mini|hochkant|Nachgezeichnetes Wappen der Familie Schellenberg Schellenberg, ursprünglich Schellenberger, ist der Name einer weitverzweigten aus Ottweiler im Saarland stammenden Familie. Sie verbreitete sich weiträumig in Baden-Württemberg, ein Familienstamm ist oder war seit dem 18. Jahrhundert in Saarbrücken ansässig. Einzelne Familienmitglieder wanderten in andere Teile Deutschlands aus, darüber hinaus auch nach England, Frankreich, Italien, Niederlande, Schweiz, Afrika, Mexiko, Chile und die USA.

Viele der Familienmitglieder waren Akademiker, Kaufleute und Geistliche. Einige waren auch Militärs und Juweliere.

Geschichte Als Stammvater und Vorfahre aller hier behandelten Schellenberger gilt Lambert Schellenberger (* um 1594 in Ottweiler; † 1642 ebd.). Er studierte seit 1611 in Gießen Theologie, wurde dann 1615 Schulmeister und 1619 Diakon in Ottweiler. Vor 1618 heiratete er Anna Margarethe Stephani, Tochter des Ottweiler Pfarrers und dessen Gemahlin Katharina. Er hatte zwei Töchter und zwei Söhne, von denen einer verschollen ist. Sein Sohn Johann Magnus († 1684) wurde wie er selbst Stammvater aller Schellenberger.

Die drei Söhne seiner sechs Kinder verzweigten den Familienstammbaum in zwei linksrheinische Stämme und einen weit personenreicheren rechtsrheinischen Stamm.

Rechtsrheinischer Stamm Der rechtsrheinische Stamm der Familie Schellenberg wird auch Usinger Stamm genannt, da ihr Stammvater Johann Theobald (* 1649 in Ottweiler; † 1724 in Usingen), ein Sohn des vorherigen Johann Magnus, und seine sieben Kinder (fünf Töchter, zwei Söhne) in Usingen geboren wurden. Johann Theobald war Hof- und Stadtchirurg. Sein Sohn Johann Friedrich Schellenberger (* 1684 in Usingen; † 1723) war Regiments- und Stabschirurg, danach Gastwirt. Er hatte eine als Kleinkind verstorbene Tochter. Der andere Sohn aber, Johann Jakob Schellenberger (* 1687 in Usingen; † 1754 in Heftrich), wurde Pfarrer und Vater von acht Kindern. Vier davon gründeten eigene sogenannte Hauptäste.

Bierstadter Hauptast Weil Johann Jakobs Sohn Jacob Ludwig Schellenberg (* 16. April 1728 in Grävenwiesbach; † 8. März 1808 in Bierstadt) im Jahr 1777 Pfarrer in Bierstadt wurde, wo er im Jahr 1802 sein 50-jähriges Amtsjubiläum feierte, wurde dieser „Hauptast“ als Bierstadter Hauptast bezeichnet. Er hatte neun zwischen 1760 und 1780 in Oberrod, Idstein und Usingen geborene Kinder (drei Töchter, sechs Söhne). Sein jüngster Sohn Wilhelm Ferdinand (* 1780 in Bierstadt; † 1832 in Wiesbaden), Gürtler und Juwelier in Wiesbaden, starb kinderlos. Einer der Brüder Wilhelm Ferdinands starb im ersten Lebensjahr, seine vier weiteren Brüder begründeten vier Äste in diesem Bierstadter Hauptast.

Neuwieder Ast Karl Adolph Gottlob Schellenberg (* 1764 in Idstein; † 1835 in Wiesbaden), Jacob Ludwigs ältester Sohn, war Stammvater des Neuwieder Asts. Er war verantwortlich für die Union der Nassauischen Kirche. Er hatte drei Söhne und sechs Töchter, die mit Ausnahme seiner ersten Tochter, in Neuwied geboren wurden.

