Georg Lochner (* um 1824 in Kirchehrenbach (Oberfranken); † um 1910 in London) war eine Persönlichkeit der deutschen und internationalen Arbeiterbewegung des 19. Jahrhunderts.Franz Mehring: „Karl Marx - Geschichte seines Lebens“, Gesammelte Schriften, Band 3, Berlin/DDR, 1960 – S. 256/330 Von Beruf Tischler und Aktivist der Deutschen Revolution von 1848 (auch Märzrevolution), war er früh Mitglied im Bund der Gerechten und deren Nachfolgeorganisation Bund der Kommunisten. 1851 hielt er sich in Frankfurt am Main auf, wurde ausgewiesen und emigrierte 1852 endgültig nach London. Enger Freund von Karl Marx und Friedrich Engels.Marx-Engels-Gesamtausgabe (MEGA) - Berlin-Brandenburgische Akademie der Wissenschaften (Hrsg.), Berlin / PDR Datentransformation vom 13.04.2011: Band II/15: S. 931, Band III/9: S. 138, S. 314, S. 429, S. 585, S. 646, Band III/10: S. 541, S. 612, Band III/13: S. 117, S. 647, S. 810

Leben

Lochner muss verheiratet gewesen sein (Name der Ehefrau unbekannt) – wohnte zusammen mit mindestens einem Sohn namens George junior (dessen Ehefrau Madaleine, Geburtsname unbekannt) im Londoner Stadtteil Hammersmith, am Nordufer der Themse. In einem Brief an Friedrich Engels gab er an, dass sein Arbeitsweg innerhalb Londons sehr lang gewesen sein.Brief von Georg Lochner an Friedrich Engels: International Institute of Social History – Amsterdam – Netherlands – Brief Nr. 3 von 1891 = L_3615 Seine Adresse lautete: 5 Sussex Place, Bridge Road, Hammersmith, London. Sein Enkel hieß George Cecil Lochner (1888 – 2. Juli 1916, gefallen im Ersten Weltkrieg) – begraben am Militärfriedhof Ecoivres, Mont-Saint-Elois II.E.28 in Frankreich.https://www.cwgc.org/find-records/find-war-dead/casualty-details/65657/george-cecil-lochner Weitere Forschungen zu seinen Nachkommen sind bislang ergebnislos verlaufen.

Politisches Engagement

In seiner Heimat Franken war er einer „der eifrigsten Demokraten“.Carl G. Wermuth/Wilhelm Stieber: „Die Communisten-Verschwörungen des 19. Jahrhunderts“, Berlin, 1854 – S. 75 In „Neubayern“, wie Franken in einer Beschreibung der Verhältnisse nach der Machtübernahme durch das Königreich Bayern 1815/16 genannt worden ist und der Märzrevolution, fielen auf das linke politische Lager 32 der 52 WahlbezirkeWerner K. Blessing: „1848/49 – Revolution in Franken“, Haus der Bayerischen Geschichte und Kultur, Band 22, Augsburg, 1999 - S. 20. Kurz, ehe die Kommunistenhetze in Deutschland losbrach, emigrierte Lochner nach England, nicht um seine Person in Sicherheit zu bringen, sondern, weil er weitere Propaganda und Aktionen ebenso für aussichtslos hielt, wie seine Nürnberger Genossen.Leipziger Volkszeitung vom 27. Februar 1905 – Neuer Abdruck in Franz Mehring: „Gesammelte Schriften“, Band 4, Berlin, 1960 – 1967, S. 442–444

