mini|Das Filmteam bei der Goya-Verleihung 2025 Der Fall Nevenka (Originaltitel Soy Nevenka) ist ein spanischer Spielfilm aus dem Jahr 2024 von Regisseurin Icíar Bollaín, die gemeinsam mit Isa Campo das Drehbuch schrieb, das auf tatsächlichen Ereignissen basiert und einen der ersten Fälle der spanischen MeToo-Bewegung behandelt. Die Hauptrollen übernahmen Mireia Oriol als Nevenka Fernández und Urko Olazábal als Bürgermeister Ismael Álvarez.

Handlung Die junge Nevenka Fernández tritt nach ihrem Studium eine Stelle als Finanzberaterin in der nordspanischen Gemeinde Ponferrada an. Unterstützt und gefördert wird sie zunächst vom dortigen Bürgermeister Ísmael Alvarez, der bald sein Interesse an ihr zum Ausdruck bringt.

Seinen andauernden Zudringlichkeiten gibt sie zuerst nach. Was als vermeintlicher Flirt beginnt, endet mit sexuellem Missbrauch. Nevenka beschließt, gegen ihren Vorgesetzten vor Gericht zu gehen. Dabei ist sie auf sich allein gestellt, sie sieht sich dessen Machtapparat ausgeliefert.

Produktion und Hintergrund Die Dreharbeiten fanden von 29. Januar bis zum 15. April 2024 in Spanien statt, gedreht wurde in Zamora, Bilbao und Burgos.

Produziert wurde der Film von Feelgood Media, Kowalski Films, Nva Peli AIE, Produzenten waren Guillermo Sempere, Koldo Zuazua und Juan Moreno, als Executive Producer fungierten Guadalupe Balaguer und Juana Macías. Den Vertrieb übernahm Film Factory Entertainment und Buena Vista International.

Die Kamera führte Griselda Jordana, die Musik schrieb Xavier Font und die Montage verantwortete Nacho Ruiz Capillas. Den Ton gestalteten Eva Valiño und Juan Ferro, das Kostümbild Clara Bilbao und das Maskenbild Karmele Soler und Sergio Pérez Berbel.

Veröffentlichung Premiere war am 20. September 2024 am Festival Internacional de Cine de San Sebastián, wo der Film in den Wettbewerb um die Goldene Muschel eingeladen wurde. In Spanien kam der Film am 27. September 2024 in die Kinos.

Ab dem 30. September 2024 erfolgten Vorstellungen am Filmfest Hamburg. Am Zurich Film Festival wurde der Film ab dem 4. Oktober 2024 als Gala-Premiere gezeigt.

Auf Arte wurde der Film am 9. September 2026 erstmals ausgestrahlt.

Rezeption Nora Nater vergab auf outnow.ch fünf von sechs Sternen. In wenigen Minuten ziehe dieser fesselnde Film alle Zuschauenden in seinen Bann. Mireia Oriol brilliere in der Hauptrolle und spielt die gebeutelte Nevenka so überzeugend, dass man teilweise gar nicht mehr hinschauen mag. Auch Urko Olazabal sei in seiner Rolle als übergriffiger Politiker sehr glaubwürdig. Der Film rege zum Nachdenken an und lasse niemanden unberührt.

Filmdienst.de bewertete die Produktion mit 2,5 von 5 Sternen. Das Drama handele die Stationen des Leidenswegs eher konventionell und ohne viel Raum für Zwischentöne ab. Stärken besitze es indes da, wo es sich auf das seelische Leid einer Frau konzentriere, die durch Angst, den Druck der Öffentlichkeit und Selbstzweifel zu zerbrechen drohe.

tvspielfilm.de nannte den Film eine eindrucksvolle Biografie einer mutigen Feministin. Die wunderbare Hauptdarstellerin Mireia Oriol spiele eindringlich eine Frau, die nicht nur für sich, sondern für ihr ganzes Geschlecht einstehe. Sicherlich trägt dieses Biopic teilweise etwas dick auf, gerate mehrfach extrem pathetisch. Doch der realen Größe des Falls werde es ebenfalls gerecht. Das sei eine kluge historische Lehrstunde.

Auszeichnungen und Nominierungen Festival Internacional de Cine de San Sebastián 2024 Nominierung für den Wettbewerb um die Goldene Muschel Auszeichnung mit dem Euskadi Basque Country 2030 Agenda Award

Goya 2025 Nominierung in der Kategorie Bester Hauptdarsteller (Urko Olazabal) Nominierung in der Kategorie Beste Nachwuchsdarstellerin (Lucía Veiga) Nominierung in der Kategorie Bestes adaptiertes Drehbuch (Icíar Bollaín und Isa Campo) Nominierung in der Kategorie Beste Kamera (Griselda Jordana)

Weblinks

Einzelnachweise

Kategorie:Filmtitel 2024 Kategorie:Spanischer Film Kategorie:Filmdrama Kategorie:Feministischer Film Kategorie:MeToo Kategorie:Politik in der Kultur