Karl (* 1794 in Neuwied; † 1842 in Vera Cruz, Mexiko) wurde Kaufmann und niederländischer Konsul. Von ihm sind keine Kinder überliefert. Adolf (* 1798 in Neuwied; † 1855 in Solingen) war Kaufmann und Stammvater des Barmer Zweigs. Heinrich (* 1810 in Neuwied; † 1876 in Nordenstadt) begründete den Nordenstadter Zweig. Er war Theologe, Vikar, Pfarrer und Abgeordneter des Nassauischen Landtags

Barmer Zweig Von Adolfs fünf zwischen den Jahren 1827 und 1835 in Solingen geborenen Kindern starb der Karl Adolf im Alter von fünf Jahren im Jahr 1840 in Solingen. Die anderen vier Kinder starben in Barmen. Ferdinand Gustav (1839–1864) wurde Kaufmann in Barmen und blieb unverheiratet. Marie (1827–1904) heiratete den aus Jesinghausen stammenden Fabrikanten in Barmen, August Finckenrath, und hatte vier Söhne und sechs Töchter. Karoline Emilie (1832–1883) hatte mit ihrem Ehemann Fritz Bornemann, Schneidermeister, drei Söhne und sechs Töchter. Karl Wilhelm (1829–1904), das noch unerwähnte Geschwisterkind, wurde wie sein jüngerer Bruder Kaufmann in Barmen. Er hatte sechs zwischen 1865 und 1878 in Barmen geborene Kinder. Von den ersten vier erreichte nur eine das Erwachsenenalter, blieb aber unverheiratet. Karl Walter (* 1875), der Zweitjüngste unter seinen Geschwistern, wurde Fabrikdirektor in Barmen und nach Studium an den Technischen Hochschule in Hannover und Darmstadt, Ingenieur in Höchst a. M. und Darmstadt. Er hatte mit seiner Frau Ida, geborene Spies, vier in Barmen geborene Töchter. Paul Otto (* 1878) lernte Färberei- und Textilwesen und wurde Kaufmann. Im Jahr 1910 gründete er seine eigene Firma, im Jahr 1919 wurde er außerdem Direktor der Firma Hörner u. Dittermann. In Düsseldorf heiratete er die aus Barmen stammende Marie Winter. Sie hatten zwei Kinder. Anna Maria Martha (* 1901 in Düsseldorf) Werner Paul (* 1905 in Barmen), Kaufmann in Barmen

Nordenstadter Zweig Der Nordenstadter Zweig setzt den Neuwieder Ast über Karl Adolph Gottlobs jüngsten Sohn Heinrich fort. Letzterer hatte zwei früh verstorbene Kinder, und zwei unverheiratet verbliebene Kinder, von denen August Karl Friedrich Heinrich (* 1846 in Ried; † 1920 in Marburg a. d. L.) Vikar, Pfarrer und Dekan wurde. Wilhelm Heinrich Friedrich Emil, ein fünftes Geschwister (* 1849 in Ried; † 1907 in Weilburg), wurde Amtsrichter in Weilburg. Er hatte zwei Söhne und eine Tochter Ernst Karl Heinrich Ludwig (* 1874 in Battenberg), ging in militärische Dienste und erhielt nach seiner Teilnahme am Ersten Weltkrieg einige Auszeichnungen. Er blieb unverheiratet. Heinrich August (* 1878 in Wehen), ging ebenfalls in militärische Dienste. Karl Heinrich Paul August (* 1915 in Dillenburg) Paula Marie (* 1880 in Wehen); heiratete im Jahr 1910 den Bergrat in Duisburg Paul Gustav Brand. zwei Töchter

Nassau-Scheuerner Ast Johann Christian Friedrich Schellenberg (* 1769 in Usingen; † 1819 Höchst a. M.) war zwischen 1800 und 1816 Rentmeister in Nassau a. d. Lahn, danach Steuerrat in Höchst. Von seinen drei in Nassau-Scheuern geborenen Kindern verscholl eine Tochter, die andere verstarb unverheiratet und sein Sohn im ersten Lebensjahr.

