Christoph Werner (* 19. November 1972 in Karlsruhe) ist ein deutscher Unternehmer und seit September 2019 Vorsitzender der Geschäftsführung der Drogeriemarktkette dm-drogerie markt.

Leben Werner ist das zweitälteste von sieben Kindern des dm-Gründers Götz W. Werner. Christoph Werner ist verheiratet und hat zwei Kinder. Aus dem elterlichen Haus ist er anthroposophisch geprägt, woraus er sein Verständnis für unternehmerische Verantwortung ableitet.

Beruflicher Werdegang Nach seinem Abitur an der Freien Waldorfschule in Karlsruhe absolvierte er von 1992 bis 1995 ein Studium der Betriebswirtschaftslehre an der Dualen Hochschule Karlsruhe. Im Rahmen seines Dualen Studiums sammelte er zwischen 1992 und 1995 bei Tegut in Fulda und bei dm-drogerie markt praktische Erfahrungen im Handel. Nach dem Wehrdienst durchlief er von 1996 bis 2000 verschiedene Stationen in Vertrieb und Marketing der L’Oréal-Gruppe in Frankreich. Von 2001 bis 2010 war er beim Pharmaunternehmen GlaxoSmithKline in der Konsumgütersparte in den USA und zuletzt erneut in Frankreich sowohl im Marketing als auch im Vertrieb tätig. Von Februar 2003 bis Oktober 2010 war er zudem Aufsichtsrat bei dm-drogerie markt. Von 2006 bis 2007 absolvierte Werner ein berufsbegleitendes Internationales Executive MBA Studium an der Katz Graduate School of Business an der University of Pittsburgh.

Ende 2010 wurde Werner Mitglied der erweiterten Geschäftsleitung von dm-drogerie markt, verantwortlich für das Ressort Marketing + Beschaffung. Im Juni 2011 wurde er zum Geschäftsführer bestellt. Neben der Ressortverantwortung übernahm er die Regionsverantwortung für ca. 200 dm-Märkte in mehreren Bundesländern. Im Jahr 2017 wurde Werner vom Aufsichtsrat zum stellvertretenden Vorsitzenden der Geschäftsführung von dm-drogerie markt berufen; im September 2019 wurde er Vorsitzender der Geschäftsführung.

Weitere Tätigkeiten Werner ist im Kuratorium der Lobbyorganisation Stiftung Familienunternehmen, leitet die Kommission „Handel und Konsumgüter“ der Lobbyorganisation Wirtschaftsrat der CDU und ist im Handelsausschuss der Deutschen Industrie- und Handels-Kammer (DIHK). Er ist Mitglied in den Aufsichtsräten von dm-Österreich, sowie der Kärcher SE. Er ist im Beirat der Würth-Gruppe.

Politische Positionen Als Vorsitzender der dm-Geschäftsführung bringt sich Christoph Werner auch in wirtschaftspolitische und gesellschaftliche Debatten ein und schreibt monatlich eine Kolumne in der WirtschaftsWoche.

So äußerte er sich etwa zum Thema Lieferkettensorgfaltspflichten wiederholt kritisch. Er bezeichnete das geplante EU‑Lieferkettengesetz in Interviews als übergriffig und warnte davor, politische Verantwortung für Menschenrechts‑ und Umweltstandards einseitig auf Unternehmen zu verlagern. In diesem Zusammenhang betonte Werner, dass staatliche Aufgaben nicht an die Wirtschaft delegiert werden könnten und Regulierung primär Sache der Politik sei. Zugleich sprach er sich für international einheitliche Standards in der Lieferkettenregulierung aus und verwies darauf, dass nationale oder europäische Alleingänge Wettbewerbsnachteile für Unternehmen schaffen könnten.

Als die Lobbyorganisation Die Familienunternehmer im Herbst 2025 wegen der Einladung unter anderem von Vertretern der als gesichert rechtsextrem eingestuften Partei Alternative für Deutschland zu einem parlamentarischen Abend in der Kritik stand, kommentierte Werner, dass es in einer Demokratie „grundsätzlich statthaft“ sei, gewählte Abgeordnete zu einer als „parlamentarischer Abend“ bezeichneten Veranstaltung einzuladen. Als Werner und dm-drogerie markt daraufhin von einer Welle öffentlich geäußerter Kritik sowie von einem Boykott-Aufruf der Lobbyorganisation Campact getroffen wurden, verkündete er, dass das Unternehmen dm „eine polarisierende Brandmauer-Debatte“ zur Alternative für Deutschland ebenso entschieden ablehne wie die Positionen dieser Partei, welche die freiheitlich-demokratische Grundordnung infrage stellten. Laut der Drogerie-Kette dm war das Unternehmen bereits Monate vorher aus dem Verband ausgetreten.

In der ZDF-Talkshow „Markus Lanz“ setzte sich Werner daraufhin wie folgt zur Wehr: „Wenn wir diejenigen, die wir ausgrenzen, verschweigen, geben wir ihnen die Macht über unseren Diskurs. Und das ist nicht klug“. Werner bekam für diese Aussage vom Journalist Gabor Steingart (The Pioneer) Zuspruch, der Werner als eine der Persönlichkeiten des Jahres 2025 bezeichnete.

Weblinks Deutschlandfunk Zwischentöne. Musik und Fragen zur Person vom 31. August 2025: Der Unternehmer Christoph Werner im Gespräch mit Marietta Schwarz. „Das Erlebnis der Zusammenarbeit“

Einzelnachweise

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