Krämpfen befallen“, schreibt Galvani im Jahre darauf. Galvani sah das Unbekannte; nach dem „Sich-Wundern“ begann der Forscher mit dem systematischen Beobachten und Experimentieren. Zwei verschiedene Metalle mussten Nerv und Fuss (oder Schenkelmuskel) berühren, um Zuckungen hervorzurufen. Dabei war die Stärke der Bewegung abhängig von der Art der Metalle.Luigi Galvani auf leifiphysik.demini|100px|Luigi Galvani1839 Vulkanisations-verfahrenCharles Goodyear wollte dem Kautschuk die Elastizität nehmen, die ihn für viele Anwendungen ungeeignet macht. Der verwendete Kautschuk war zu weich und wurde bei Hitze klebrig, bei Kälte brüchig. Er war Autodidakt in Sachen Chemie. Er fügte dem Kautschuk verschiedene Materialien und Chemikalien zu, lange ohne Erfolg. Versehentlich ließ er ein schwefelbeschichtetes Stück auf einen Ofen fallen. Er warf zunächst das erhaltene Gummi weg. Dies änderte sich, nachdem er verstanden hatte, dass er gefunden hat, was er gesucht hat und ließ das Verfahren 1839 patentieren.mini|100px|Vulkanisier-presse in der Reifenfabrik Firestone 19411856 synthetischer Farbstoff MauveinDer Chemiker William Henry Perkin entdeckte ihn, als er versuchte, Chinin, ein Malariamittel, zu synthetisieren.mini|100px|W. H. Perkin1860 LinoleumZahlreichen Quellen zufolge entdeckte Frederick Walton das Linoleum durch einen Zufall. Bei Arbeiten zur Entwicklung schnelltrocknender Farben sah er auf einer Dose mit Farbe auf Leinölbasis eine feste gummiartige Schicht oxidierten Leinöls. 1860 ließ er einen Prozess zur Herstellung des Linoxins patentieren, bei dem Leinöl der Luft ausgesetzt wurde und sich durch Oxidation verdichtete. Walton versuchte, das von ihm neu entwickelte Linoxin auf Gewebebahnen aufzutragen und so einen Ersatz für Kautschuk zu bekommen. 1863 stellte er sein erstes Stück Linoleum her und ließ das Verfahren im Jahr darauf patentieren.mini|100px|Linoleum-stücke1864 elektromagnetische LichttheorieJames Clerk Maxwell, schottischer Mathematiker und Physiker, erforschte schwingende elektrische und magnetische Felder für eine elektromagnetische Theorie. Er stellte fest, dass die Geschwindigkeit so nahe an der des Lichtes sei, dass er Grund zu dem Schluss hat, dass das Licht selbst (einschließlich der Wärmestrahlung sowie möglicher anderer Strahlung) eine elektromagnetische Störung ist, die sich entsprechend der elektromagnetischen Gesetze in Form von Wellen im elektromagnetischen Feld fortpflanzt. Maxwells Absicht, bei der Entwicklung seiner elektromagnetischen Theorie, war nicht, das Licht zu erklären. Die Wellentheorie wurde später durch Heinrich Hertz bestätigt.mini|100px|J. C. Maxwel1866 Dynamit