mini|Hermann Oesterley, Unterschrift (1865) Hermann Oesterley (auch ÖsterleyHermann Österley (Hrsg.): Steinhöwels Äsop. L. F. Fues, Tübingen 1873. (Google Books); * 14. Juni 1833Abweichendes Geburtsjahr 1840 bei Renate Senf: Die Oesterleys in Göttingen. In: Norddeutsche Familienkunde, Jg. 1, 1952, Heft 2, S. 33–39, hier S. 34 (Stammbaum). in Göttingen; † 2. Februar 1891 in BreslauAndré Schnyder: Oesterley, Hermann. In: Neue Deutsche Biographie (NDB). Band 19, Duncker & Humblot, Berlin 1999, ISBN 3-428-00200-8, S. 461. (Abschrift, Digitalisat). – Abweichend davon wird Boppard als Oesterleys Sterbeort genannt von Friedrich Volbehr u. a.: Professoren und Dozenten der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel 1665–1954. 4. Aufl. Hirt, Kiel 1956, S. 209 (Nr. 83). (Digitalisat) und darin wohl folgend u. a.: Deutsches Literatur-Lexikon, 3. völlig neu bearbeitete Auflage, Bd. 11. Francke Verlag, Bern / Stuttgart 1988, Sp. 605; Kalliope-Verbund; deutsche-digitale-bibliothek.de, portal.dnb.de.) war ein deutscher Musikwissenschaftler, Bibliothekar und Germanist.André Schnyder: Oesterley, Hermann. In: Neue Deutsche Biographie, Bd. 19 (1999), S. 461; Friedrich Volbehr u. a.: Professoren und Dozenten der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel 1665–1954. 4. Aufl. Hirt, Kiel 1956, S. 209 (Nr. 83).

Ausbildung und Wirken Hermann Oesterley erwarb sein Abiturzeugnis in LeipzigWilhelm Ebel: Die Matrikel der Georg-August-Universität zu Göttingen 1837–1900 (= Veröffentlichungen der Historischen Kommission für Niedersachsen und Bremen. Band 9,3). 2 Bände, Lax, Hildesheim 1974. (Digitalisat des Textbandes auf gdz.sub.uni-goettingen.de, abgerufen am 24. September 2025), hier Bd. 1, S. 189, Nr. 45477. und studierte ab 1854 an der Universität Göttingen Philosophie und Musik; dort promovierte er bereits 1855 im Fach Philosophie mit einer Dissertation zum Thema „Abriss der Geschichte der philosophischen Beweise für das Sein Gottes“.

Musikalisch vorgebildet, versuchte Oesterley ab 1857 mehrfach vergeblich, die Stelle des Akademischen Musikdirektors an der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel zu erhalten. Stattdessen habilitierte er sich in Kiel für das Fach Musikwissenschaft und lehrte dort vom Wintersemester 1858/59 bis zum Sommersemester 1861 als „Privatdozent für Theoretische Musik“. Dort war er der erste Habilitand in diesem Fach überhaupt. Oesterley verließ Kiel 1861, nahm einen Zwischenaufenthalt in London und kehrte in seine Heimatstadt zurück, wo er 1862–1872 an der Universitätsbibliothek Göttingen arbeitete (zunächst als „Bibliotheks-Hülfsarbeiter“, ab 1866 als „Bibliotheks-Sekretär“Personalakte von Hermann Oesterley im Universitätsarchiv Göttingen, Signatur: Kur. 6571, hier: Blatt 36 mit Dankschreiben Oesterleys vom 3. Juni 1866 (Digitalisat auf arcinsys.niedersachsen.de, abgerufen am 23. September 2025).), anschließend 1873–1891 an der Universitätsbibliothek Breslau als Kustos, seit 1876 als Bibliothekar. 1883 wurde ihm dort der Professorentitel verliehen.

Die in der späteren Literatur über Hermann Oesterley genannte Berufsbezeichnung Germanist erwarb er sich vor allem in Breslau durch Herausgabe von Sammlungen kurzepischer Literaturen, die auf verschiedenen internationalem Erzählungen beruhen. Außerdem gab Oesterley eine Reihe von Werken verschiedener Schriftsteller – vor allem schlesischer Barockautoren – heraus. In seinen letzten Lebensjahren veröffentlichte er auch historiographische Handbücher. Oesterley war zudem Autor einiger Personenartikel in der Allgemeinen Deutschen Biographie.

