Der Opel Rekord P2 ist ein Pkw-Modell, das Opel im August 1960 als Nachfolger des Opel Olympia Rekord P (der mit dem Erscheinen des P2 nachträglich als Rekord P1 bezeichnet wird) auf den Markt brachte. Eine Neuerung war die zunächst auswärts gebaute und später werkseigene Coupé-Version.

Abhängig von der Literaturquelle wird er der oberen MittelklasseEckhart Bartels, Rainer Manthey: Opel: Fahrzeug-Chronik Band 2: 1952–1990. Podszun, Brilon 2012, ISBN 978-3-86133-620-4, S. 8/9 und 26. oder der Mittelklasse zugerechnet.

Modellgeschichte Allgemeines Die Karosserie war neu gestaltet und die Panoramascheiben – wofür das „P“ in der Modellbezeichnung stand – nicht mehr so weit herumgebogen wie beim Vorgänger, was vorn das Einsteigen erleichterte. Dem damaligen Zeitgeschmack folgend sind die kleinen Heckflossen, welche als Peilstege zum Einparken nützlich waren. Trotzdem hieß das neue Modell „P2“.Goldenes Jubiläum: Der Opel Rekord wird 50 vom 23. Mai 2013 auf media.gm.com, abgerufen am 2. Oktober 2014

Technisch orientierte sich Opel beim P2 an dessen Vorgängermodell, allerdings wurde der Insassenschutz in Details verbessert. Auf der Handschuhfachklappe befand sich immer noch der Schriftzug „Olympia“. Der Innenraum zeigte sich modernisiert. Auch bei dieser Modellreihe waren zweifarbige Polsterungen und zweifarbige Lackierungen erhältlich. Bei der Konstruktion des P2 wurden die Maße des Innenraums zuerst festgelegt, bevor die Karosserie geformt wurde. Die Sitz- und Einstiegsverhältnisse sollten sich deutlich verbessern. Die Panorama-Frontscheibe war zugunsten größerer Türen weniger stark in die Seiten gezogen. Die Sichtverhältnisse wurden dadurch nicht beeinträchtigt, die Fachpresse beurteilte die Rundumsicht aufgrund der um die Ecken gebogenen Front- und Heckscheibe als sehr gut.

Das Heck war durch Rückleuchten gekennzeichnet, die aus kleinen Paaren runder Leuchten bestanden, die auf den Flossen am Ende der seitlichen Chromleiste platziert waren, sowie zwei kleineren Rückfahrscheinwerfer darunter, nur bei der L-Version und im Coupè Serie. Die Blinker waren in den Bremsleuchten kombiniert, wie damals üblich. Technisch orientierte sich Opel beim P2 am Vorgängermodell, allerdings wurde der Insassenschutz in Details verbessert. Der Innenraum zeigte sich modernisiert und war durch die größeren Glasflächen heller. Auf der Handschuhfachklappe befand sich weiterhin der Schriftzug „Olympia“, wie es auch bei der P1 der Fall war. Die Insassen fanden auf zwei durchgehenden Sitzbänken Platz, wobei die vordere Bank zwei unabhängig voneinander verstellbare Rückenlehnen hatte.

Auch bei dieser Modellreihe waren zweifarbige Polsterungen und zweifarbige Lackierungen erhältlich. Das Armaturenbrett und Teile der Türen waren in Wagenfarbe lackiert, jedoch gab es neue Elemente wie eine teilweise Polsterung des oberen Bereichs des Armaturenbretts mit weichem, blendfreiem Material. Der Fahrersitz war durch ein neues Lenkrad mit verlängerter Nabe gekennzeichnet, während die runde Hupe, konzentrisch zur Lenkradkrone, erhalten blieb. Die Instrumentierung war horizontal angeordnet, mit einer neuen Anordnung der Anzeigen relativ zum Tachometer, an dessen Seiten der Wasserthermometer und die Kraftstoffanzeige platziert waren. Die Uhr, erstmals beim Rekord nicht mehr zum Aufziehen, wurde in die Mitte des Armaturenbretts verschoben, sodass sie auch für die anderen Passagiere sichtbar war.

Varianten Erhältlich war das Fahrzeug als zwei- oder viertürige Stufenhecklimousine, zweitüriges Coupé, dreitüriger Kombi Caravan und als dreitüriger Lieferwagen (Kombi ohne hintere Seitenfenster) und war fast drei Jahre lang im Programm. Das Coupé, dessen Dach niedriger und hinten stärker abgeschrägt war als das der Limousine, erhielt wegen der etwas unausgewogenen Proportionen den Spitznamen „Rasender Kofferraum“.

Anfangs baute die Firma Karosseriebau Autenrieth in Darmstadt Limousinen in Coupés um, ab August 1961 fertigte das Opel-Stammwerk Rüsselsheim die Coupé-Karosserie selbst. Auf Wunsch gab es Cabrio-Umbauten von Autenrieth und dem Kölner Karosseriebauer Deutsch. Von 20 gebauten Cabrios sollen noch acht Stück existieren (Stand 2005).

Technik und Antrieb mini|links|Motorraum eines Opel Rekord P2 1700 Antriebsquelle war wie im Rekord P1 der Reihen-Vierzylindermotor aus dem Opel Olympia von 1937. Motorblock und Zylinderkopf waren aus Grauguss, die Kurbelwelle vierfach gelagert. Es gab ihn mit Leistung aus 1,5 Litern Hubraum oder aus 1,7 Litern. Beim 1700 L wurde die Leistung auf gesteigert. Der Rekord 1500 hatte ein vollsynchronisiertes Dreiganggetriebe, die Modelle 1700, 1700 L und das Coupé gab es auf Wunsch mit einem Vierganggetriebe.