In London wurde er 1852 Mitglied im Deutschen Arbeiterbildungsverein.Marx-Engels-Gesamtausgabe (MEGA) - Berlin-Brandenburgische Akademie der Wissenschaften (Hrsg.), Berlin / PDR Datentransformation vom 13.04.2011: Band II/15: S. 931, Band III/9: S. 138, S. 314, S. 429, S. 585, S. 646, Band III/10: S. 541, S. 612, Band III/13: S. 117, S. 647, S. 810 Als Friedrich Leßner nach seiner Festungshaft ebenfalls nach London gegangen ist, und sich dem Arbeiterbildungsverein anschloss, tritt er entschieden den kleinbürgerlichen Tendenzen innerhalb der Organisation entgegen. Seine „alten Verbündeten“ waren dabei neben Lochner vor allem Carl Heinrich Pfänder – Marx verfolgte mit großem Interesse die ideologischen Auseinandersetzungen dort. So stimmte er zu, eine eigene Zeitung des Arbeiterbildungsvereins herauszugeben, genannt „Das Volk“, die im Mai 1859 für kurze Zeit erschienen ist; um editorische Fragen zu klären, hatte Karl Marx seine Getreuen zu sich eingeladen: Wilhelm Liebknecht, Friedrich Leßner, Carl Heinrich Pfänder und Georg Lochner.Irma Sinelnikowa: „Friedrich Leßner – Eine Biographie des Kommunisten und Freundes von Karl Marx und Friedrich Engels“, Dietz-Verlag, Berlin, 1980 – S. 92 Am 28. September 1864 wurde dann die Internationale Arbeiter-Assoziation (IAA), gegründet und auf Vorschlag von Marx persönlich wurde Georg Lochner in den Generalrat der 1. Internationale berufen. Er blieb dies in den Jahren 1864 bis 1867 und 1871/1872.Hans Müller: „Ein vergessener Revolutionär aus Heilbronn: Carl Heinrich Pfänder (1819 – 1876)“, heilbronnica 4 – Hrsg.: C. Schrenk, P. Wanner, Beiträge zur Stadt- und Regionalgeschichte; Quellen und Forschungen zur Geschichte der Stadt Heilbronn 19; Jahrbuch für schwäbisch-fränkische Geschichte 36, Stadtarchiv Heilbronn, 2008 - S. 300

1864 unterzeichnete er den Brief von Karl Marx an Abraham Lincoln, als Gratulation zu dessen Wiederwahl zum amerikanischen Präsidenten.Brief von Karl Marx an Abraham Lincoln – in: MEW, Band 16, S. 51/52 (MEW = Marx-Engels-Werke, Dietz-Verlag, Berlin, 1962 – 1964) oder www.lochner-genealogie.de 1865 und 1871 nahm er an der Londoner Konferenzen der IAA teil. Marx selbst schrieb in einem Brief an Dr. Louis Kugelmann vom 12. Dezember 1868 nach Hannover: Bei dem Begräbnis von Marx am 14. März 1883 war Lochner anwesend – es sollten, wie Karl Marx es selbst bestimmt hatte, „die Teilnahme auf die Familie und die intimsten Freunde“ beschränkt bleiben.„Der Sozialdemokrat“ - Nr. 14 vom 29. März 1883 (Ihre Namen leben durch die Jahrhunderte fort), Berlin, 1983 - S. 114 In drei handgeschriebenen Briefen von Georg Lochner an Friedrich Engels in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts verlieh er bereits seiner Sorge Ausdruck, dass Marx zu früher sterben könnte, ohne sein Hauptwerk zu beenden,Brief von Georg Lochner an Friedrich Engels: International Institute of Social History – Amsterdam – Netherlands – Brief Nr. 3 von 1891 = L_3615 bzw., dass es ihm in Bezug nun auf Engels so ergehen würde, da auf diesen nun die Aufgabe zukommen werde, nach Karl Marx Tod, die weiteren Bände aus seinem Nachlass zusammen zu stellen. „Ich erinnere mich“, schrieb Lochner an Engels, „dass Marx, als wir von der möglichen Unterbrechung seiner Arbeiten sprachen, sich im gleichen Sinne aussprach“.Brief von Georg Lochner an Friedrich Engels: International Institute of Social History – Amsterdam – Netherlands – Brief Nr. 2 von 1883 = L_3614 Band 2 und 3 der Nachfolgebücher des „Kapitals“ veröffentlichte Engels 1885 und 1894. Leßner und Lochner beglückwünschten Friedrich Engels in einem gemeinsamen Brief vom 28. November 1894 dazu.Regina Roth, Eike Kopf, Carl-Erich Vollgraf (Hrsg.): „Karl Marx – Das Kapital. Kritik der politischen Ökonomie. 3. Band“, Akademie-Verlag, Berlin, 2004

Edward Aveling, der Lebensgefährte von Marx‘ Tochter Eleanor, verfasste um 1890 den nachfolgenden Kommentar zu Lochner: In der Leipziger Volkszeitung erschien ein Nachruf zum 80. Geburtstag von Friedrich Leßner am 27. Februar 1905:

Einzelnachweise

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