Die Dieffenbachie (Dieffenbachia seguine), ganz selten auch Giftaron oder Schweigrohr genannt, ist eine Pflanzenart aus der Gattung der Dieffenbachien (Dieffenbachia) in der Familie der Aronstabgewächse (Araceae). Sie ist in der Karibik und im tropischen Südamerika, besonders in Brasilien beheimatet. Ihre Sorten sind einfach zu pflegende Zimmerpflanzen oder Zierpflanzen für tropische Parks und Gärten.

Beschreibung mini|Stamm und Blattspreiten mit Musterung mini|Habitus und rein grüne Laubblätter

Vegetative Merkmale Die Dieffenbachie ist eine robuste, immergrüne, ausdauernde, krautige Pflanze, die Wuchshöhen von bis zu 3 Metern und Pflanzendurchmesser bis zu 60 Zentimeter erreicht. Die 35 bis 45 cm großen Laubblätter sind in Blattstiel und Blattspreite gegliedert. Die einfachen Blattspreiten sind breit eiförmig bis länglich oder lanzettlich und glänzend dunkelgrün; sie weisen je nach Sorte weiße oder gelbe Musterungen auf.

Generative Merkmale Es werden die für Araceae typischen Blütenstände gebildet.

Taxonomie Die Erstveröffentlichung erfolgte 1760 unter dem Namen (Basionym) Arum seguine durch Nikolaus Joseph Freiherr von Jacquin in Enumeratio Systematica Plantarum Seite 31. Die Art wurde 1832 von Heinrich Wilhelm Schott als Dieffenbachia seguine in Meletemata Botanica Seite 20 in die Gattung Dieffenbachia gestellt. Dieffenbachia seguine hat eine große Anzahl von Synonymen, darunter: Arum crudele , Caladium seguine , Arum seguinum , Caladium maculatum , Seguinum maculatum , Dieffenbachia maculata , Dieffenbachia liturata , Dieffenbachia picta , Dieffenbachia plumieri , Dieffenbachia lineata , Dieffenbachia robusta , Dieffenbachia cognata , Dieffenbachia consobrina , Dieffenbachia poeppigii , Dieffenbachia gollmeriana , Dieffenbachia neglecta , Dieffenbachia ventenatiana , Dieffenbachia irrorata , Dieffenbachia lingulata .

Inhaltsstoffe Pflanzenextrakte werden in Süd- und Mittelamerika als Insektizid, als Ratten- und Schabengift eingesetzt.

Die deutschen Trivialnamen wie Schweigrohr deuten auf die im 17. Jahrhundert geübte Praxis des Einsatzes – insbesondere an beim Fliehen ertappten Sklaven in den Südstaaten der USA – als Foltermittel hin, wobei Pflanzenteile gekaut werden mussten, was zum Anschwellen der Schleimhäute und der Zunge führte und für einen Tag am Sprechen hinderte.

Mechanische Einwirkung auf spezielle Zellen in der Pflanze sorgt dafür, dass Calciumoxalat-Kristalle abgefeuert werden und beispielsweise das Gewebe im Mundraum verletzen. Durch diese Verletzungen können Enzyme, wie das proteolytische Dumbcain, ins Gewebe gelangen, das daraufhin Symptome wie Jucken, Schwellungen und Schmerzen hervorruft. Des Weiteren enthält die Pflanze verschiedene cyanogene Glycoside.

In kleineren Dosen verabreicht können die Pflanzenteile sowohl bei männlichen als auch bei weiblichen Tieren und Menschen anhaltende oder zeitlich begrenzte Unfruchtbarkeit zur Folge haben. Im Frühjahr 1942 bestellte die SS wohl auf Anregung des Hautarztes Adolf Pokorny Pflanzenextrakte für Menschenversuche an Kriegsgefangenen aus der Sowjetunion. Ausgeführt wurden die geplanten Experimente aber nicht. Pokorny stand beim Nürnberger Ärzteprozessen vor Gericht, wurde aber mangels Beweise freigesprochen. Danach verlor sich seine Spur.

Weblinks

Mit dieser Zimmerpflanze wollte die SS Russen sterilisieren. Spiegel Online.

Einzelnachweise Kurt G. Blüchel: Heilen verboten – töten erlaubt. Die organisierte Kriminalität im Gesundheitswesen. Goldmann, 2003, ISBN 3-442-15327-1. Rafaël Govaerts (Hrsg.): Dieffenbachia seguine. Datenblatt bei World Checklist of Selected Plant Families des Board of Trustees of the Royal Botanic Gardens, Kew; abgerufen am 15. Juni 2018.

Kategorie:Aronstabgewächse Kategorie:Zierpflanze