Wiesbadener Ast Ernst Ludwig Theodor (* 1772 in Usingen; † 1834 in Wiesbaden) wurde u. a. Buchhändler und begründete den Wiesbadener Ast. Er war der Vater von sechs Kindern, darunter eine jung verstorbene Tochter und eine unverheiratet gebliebene. Seine zwei ältesten Kinder, von denen keine Nachkommen überliefert sind, wurden Buchhändler bzw. -drucker. Ludwigs zweitjüngster Sohn Karl Gottfried Theodor (* 1809 in Wiesbaden; † 1904 ebd.), übernahm nach langer Ausbildung und Studium im Jahr 1844 eine Apotheke in Wiesbaden und wurde nach drei Monaten Amtsapotheker. Er hatte fünf unverheiratet gebliebene oder früh verstorbene Töchter und einen Sohn. Karl Georg Adolf (* 1855 in Wiesbaden; † 1924 ebd.) wurde Apotheker in Wiesbaden, kaufte im Jahr 1895 eine Apotheke in Aldenhoven im Rheinland. zwei Töchter Ludwigs jüngster Sohn Karl August Emil (* 1815 in Wiesbaden; † 1869 ebd.) hingegen wurde Verleger und hatte sechs Kinder. Susanne Pauline (* 1847 in Wiesbaden; † 1868 ebd.), heiratete den aus Frankfurt a. M. stammenden Buchhändler in Hamburg, Philipp Jakob Greiß ein Sohn und eine Tochter Ferdinand Karl Wilhelm Ludwig (* 1852 in Wiesbaden; † 1920 ebd.) erwarb eine Hofbuchdruckerei und hatte zwei Kinder Gustav August Ludwig David (* 1882 in Wiesbaden); wurde Professor der Botanik Aranka (* 1911 in Kispest, Ungarn) Ulrike Marie Johanna (* 1917 in München) Bertha Felicitas (* 1884 in Wiesbaden), Schriftstellerin. Hatte mit dem preußischen Oberstleutnant Moritz von Nauendorf einen Sohn Luise Susanne Emilie Josephine Marie (* 1859 in Wiesbaden; † 1926 in Bad Orb), heiratete den Direktor der Hamburger Feuer-Versicherungsgesellschaft Globus, Franz Eduard Overlack. drei Töchter

Wallauer Ast Karl Friedrich August Schellenberg (* 1774 in Usingen; † 1854 in Wallau) war nach Theologiestudium Pfarrer, Vikar, Dekan und vom Jahr 1820 bis zu seinem Ruhestand im Jahr 1848 Kirchenrat in Wallau. Mit seinen sechs Kindern (zwei Töchter, vier Söhne) aus zwei Ehen entsprossen drei Zweige. Friedrich Wilhelm (* 1807 in Bierstadt; † 1863 in Nauheim bei Limburg), Theologe, Vikar und Pfarrer, begründete den älteren Zweig Auguste (* 1808 in Wehen; † 1894 in Amorbach) heiratete den Leining’schen Hofprediger Karl Christian Fertsch zwei Söhne und drei Töchter Karl Ludwig Adolf (* 1810 in Wehen; † 1881 in Wiesbaden), Juwelier, begründete den mittelsten Zweig Gustav Theodor (* 1813 in Wehen; † 1814), starb im Alter von einem Jahr Henriette Dorothea (* 1815 in Wiesbaden; † 1902 ebd.) heiratete Wilhelm Schmidt, Pfarrer in Selters. ein Sohn. Heinrich Wilhelm Theodor Moritz (* 1817 in Wehen; † 1871 in Mensfelden), Juwelier sowie Unteroffizier und Gefreiter im Deutsch-Französischen Krieg, begründete den jüngsten Zweig

