mini|Pfarrkirche Maria Himmelfahrt mini|hochkant|Innenraum mit Blick zum Chor mini|Innenraum mit Blick zur Orgel mini|Blick in die alte Pfarrkirche Maria Himmelfahrt ist die römisch-katholische Pfarrkirche des Dorfes Schenna in Südtirol. Der Kirchhügel im Zentrum von Schenna stellt mit der alten und neuen Pfarrkirche Maria Himmelfahrt, der romanischen Friedhofskapelle St. Martin, dem neugotischen Mausoleum des Erzherzogs Johann und dem Friedhof ein architektonisch einzigartiges Bauensemble dar. Am 12. Mai 1981 erfolgte die Unterschutzstellung von Seiten des Südtiroler Landesdenkmalamtes. Das Patroziniumsfest der Pfarrkirche ist der 15. August.

Geschichte Der unter dem Patrozinium Mariä Aufnahme in den Himmel stehenden Pfarr- und Mutterkirche von Schenna auf dem alten Kirchhügel dürfte ein hohes Alter zu Grunde liegen. So konnte bei archäologischen Ausgrabungen im Zuge der Kirchensanierung von 2015/16 als Vorgängerbau ein römisches Wohnhaus aus dem 1. bis 4. Jahrhundert nachgewiesen werden, das man im 5. bis 8. Jahrhundert durch eine frühchristliche Kirche mit Apsis ersetzte. Bis zum 12. Jahrhundert war die Urpfarrei Schenna bedeutend größer und umfasste bis dahin die gesamte linke Talhälfte von Passeier inklusive der Tochterkirche St. Leonhard.

Anfang des 13. Jahrhunderts, zur Zeit der erstmaligen Erwähnung der Pfarre, entstand an dem Platz eine neue Kirche im romanischen Stil. Der Vorgängerbau war zunächst ein einfacher Rechteckbau mit einer flachen Holzdecke und Rundapsis.Notburga Unterthurner-Oberbichler: Kunsthistorische Betrachtungen In: Schenna: Dorfbuch 2002. S. 262 Um 1356 erscheint als Pfarrer ein gewisser Aldebrand, der in der Domkirche von Trient an einer Synode teilnahm. Im 14. Jahrhundert war Schenna ein landesfürstliches Lehen. Das Patronatsrecht gehörte demzufolge dem Tiroler Landesfürsten. 1403 stiftete die Witwe von Sigismund von Starkenberg die Seitenkapelle St. Johannes der Täufer, die der Generalvikar des Bischofs von Trient inklusive eines Altares weihte. Für sein eigenes Seelenheil vollzog 1448 Ulrich von St. Georgen auf Schenna an die Pfarrkirche eine Schenkung.

Am 25. August 1511 weihte der Bischof von Archusa und Generalvikar des Bischofs von Trient, Michael Jorba, eine im spätgotischen Stil erneuerte Kirche inklusive mehrerer mit Ablässen verbundenen Altäre. 1567 stiftete Wolfgang Walch in der Kirche ein ewigen Jahrtag und ein jährliches Almosen. Zum Bau eines Widums stellte die Gemeinde Schenna 1577 40 Gulden bereit, unter der Bedingung, dass der Pfarrer u. a. die täglichen Gottesdienste auch in der Filialkirche St. Georg abhalten sowie dem Benefizium Burgstall einen Priester bereitstellen soll. 1586 erhielt die Kirche unter dem Turm eine neue Sakristei. Die alte befand sich vermutlich an Stelle der Seitenkapelle.

Aus Platzmangel errichtete man von 1915 bis 1931, quer zur alten, eine neue, dreischiffige Pfarrkirche im neugotischen Stil nach Plänen des österreichischen Architekten Eduard Hütter. Der Erste Weltkrieg verzögerte die rechtzeitige Fertigstellung. Am 8. November 1931 erfolgte die Weihe. 1993 erhielt die Kirche von Franz Zanin eine neue Orgel.

