Die Kontraktilität ist die Fähigkeit von Geweben in Gewebetieren, sich auf bestimmte Reize zusammenzuziehen. Diese Reize können als Nervenimpuls aus dem Körper kommen oder chemischer, elektrischer oder mechanischer Art sein. Muskelfasern haben eine besonders hohe Kontraktilität. Nach dem Tod endet diese Gewebefähigkeit rasch, bei Warmblütern eher als bei wechselwarmen Tieren.Meyers Konversations-Lexikon, 1888; Autorenkollektiv, Verlag des Bibliographischen Instituts, Leipzig und Wien, Vierte Auflage, 1885-1892; 10. Band, Seite 49
Der Begriff kommt vom en Präfix con- „zusammen-“ und trahere „ziehen“ und bedeutet somit das Sich-Zusammen-Ziehen. Meist wird er für die Muskelkontraktion, Verkürzung von Muskeln, verwendet.
Physiologie Der Kontraktionsapparat basiert auf der Aktin-Myosin-Wechselwirkung, beschrieben unter Kontraktionsmechanismus sowie unter Muskelgewebe.
Beispiele Muskelkontraktion, besonders beim Herzmuskel Mesangium, die intraglomerulären Mesangiumzellen können die glomerulären Kapillaren verengen und beeinflussen damit die Glomeruläre Filtrationsrate Gebärmutter bei Wehen und nachgeburtlich FaszienElke-Maria Brand: Kontraktilität von Faszien. In: DO - Deutsche Zeitschrift für Osteopathie. 2010, Band 8, Nummer 02, S. 22–24, doi:10.1055/s-0030-1249122. Speiseröhre, meist als Motilitätsstörung bezeichnetA. Mari, S. Cohen, D. L. Cohen et al: Approach to esophageal absent contractility: can we do better? In: Annals of gastroenterology. Band 37, Nummer 2, 2024, S. 117–124, doi:10.20524/aog.2024.0860, PMID 38481777, (Review). Kontraktile Zellen
Untersuchungsmethoden Der Begriff Kontraktilität beschreibt nicht nur qualitativ die Fähigkeit von Gewebe, sich zusammenzuziehen, sondern auch quantitativ die Kraft und Geschwindigkeit, mit der dies erfolgen kann. Besondere Bedeutung hat die Analyse der Kontraktilität des Herzmuskels, der mit einer bestimmten Geschwindigkeit einen Druck aufbauen muss, um ein Volumen mit einer bestimmten Geschwindigkeit auszuwerfen. Die Pumpleistung des Herzens passt sich den jeweiligen Anforderungen aus dem Kreislauf an durch den Frank-Starling-Mechanismus (Zusammenhang zwischen Füllung und Auswurfleistung).
Zur Analyse am Herzen stehen Echokardiografie und als spezielle Anwendung auch Gewebe-Doppler zur Verfügung.
Klinische Anwendungen Bei der Gebärmutter kann die Kontraktilität in Form der Wehentätigkeit gemessen werden mit einem Wehenschreiber. Eine Beeinflussung ist hemmend durch Tokolyse oder durch Wehenförderung medikamentös gängig. Eine Überaktive Blase kann durch Fehlsteuerung und Überaktivität des Blasenmuskels entstehen.
Mit Inotropie wird die Beeinflussung der Kontraktionskraft des Herzmuskels bezeichnet.Pschyrembel online Eine spezielle Beeinflussungstechnik ist die Kardiale Kontraktilitätsmodulation.
Bestimmte Substanzen wie EnergydrinksCaffeine and Taurine Containing Energy Drink Improves Systolic Left-ventricular Contractility in Healthy Volunteers Assessed by Strain Analysis Using Cardiac Magnetic Resonance Tagging (CSPAMM). (PDF; 179 kB) und Medikamente können die Kontraktilität verändern. Beispiele sind Calciumantagonisten zur Behandlung des Bluthochdrucks oder 1,2-Diacylglycerine.
Literatur Karl‐Heinz Kück, Amaar Ujeyl, Julia Vogler, Roland Richard Tilz: Kardiale Kontraktilitätsmodulation. In: Herz. 2021, Band 46, Nummer 6, S. 533–540, doi:10.1007/s00059-021-05071-w. B. E. Strauer: Änderungen der Kontraktilität bei Druck- und Volumenbelastungen des Herzens. In: Verhandlungen der Deutschen Gesellschaft für Kreislaufforschung. 1976, S. 69–79, .
Einzelnachweise
Weblinks Belén Moliner: Kontraktionen der Gebärmutter: eine Herausforderung für die Implantation des Embryos. Instituto Bernabeu Die Kontraktilität des Herzens (Video)
Kategorie:Motorik Kategorie:Zellbiologie