Three on a Match (frei übersetzt Drei auf ein Streichholz/Drei an einem Strang; auch in der Schreibweise 3 on a match3 on a match in der IMDb) ist ein US-amerikanisches Krimi-Drama aus dem Jahr 1932, das vor dem Hays Code entstand und von Warner Bros. veröffentlicht wurde. Regie führte Mervyn LeRoy. In den Hauptrollen agieren Joan Blondell, Warren William, Ann Dvorak und Bette Davis. In weiteren Rollen sind Lyle Talbot, Humphrey Bogart, Allen Jenkins und Edward Arnold zu sehen.
Handlung Vorwort zum Film Im Vorwort zum Film wird darauf hingewiesen, dass der weit verbreitete Aberglaube in Bezug auf das Streichholz nicht während des Ersten Weltkrieges entstanden sei, wo es hieß, dass man feindliches Gewehrfeuer auf sich ziehen würde, wenn man ein Streichholz drei Mal brennen ließe. Die Sache mit einem Streichholz für drei gehe zurück auf Ivar Kreuger, den schwedischen Zündholzkönig, der gewollt habe, dass die Welt mehr Streichhölzer benutzt. Dieser Spruch soll seinem Unternehmen jährlich 5.000.000 Dollar eingebracht haben. Es sei Zufall gewesen, dass Warner Bros. im selben Jahr Three on a Match sowie eine Filmbiografie über Ivar Kreuger, in der ebenfalls Warren William in der Titelrolle zu sehen war, herausgebracht habe.
Filmhandlung Mary Keaton, Vivian Revere und Ruth Westcott, die schon dieselbe Grundschule in New York besuchten, treffen sich als erwachsene junge Frauen eher zufällig wieder und beschließen, sich zum Mittagessen zusammenzusetzen und sich in Zukunft nicht mehr aus den Augen zu verlieren. Als sie sich jeweils eine Zigarette mit demselben Streichholz anzünden, diskutieren sie darüber, dass dies, wenn man abergläubisch sei, Unglück bringen soll und die, in diesem Fall Vivian, die sich ihre Zigarette als letzte anzündet, als erste sterben werde. Sie unterhalten sich auch über ihre verschiedenen Lebensweisen und darüber, wie sie zurzeit leben. Mary ist ein Showgirl. Sie war einige Zeit in einer Besserungsanstalt, hat jedoch inzwischen wieder Fuß gefasst. Ruth hingegen arbeitet als Stenografin und Vivian ist, zumindest finanziell, am besten gestellt; sie ist mit dem erfolgreichen Anwalt Robert Kirkwood verheiratet und hat einen kleinen Sohn. Obwohl sie von den drei Frauen am sorglosesten leben könnte, ist sie unzufrieden und will mit ihrem Sohn „Bobby“ Robert Jr. eine Reise durch Europa unternehmen.
Kurz bevor das Schiff ablegt, geht Mary mit zwei Männern an Bord, um an einer Abschiedsparty für einige Freunde teilzunehmen. Unter ihnen ist auch der Spieler Michael Loftus, der mit Vivian flirtet. Da sie sich in ihn verliebt hat, hat er ein leichtes Spiel, als er sie überredet, mit ihm durchzubrennen. Minuten bevor das Schiff ablegt verlassen beide mit dem kleinen Bobby den Ozeandampfer.
Das Leben, das Vivian nun führen muss, ist schäbig und voller Ausschweifungen. Mary macht sich Sorgen um ihre Freundin, ist aber vor allem beunruhigt, weil Vivian ihren Sohn vernachlässigt. So erzählt sie Robert, der sich große Sorgen um sein Kind macht, wo er den Jungen finden kann. Robert hat sich inzwischen in Mary verliebt und möchte sie heiraten, sobald seine Scheidung durch ist. Ruth wird von ihm eingestellt, um sich um den kleinen Bobby zu kümmern. Am Tag als die Scheidung rechtskräftig wird, heiraten Robert und Mary.
Vivian ist inzwischen drogensüchtig und gibt einen Großteil des ihr noch verbliebenen Geldes dafür aus. Einen nicht unerheblichen Teil ihres Geldes hat Michael verspielt. Zudem hat Michael Loftus auch noch Schulden bei dem Gangster Ace, der ihn auffordert, die 2000 Dollar unverzüglich zurückzuzahlen, sonst drohe ihm Schlimmes. In seiner Verzweiflung versucht Michael, Robert zu erpressen, indem er ihm droht, die Presse über Marys Vergangenheit in einer Besserungsanstalt zu informieren. Mary hat Robert jedoch alles aus ihrer Vergangenheit erzählt, sodass Robert sich weigert, zu zahlen. Nun kommt Michael auf die schlimme Idee den kleinen Bobby zu entführen, um so an das Lösegeld für seine Schulden zu kommen. Die Schläger, die Ace geschickt hat, finden das Kind mit Michael und Vivian in deren Wohnung im Schlafzimmer vor. Sie sind begeistert und fordern nun ein sehr viel höheres Lösegeld von 25.000 Dollar.