Alle hatten Lenkradschaltung. Über eine einteilige Kardanwelle wurde die starre Hinterachse angetrieben. Alle Modelle außer dem 1700 L mit Vierganggetriebe konnten auch mit der halbautomatischen Kupplung Olymat von Fichtel & Sachs ausgestattet werden, die bei Opel „Olymat“ hieß. Das halbautomatische Getriebe bestand aus einer fliehkraftgesteuerten Anfahrkupplung und einer zweiten Kupplung zum Gangwechsel. Die vom Unterdruck des Motors betätigte zweite Kupplung wurde beim Schalten durch einen elektrischen Kontakt am Schalthebel aktiviert, wodurch das Kupplungspedal entfiel. Der Olymat arbeitete ähnlich dem Kupplungsautomaten „Hydrak“ in dem Sechszylinder-Ponton-Mercedes (W 105) mit komfortablerer, aber technisch aufwendigerer hydraulischer Anfahrkupplung.

Eine geringfügige Spurverbreiterung gegenüber dem Vorgängermodell durch andere Räder beeinflusste das Fahrverhalten positiv, außerdem wurde der Federungskomfort verbessert. Das Chassis des P2 unterschied sich konstruktiv deutlich von dem des P1: Die Bodengruppe war mit Längs- und Querträgern verschweißt, die Achsen und Motor aufnahmen. Opel bezeichnete diese Konstruktion als selbsttragend mit Plattformrahmen, sie wurde zuvor bereits beim Kapitän P 2,5 und P 2,6 verwendet.

Bis zum Produktionsende im Februar 1963 liefen insgesamt 556.691 Exemplare vom Band. Im Folgemonat kam der Nachfolger Opel Rekord A auf den Markt.

Als preisgünstiges Einstiegsmodell gab es parallel zum P2 bis Dezember 1962 den P1 als Opel 1200 mit einfacher Ausstattung, 1,2 Liter Hubraum und . Für den Export (nicht in Deutschland) gab es den 1200 auch mit 1,5 Liter Hubraum und .

Technische Daten Technische Daten Opel 1200, Opel Rekord P1 und Opel Rekord P2 (1960–1963) Modell 12001500 1700 1700 S Baujahr1958–19621957–19591960–19631961–1963 MotorViertakt-Ottomotor mit vier Zylindern in Reihe Hubraum 1196 cm³1488 cm³1680 cm³ Bohrung × Hub 72 × 74 mm80 × 74 mm85 × 74 mm Leistungbei 1/min 29 kW (40 PS)4400 33 kW (45 PS)3900 37 kW (50 PS)4000 40 kW (55 PS)4000 44 kW (60 PS)4100 Max. Drehmomentbei 1/min 82 Nm2500 98 Nm2300 106 Nm2100 120 Nm2100 125 Nm1700–2000 Verdichtung 7,5 : 1 6,9 : 17,25 : 1 8,0 : 1 GemischaufbereitungEin Opel-Fallstromvergaser (Lizenz der US-Firma Carter Carburetor Co.)Lufttrichter Ø 30 mm (1700 S: Ø 36 mm) VentilsteuerungHängende Ventile, Stößel, Stoßstangen und Kipphebelseitliche Nockenwelle, Antrieb durch Stirnräder KühlungWasserkühlung mit Pumpe, thermostatisch geregelter Kühlmittelkreislaufmit Dehnstoff-Thermostatventil GetriebeDreiganggetriebe (ab 1960 auch Viergang-Getriebe), Lenkradschaltung Radaufhängung vorneinzeln an doppelten Querlenkern, Schraubenfedern, Stabilisator LenkungKugelumlauflenkung, dreiteilige Spurstange Radaufhängung hinten Starrachse an 2 halbelliptischen Blattfedern mit 3 (Caravan: 4) Federlagen Bremsen hydraulisch betätigte Trommelbremsen, Ø 200 mm (Caravan hinten Ø 230 mm) Elektrische Anlage 6 Volt, Gleichstrom-Lichtmaschine mit Laderegler, Batterie 77 Ah Karosserie Stahlblech, selbsttragend Spurweite vorn/hinten1260/1270 mm (ab 1960: 1265/1280 mm) Radstand2541 mm Länge 4433 mm, ab 1960 4515 mm Leergewicht910–975 kg (Caravan: 1000–1015 kg) Höchstgeschwindigkeit 119 km/h125–128 km/h 130–132 km/h 135–140 km/h Beschleunigung 0–100 km/h 33 s24–27 s 20–22 s 20 s Verbrauch (Liter/100 km) 9,0 l Normal9,5–10,5 l Normal 9,5 l Super

Literatur Werner Oswald: Deutsche Autos 1945–1975. Motorbuch Verlag, Stuttgart 1975, ISBN 3-87943-391-7, S. 88–93.

Weblinks

Neue Sachlichkeit - 50 Jahre Opel Rekord P2 vom 28. August 2010 auf media.gm.com, abgerufen am 2. Oktober 2014 Opel Rekord P2 Beschreibung der Olymat-Kupplung mit Bildern Rekord P2 Forum Kugelpanorama des Innenraums eines Opel Rekord P2 Opel Rekord P2 - die Rüsselsheimer Linie der Vernunft: Artikel mit historischen Fotos, Tonaufnahme, digitalisiertem Verkaufsprospekt und Literaturangaben

Einzelnachweise

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