Älterer Zweig Karl Friedrich Augusts ältester Sohn Friedrich Wilhelm hatte vier Töchter, die teilweise selbst Familien gründeten, und drei Söhne. Friedrich Wilhelm Siegfried Moritz Reinhard (* 1838 in Breitscheid; † 1908 in Herborn), Buchhändler in Herborn. Hermine Karoline Antonie (* 1866 in Herborn; † 1894 ebd.), heiratete den Kaufmann Ludwig Hans. Die Ehe blieb kinderlos. Elise Emilie (* 1867 in Herborn; † 1891 ebd.), heiratete den Musikalienhändler Erhard Magnus. ein Sohn und zwei Töchter Arnold Ferdinand Wilhelm (* 1870 in Herborn), Buchhändler in Herborn. Seine Ehe blieb kinderlos. Arnold (* 1841 in Kleeberg; † 1926 in Wiesbaden), Juwelier Heinrich Peter Arnold (* 1879 in Wiesbaden), Kaufmann in Berlin-Charlottenburg. Er blieb unverheiratet. Friedrich Wilhelm (* 1880 in Wiesbaden; † 15. April 1918 bei La Bassée), Kaufmann in Frankfurt a. M., wurde mit dem Eisernen Kreuz 2. Klasse ausgezeichnet und fiel im Ersten Weltkrieg. Hermine Helene Else (* 1881 in Wiesbaden; † 1907 ebd.), heiratete den Tierarzt Max Karl Meyer ein Sohn und eine Tochter Karl Otto (* 1883 in Wiesbaden), Kaufmann und Gefreiter Harald Friedrich (* 1923 in Wiesbaden) Herrmann Alexander Wilhelm Karl (* 1848 in Kleeberg; † 1821 in Planegg), Buchhändler in Wiesbaden. Er hatte zwei in Wiesbaden geborene Töchter und einen Sohn Hans Arnold Wilhelm Otto Hermann (* 1888 in Wiesbaden), Kaufmann und Teilnehmer am Ersten Weltkrieg. Zuletzt stellvertretender Inspektor am Provinzialamt.

Mittelster Zweig Friedrich Wilhelms (Stammvater des älteren Zweigs) Bruder Karl Ludwig Adolf hatte acht Kinder aus zwei Ehen, darunter: Wilhelm Emil Moritz August (* 1843 in Wiesbaden; † 1869 ebd.), Juwelier, unverheiratet Bertha Luise Friederike (* 1851 in Wiesbaden), heiratete den Arzt Ernst August Christian Bickel. Sie hatten drei Söhne und eine Tochter, darunter: Ernst Bickel Johann Karl Christian Heinrich Wilhelm (* 1844 in Wiesbaden; † 1915 ebd.), Juwelier, Gefreiter und Unteroffizier. Er heiratete Auguste Elise Wilhelmine Querfeld und hatte mit ihr vier Kinder. Franziska Henriette (* 1878 in Wiesbaden), heiratete den Sanitätsrat Althausse. zwei Söhne Amalie Mathilde (* 1881 in Wiesbaden), heiratete den Oberstleutnant Kurt von Platen eine Tochter Adolf Gustav (* 1882 in Wiesbaden), Zoologe und Professor zwei Töchter Johanna Meta (* 1888 in Wiesbaden), heiratete den Arzt Kleinschmidt, Sohn einer Schellenberg (Weilburger Hauptast). eine Tochter

Jüngster Zweig Heinrich Wilhelm Theodor Moritz heiratete im Jahr 1846 in Driedorf Johanna Wilhelmine Hatzfeld. Sie hatten sechs Kinder Henriette Auguste Luise Elise (* 1846 in Patersberg; † 1920 in Marburg a. d. L.), starb unverheiratet Mathilde Johanna Maria Friederike Auguste (* 1848 in Patersberg; † 1899 in Wiesbaden), heiratete in Dillenburg den Reallehrer Reinhold Peter. ein Sohn und zwei Töchter Karl Friedrich August Heinrich Ferdinand (* 1849 in Dickschied; † 1874 in Hadamar), wurde Postgehilfe in Ems und blieb unverheiratet Wilhelm Adolf (* 1853 in Steinfischbach; † 1855 ebd.)