Vivian leidet inzwischen an Entzugserscheinungen, sodass einer der Gangster ihr Drogen besorgen will. Dabei sieht er, wie Polizisten in dem Viertel, in dem Vivian und Michael leben, von Tür zu Tür gehen auf der Suche nach dem entführten Kind. Die Gangster beschließen daraufhin, den Jungen zu töten, bevor die Polizei eintrifft und auf ihn stößt. Michael haben sie dazu auserkoren, dieses grauenvolle Verbrechen zu begehen. Er sträubt sich jedoch entschieden, weder will er diese Untat begehen noch will er, dass dem kleinen Bobby etwas geschieht. Dafür bezahlt er mit seinem Leben.
Inzwischen hat Vivian mitbekommen, dass man ihren Sohn ermorden will und ist entschlossen, das Leben ihres Kindes um jeden Preis zu retten. Sie sagt dem Kleinen, er solle sich unterm Bett verstecken. Mit ihrem Lippenstift kritzelt sie sodann eine Nachricht auf die Vorderseite ihres Nachthemds, die den Aufenthaltsort des Kindes verrät. Als die Gangster durch die Schlafzimmertür eindringen, springt Vivian aus dem Fenster im vierten Stock. Ihr Tod führt dazu, dass die Nachricht schnell gelesen und ihr Kind gerettet werden kann.
Mary und Ruth zünden sich einige Zeit später in Gedenken an die Freundin ihre Zigaretten am selben Streichholz an und werfen es dann ins Kaminfeuer, wo die Flamme erlischt.
Produktion Produktionsnotizen, Hintergrund Die Dreharbeiten zum Film fanden im Juni 1932 statt.Christina Rice: Ann Dvorak: Hollywood’s Forgotten Rebel. University Press of Kentucky (2013); ISBN 978-0-8131-4440-5, S. 83, 84, 88. Gedreht wurde im Echo Park Lake in Los Angeles sowie in Santa Monica State Beach, auf der 450 North Grand Avenue in Los Angeles und im Hollenbeck Park in Los Angeles sowie in den Warner Brothers Burbank Studios in Burbank, sämtlichst in Kalifornien in den USA.
Ann Dvorak wurde als letzte der vier Hauptdarsteller für die Rolle gecastet.A Little from Lots archive.org (englisch), 27. Mai 1932. Abgerufen am 18. September 2024. In Humphrey Bogarts Karriere ist der Film „insoweit von Bedeutung, als er seinen ersten echten Versuch markiert, einen rauhen Schurken darzustellen, hier ‚The Mug‘ genannt“.Alan G. Barbour: Humphrey Bogart. Seine Filme – Sein Leben. In: Heyne Filmbibliothek Nr. 32/1. 6. Auflage. Heyne, München 1973(deutsche Erstausgabe 1984); ISBN 3-453-86001-2, S. 35, 36. Bogarts Mitwirkung im Film Midnight lag zwar vor dieser Rolle. Der Film wurde jedoch erst 1934 veröffentlicht. Mervyn LeRoy kannte ihn und wollte Bogart aus diesem Grund für diesen Film haben.Richard Schickel: Bogie: A Celebration of the Life and Films of Humphrey Bogart. St. Martin’s Press (1932); ISBN 978-0-312-36629-2, S. 99. Joan Blondell posierte 1932 für ein nach damaligem Verständnis ziemlich gewagtes Werbefoto für den Film, der später aufgrund des Motion Picture Production Code verboten wurde. Bogarts spielt in diesem Film einen Gangster, der von dem von Lyle Talbot gespielten Gangster gedungen wird, einen kleinen Jungen zu kidnappen. Im weiteren unbeholfenen Plot mit vielen turbulenten Verwicklungen, wie Barbour es ausdrückte, habe Bogart tatsächlich so wenig zu tun gehabt, dass er wieder einmal beschlossen habe, dem Film den Rücken und zum Broadway zurückzukehren.