Familie Hermann Oesterley stammte aus einer Göttinger Juristen- und Beamtenfamilie und war ein Sohn des dortigen Bürgermeisters Ferdinand Oesterley (1802–1858) sowie der Mathilde Oesterley, geb. Scharlach (1806–1889), aus Münden. Sein jüngerer Bruder war der spätere preußische Infanteriegeneral Georg Oesterley (ab 1869 von Oesterley); ein Onkel war der Maler Carl Wilhelm Friedrich Oesterley (1805–1891).

Hermann Oesterley gründete erst relativ spät 1865Niedersächsisches Landesarchiv Abteilung Hannover: Hann. 90, Nr. 2222: Bibliotheksekretär Dr. Hermann Wilhelm Johann Carl Oesterley in Göttingen, 1866–1876. (Findbucheintrag auf arcinsys.niedersachsen.de, abgerufen am 17. Januar 2026) eigene Familie, war verheiratet mit der Musikerin Fanny geb. Masius (1832–1921) und hatte mit ihr eine 1875 geborene Tochter. Osterley starb 1891 im Alter von nur 57 Jahren, als die Tochter noch minderjährig war. Seine Witwe zog später zurück nach Göttingen.

Schriften (Auswahl)

Abriss der Geschichte der philosophischen Beweise für das Sein Gottes. Dissertation Universität Göttingen. Dieterich, Göttingen 1855. (Digitalisat auf commons.ptsem.edu, abgerufen am 22. September 2025) Academische Vorlesungen über Theorie der Musik. Breitkopf und Härtel, Leipzig 1861. (Digitalisat auf archive.org, abgerufen am 22. September 2025) Der Gottesdienst der englischen und der deutschen Kirche. Vergleiche und Vorschläge. Vandenhoeck & Ruprecht, Göttingen 1863. Handbuch der musikalischen Liturgik in der deutschen evangelischen Kirche. Vandenhoeck & Ruprecht, Göttingen 1863. (Digitalisat auf commons.ptsem.edu, abgerufen am 22. September 2025) Die Dichtkunst und ihre Gattungen. Ihrem Wesen nach dargestellt und durch eine nach den Dichtungsarten geordnete Muster-Sammlung erläutert. Leuckart, Breslau 1870. Historisch-geographisches Wörterbuch des deutschen Mittelalters. Perthes, Gotha 1883 (Volltext) (Nachdruck: Zeller, Aalen 1962). Wegweiser durch die Literatur der Urkundensammlungen. Zwei Bände. Reimer, Berlin 1885/1886. (Google Books; Nachdruck: Olms, Hildesheim 1969).

Literatur IB (= Ingrid Bigler): Oesterley, Hermann. In: Deutsches Literatur-Lexikon, 3. völlig neu bearbeitete Auflage, Bd. 11. Francke Verlag, Bern / Stuttgart 1988, Sp. 605 f. André Schnyder: Oesterley, Hermann. In: Neue Deutsche Biographie (NDB). Band 19, Duncker & Humblot, Berlin 1999, ISBN 3-428-00200-8, S. 461. (Abschrift, Digitalisat) Friedrich Volbehr, Richard Weyl: Professoren und Dozenten der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel 1665–1954 (= Veröffentlichungen der Schleswig-Holsteinischen Universitätsgesellschaft Neue Folge, Nr. 7). 4. Auflage bearbeitet von Rudolf Bülck, abgeschlossen von Hans-Rüdiger Newiger. Ferdinand Hirt, Kiel 1956, S. 209 (Nr. 83). (Digitalisat)

Weblinks

Oesterley, Hermann, in der Deutschen Biographie Alexander Lotzow: Hermann Oesterley, auf musik.uni-kiel.de Oesterley, Hermann, im Kalliope-Verbund Digitalisat der Personalakte von Hermann Oesterley im Universitätsarchiv Göttingen

Einzelnachweise

Kategorie:Musikwissenschaftler Kategorie:Bibliothekar (Deutschland) Kategorie:Hochschullehrer (Christian-Albrechts-Universität zu Kiel) Kategorie:Person (Universitätsbibliothek Breslau) Kategorie:Deutscher Kategorie:Geboren 1833 Kategorie:Gestorben 1891 Kategorie:Mann