Friedhofskapelle St. Martin mini|Friedhofskapelle St. Martin Die dem Heiligen Martin von Tours gewidmete Friedhofskapelle mit Rundapsiden soll der Bauform nach karolingischen Ursprungs sein und möglicherweise bis auf das 9. Jahrhundert zurückgehen. Die Jahreszahl 1072 am Türsturz weist sie als älteste Kirche Schennas aus. Das heutige zweischiffige Gotteshaus wird auf das Ende des 13. Jahrhunderts datiert. Das Tympanon weist Ähnlichkeiten mit jenem über dem Seitenportal des im 19. Jahrhundert abgebrochenen romanischen Kirchenschiffes der alten Pfarrkirche St. Johannes der Täufer von Tirol auf. Urkundliche Belege, wie Weih- und Ablassbriefe fehlen. Auch archäologische Grabungen wurden bisher nicht vorgenommen.

Ihr ursprünglicher Zweck, bevor sie zur Friedhofskapelle umfunktioniert wurde, ist nicht bekannt. Zeitweise könnte die Kirche für den Pfarrgottesdienst genutzt worden sein. Bis ca. 1830 fand jährlich eine Prozession von St. Leonhard in Passeier in die Kapelle statt. In der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts wurde nur noch am Patroziniumsfest, dem Martinstag, in der Kapelle eine Messe gelesen. Im Zuge einer Restaurierung von 1922 wurde der ursprüngliche Bauzustand deutlich verändert bzw. modifiziert.

Pfarrerliste Gottfried NN, ca. 1316 Aldebrand NN, ca. 1336 Morhart NN, ca. 1364 Ulrich von Kaltern, ?–1376 Johannes von Bobingen, 1376–? Heinrich Holler, ca. 1400 Johann Lang, ?–1427 Paternoster NN († 1435) Konrad Pirkner, 1435–? Bartholomäus Leher, ca. 1439 Bartholomäus de Swena († ca. 1459) Hieronymus Mayr, 1459–1461 Johannes Mader († vor 1479) Silvester Alt, 1479–1495 Stephan Beizkofer, 1495–1501 Johannes Greul, 1501–1516 Christoph Greul, 1516–1540 Johannes Paumgartner, 1549–? Hans Aicher, 1563–1566 Hans Schütz, 1566–? Heinrich Lorrer († 1631) Johannes Schnitzer, 1634–1651 Simon Theuir, 1650–1655 Marcus Tempsl, 1668–1671 Christoph Campi, 1672 Gregor Schetzer, 1673–1677 Friedrich Sigmund von Coredo, 1678–1681 Bernhard Blankenbach, 1678–1679 Ferdinand Mielich, 1680 Fran Frank, ca. 1681 Hieronymus Dusinus, 1682–1685 Christoph Campi, 1686–1690 Johann Baptist Freihart, 1696 Peter Kerschbamer, 1696–1715 Johann Baptist Freyhart, 1716–1717 Maximilian Verdorffer, 1717–1751 Johann Franz Lang, 1751 Johann Balthasar Pircher, 1752–1755 Johann Auchenthaler, 1776–1799 Johann Junker, 1802–1850 Johann Klotzner, 1850–1852 Franz Lobis, 1852–1865 Josef Sellemond, 1865–1878 Sebastian Fend, 1878–1896 Alois Alber, 1897–1905 Franz Schweigkofler, 1906–1911 Paul Holzner, 1911–1923 Simon Delueg, 1923–1937 Joseph Augschöll, 1937 Vigil Pixner, 1937–1943 Johannes Staffler, 1943–1957 Josef Bacher, 1957–1970 Josef Oberhofer, 1970–1987 Josef Mittelberger, 1987–1994 Alois Profanter, 1994–?Johann Kollmann: Priesterverzeichnisse mit einer Anzahl von Lebensbildern In: Schenna: Dorfbuch 2002, S. 203–204

Literatur

Weblinks

Einzelnachweise

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