Jerry Vermilye schrieb in seiner Biografie über Bette Davis, dass Mervyn LeRoy bei Three on a Match genauso „geschickt und lebhaft“ Regie geführt habe wie bei seinem vorangegangenen Film; das Resultat sei für Warners erfreulich gewesen, nämlich ein netter unterhaltsamer Film mit niedrigen Produktionskosten. Bette Davis berichtete später, dass LeRoy kaum Notiz von ihr genommen habe, während Joan Blondell von ihm besonders gelobt worden sei. Davis schrieb diese negative Reaktion ihrer Bühnenherkunft zu. Warren William hingegen, der Star in Three on a Match, hielt viel von Bette Davis’ schauspielerischen Fähigkeiten und wollte sie gern als Partnerin für seinen neuen Film haben, eine muntere politische Satire.Jerry Vermilye: Bette Davis. Ihre Filme – ihr Leben. In: Heyne Filmbibliothek Nr. 32/4. 3. aktualisierte Auflage. Heyne, München 1988; ISBN 3-453-86004-7, S. 31, 32. Es war tatsächlich so, dass Mervyn LeRoy die schauspielerische Leistung von Bette Davis in diesem Film nicht mochte. Sie wiederum konnte seiner Regie nichts abgewinnen und nannte ihn einen „Stümper“.Three on a Match (1932) dvdinfatuation.com (englisch)
Jeff Stafford führte aus, dass Studiochef Jack Warner unter den drei Hauptdarstellerinnen Ann Dvorak bevorzugt habe. Dieser habe in seiner Biografie erklärt, dass er sie in Scarface gesehen und die weltfremde Art der zierlichen Frau, ihn angezogen habe, da so etwas bei den Schauspielerinnen im Hollywood dieser Zeit selten gewesen sei. Dvorak hätte ein großer Star werden können, wenn sie nicht vom Pech verfolgt gewesen wäre. In ihrer Autobiografie The Lonely Life äußerte sich Bette Davis negativ über diesen Film und auch über den Regisseur, der laut ihrer Aussage „ihr nächster unsympathischer Regisseur“ gewesen sei, und ständig davon gesprochen habe, was für ein großer dramatischer Star Joan Blondell werden würde, worüber sie sich für Blondell gefreut habe. Seine gezielten Anspielungen und seine Gleichgültigkeit ihr gegenüber hätten sie in ihrer täglichen Arbeit aber kaum ermutigt. Etwas in ihr habe bei dieser Art Männern Widerstand hervorgerufen. Zu Davis Frustration über ihre Rolle kamen dann noch die unerwünschten Avancen des Hauptdarstellers Warren William hinzu, von dem die Schauspielerin sich bereits in früheren Filmen belästigt gefühlt hatte. Mervyn LeRoy gestand in seiner Autobiografie Mervyn LeRoy: Take One ein gewisses Bedauern darüber ein, wie er Davis behandelt habe. Dass er seinerzeit in einem Interview geäußert habe, dass Bette Davis es nicht schaffen werde, sei zudem ein großer Fehler gewesen.
Soundtrack Smiles; Musik: Lee S. Roberts; Text: J. Will Callahan gespielt als Backgroundsound beim Eintritt ins Jahr 1919 The Sheik of Araby; Musik: Ted Snyder; gespielt als Backgroundsound Eintritt ins Jahr 1921 Stars and Stripes Forever von John Philip Sousa; gespielt vom Schulorchester, Leitung: Herman Bing Auld Lang Syne; schottische traditionelle Melodie; gespielt als Hintergrundmusik zum Schulabschluss The Prisoner’s Song von Guy Massey; schottische traditionelle Melodie Diane; Musik: Ernö Rapée, Text: Lew Pollack; gespielt am Piano, gesungen von Sheila Terry The Charleston; Musik: James P. Johnson; gespielt als Hintergrundmusik bei wilden Partys Dancing with Tears in My Eyes; Musik: Joseph A. Burke; gespielt als Backgroundsound beim Eintritt ins Jahr 1930 Some of These Days von Shelton Brooks; gespielt am Piano von Harry Seymour, getanzt von Ann Dvorak Oh! What a Pal Was Mary; Musik: Pete Wendlung, Text: Edgar Leslie und Mort Dixon; am Piano gespielt und gesungen von Harry Seymour I Found a Million Dollar Baby (in a Five and Ten Cent Store); Musik: Harry Warren; gespielt beim Eintritt ins Jahr 1931 Happy Days Are Here Again; Musik: Milton Ager, Text: Jack Yellen; gespielt als Background beim Eintritt ins Jahr 1932 How Dry I Am; traditionelle Weise; gespielt während einer Eröffnungssequenz National Emblem; Musik: Edwin Eugene Bagley; gespielt während der Eröffnungsszene, wenn die Schlagzeile über das Wahlrecht gezeigt wird School Days; Musik: Gus Edwards; gespielt während der Eröffnungsszene, wenn die Schulüberschrift gezeigt wird The Sidewalks of New York; Musik: Charles B. Lawlor; Text: James W. Blake; gespielt während der Eröffnungsszene auf dem Spielplatz Three on a Match; Musik: Ted Fiorito; gespielt während des Vorspanns und häufig während des Films Someone to Care For; Musik: Harry Warren; gespielt während Vivian und Michael tanzen Deep in Your Eyes; Musik: Harry Warren; gespielt während Vivian und Michael an Deck des Schiffes sind
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