Maria Rolly (* 29. Oktober 1925 in Basel; † 7. September 2021 in Arlesheim) war eine Schweizer zeitgenössische Künstlerin,Nicht nur junge Kunstschaffende sind «zeitgenössisch»! In: Zeitlupe. 6. September 2020, abgerufen am 5. November 2024. Malerin und Zeichnerin, deren Werke sich der Art brut aber auch der Naiven Malerei zurechnen lassen.
Leben und Werk Maria Rolly wurde in Basel geboren. Sie wuchs nicht bei ihrer zu diesem Zeitpunkt 19-jährigen Mutter auf, lernte auch nie ihren Vater kennen, sondern verbrachte Kindheit und Jugend bei ihren Grosseltern, die Bauern waren, im Kanton Basel-Landschaft und bei einer Tante im Tessin.ÜberMütter: mit Werken von Maria Rolly, Berta Balzli, Adelheid Duvanel u. a. In: open art museum. Abgerufen am 13. September 2024. Sie absolvierte ein Lehrjahr in der Landwirtschaft und eine kaufmännische AusbildungDoppel-Atelierbesuch. Kunstverein Binningen, abgerufen am 4. November 2024. und arbeitete anschliessend in einer pharmazeutischen Fabrik. Ihren Beruf gab sie 1951 auf, als sie den Basler Grafiker Hanspeter Rolly heiratete. Das Paar bekam zwei Söhne.Maria Rolly. Malerei, Hinterglas, Zeichnung, Grafik, Collage. In: Maison 44, abgerufen am 4. November 2024 (PDF; 304 kB).Maria Rolly. In: open art museum. Abgerufen am 4. November 2024.
Im Alter von vierzig Jahren begann Maria Rolly 1965 als Autodidaktin gegenständliche und farbenfrohe Gemälde, die an Naive Kunst und den Phantastischen Realismus erinnern, mit Tempera auf Karton zu malen. Sie fertigte auch Linolschnitte, Collagen, Radierungen, Aquarelle und Hinterglasmalereien. Bereits 1966 konnte sie in der Kunsthalle Basel und danach in weiteren Galerien ausstellen. Erst 1988 kam Maria Rolly mit ihrer 82-jährigen Mutter, die frisch verwitwet war, über die nie gelebte Mutter-Tochter-Beziehung ins Gespräch. In der Folge schuf sie zwischen 1988 und 1991 ihren 16-teiligen Mütter-Zyklus, der als solitäres Werk durch seine Andersartigkeit hervorsticht. Die Werkreihe besteht aus 16 grossformatigen fast einen Meter hohen Pastellkreide-Zeichnungen von Müttern, in denen sich Maria Rolly auseinandersetzte mit «Mütterbildern, ja darüber hinaus mit verschiedenen Frauenrollen. Von der verführerischen jungen Frau, über die wehrhafte Amazone bis zur Matrone.»Christina Genova: «Es genügt nicht und nie, einfach ein Kind zu gebären»: Das St. Galler Museum im Lagerhaus beleuchtet schwierige Mutterbeziehungen. In: St. Galler Tagblatt. 1. September 2020, abgerufen am 4. November 2024. «Jede verkörpert dabei unterschiedliche Formen von Mutter-Sein: von böse über liebevoll bis zu janusköpfig. Es ist ein Versuch, die eigene Mutter und ihr Handeln akzeptieren zu können und sich noch spät mit ihr auszusöhnen.»
Auch nach dem Tod ihres Mannes im Jahr 1994 lebte und arbeitete Maria Rolly in Basel. Sie war Mitglied im Berufsverband «visarte region basel»entrée&hommage 2022. In: kunsttagebasel.ch. Abgerufen am 5. November 2024. sowie im Kulturverein Elsass-Freunde-Basel. Kulturverein Elsass-Freunde-Basel, 27. März 2022, abgerufen am 5. November 2024. und beteiligte sich an den Jahresausstellungen der Basler Künstler in der Kunsthalle. 2019 schenkte sie den Mütter-Zyklus dem open art museum in St. Gallen, das ihr und ihrem Werk 2020/2021 eine Ausstellung gemeinsam mit Linda Naeff widmete. Nach ihrem Tod im Jahr 2021 wurde ihre Urne im Familienkreis beigesetzt.Traueranzeige Maria Rolly. In: www.hommages.ch. Abgerufen am 5. November 2024. Neben dem open art museum befinden sich Werke von ihr in privaten Sammlungen und wurden vom Kunstkredit Basel-Stadt und Kunstkredit Baselland angekauft.
Ausstellungen (Auswahl) 2020/2021: ÜberMütter. open art museum, St. GallenZwei Frauen, zwei Lebens- und Schicksalsgeschichten im Museum im Lagerhaus. Museum im Lagerhaus, 25. Februar 2020, abgerufen am 5. November 2024 (Pressemitteilung via presseportal.ch).Christina Genova: Das weibliche Prinzip: Frauen erobern die Ostschweizer Museen. In: St. Galler Tagblatt. 20. Januar 2020, abgerufen am 5. November 2024. 2013: Maria Rolly. Malerei, Hinterglas, Zeichnung, Grafik, Collage. Maison 44, Basel 1999/2000: Jahresausstellung der Basler Künstlerinnen und Künstler, Kunsthalle Basel 1997: Maria Rolly. Temperabilder, Kreide-Zeichnungen, Radierungen. Galerie Hiemesch, Basel 1993/1994: Gestaltung eines Raumes in der Kunsthalle Basel auf Einladung von Thomas Kellein 1992/1993: Mütter-Zyklus. Halle Saint Pierre (Musée d’Art Naïf Max Fourny), Paris 1988: Maria Rolly. Temperas, Aquarelle, Zeichnungen. Galerie Hofer, Basel 1981: Une œuvre – un artiste. Un artiste – une œuvre. Exposition Suisse ’81, Halle des expositions, DelsbergUne œuvre – un artiste, un artiste – une œuvre. Exposition Suisse ’81. Halle des expositions du Comptoir delémontain Delémont, 22. Oktober bis 8. November 1981. Société des peintres, sculpteurs et architectes suisses, Muttenz 1981 1966: Weihnachtsausstellung der Kunsthalle Basel
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