Hubert Speidel (* 12. Mai 1934 in Mergelstetten) ist ein deutscher Psychosomatiker, Nervenarzt, Psychoanalytiker und emeritierter Hochschullehrer.
Leben und Wirken Hubert Speidel absolvierte das Studium der Medizin an der Universität Tübingen, wo er 1964 über Untersuchungen mit dem Wartegg-Zeichentest über den Zusammenhang zwischen körperlicher und seelischer Entwicklung während der Pubertät promoviert wurde. Es folgten Weiterbildungen zum Nervenfacharzt und zum Facharzt für Psychotherapeutische Medizin sowie die Weiterbildung zum Psychoanalytiker bei der Deutschen Psychoanalytischen Vereinigung, für die er seitdem als Lehr- und Kontrollanalytiker tätig ist.
Ab 1973 war Speidel Oberarzt an der Psychiatrischen und Nervenklinik des Universitätsklinikums Hamburg-Eppendorf. Dort war er nach seiner Habilitation ab 1975 Privatdozent und wurde 1980 Professor an der Psychosomatischen Abteilung. 1983 wurde Speidel zum Direktor der Klinik für Psychotherapie und Psychosomatik der Universität Kiel auf den Lehrstuhl für Psychosomatik und Psychotherapie berufen, den er bis zu seiner Emeritierung 1999 und anschließend kommissarisch bis 2001 innehatte. Zudem war er von 1996 bis 1999 Chefarzt des Bereichs Psychosomatische Medizin der Segeberger Kliniken.
Von 1982 bis 1999 war Speidel Mitherausgeber der Fachzeitschrift Psychotherapie Psychosomatik Medizinische Psychologie. 1989 gründete er das John-Rittmeister-Institut für Psychoanalyse, Psychosomatik und Psychotherapie Schleswig-Holstein e.V., als dessen erster Vorsitzender er bis 1999 fungierte. Er war außerdem von 1992 bis 1996 Vorsitzender des Deutschen Kollegiums für Psychosomatische Medizin. Er ist Mitglied der Schleswig-Holsteinischen Universitäts-Gesellschaft und Vorstandsmitglied der Anna Amalia und Goethe Akademie zu Weimar.
Speidel betreibt in Kiel eine psychotherapeutisch-psychoanalytische Praxis, in der er unter anderem analytische Psychotherapie und tiefenpsychologisch fundierte Psychotherapie sowie Selbsterfahrung, Supervision und eine Balint-Gruppe zur Weiterbildung für Ärzte anbietet.
Veröffentlichungen (Auswahl) Untersuchungen mit dem Wartegg-Zeichentest über den Zusammenhang zwischen körperlicher und seelischer Entwicklung während der Pubertät. o. V., Tübingen 1964. als Hrsg. mit Bernhard Strauß: Zukunftsaufgaben der psychosomatischen Medizin. Springer, Berlin/Heidelberg 1989, ISBN 978-3-642-73842-5. als Hrsg.: Aus der Werkstatt der Psychoanalytiker. Westdeutscher Verlag, Wiesbaden 2003, ISBN 978-3-531-14095-7. Beiträge zu Goethe und Anna Amalia (2006–2012). Denkena, Weimar 2012, ISBN 978-3-936177-34-3. Zur Ideologie der Goethe-Stiftung und der Klassik Stiftung Weimar im Kampf gegen Ettore Ghibellino. Denkena, Weimar 2013, ISBN 978-3-936177-19-0. Verbot und Übertretung in Mythos, Religion und Literatur. In: Brigitte Boothe (Hrsg.): Wenn doch nur – ach hätt ich bloß. Die Anatomie des Wunsches. rüffer & rub, Zürich 2013, ISBN 978-3-907625-63-7, S. 162–181. als Hrsg. mit Wilhelm Solms.: Goethe, Charlotte von Stein und Anna Amalia in neuem Licht. TransMIT/LiteraturWissenschaft.de, Marburg 2020, ISBN 978-3-936134-69-8. als Hrsg. mit Wilhelm Solms und Elisabeth Vargen: Liebesbeziehungen auf Goethes Weg nach Weimar und Rom im Spiegel seiner Werke. TransMIT/LiteraturWissenschaft.de, Marburg 2022, ISBN 978-3-936134-86-5.
Weblinks
Website von Hubert Speidel Publikationen von Hubert Speidel, archiviert vom Original im Internet Archive am 18. Mai 2018
Einzelnachweise
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