mini|Irene Weingartner, 2024. Photo: Uwe Huxholl Irene Weingartner (* 1971 in Nottwil) ist eine Schweizer zeitgenössische Künstlerin. Sie lebt und arbeitet in Düsseldorf und Zürich. 2007 hat sie das System für ihre Seismographischen Aufzeichnungen vom Körper ausgehend entwickelt, welche seither den Hauptstrang ihres Werks bilden.System Seismographische Aufzeichnungen
Leben Irene Weingartner ist in Nottwil, Schweiz aufgewachsen. Im Anschluss an ihre Ausbildung als Hochbauzeichnerin studierte sie Bildende Kunst an der Hochschule Luzern, an der UDK Berlin und am Chelsea College of Arts, London, wo sie mit dem MA Fine Art 2001 abschloss. Von 2005 bis 2010 war sie Unterrichtsassistentin und von 2010 bis 2016 Gastdozentin an der Zürcher Hochschule der Künste, Vertiefung Bildende Kunst. Nach Lehraufträgen an der HBK Saar, Saarbrücken, UCA Canterbury und der Glasgow School of Art, hatte sie von 2019 bis 2021 die V.d. Professur der Fachklasse ZeichnungWikipedia, Liste von Dozenten und Absolventen der Hochschule für Bildende Künste Braunschweig, aufgerufen am 11. September 2024 an der HBK Braunschweig inne.
Werk alternativtext=Rotation, 2021|mini|Rotation, 2021. Photo: Irene Weingartner
2007 entwickelte Irene Weingartner das System für ihre Seismographischen Aufzeichnungen vom Körper ausgehend, welche seither den Hauptstrang ihres Werks bilden.
Der Kunstwissenschaftler Emmanuel Mir beschreibt ihre Vorgehensweise für die Seismographischen Aufzeichnungen folgendermaßen: „Für die Durchführung dieser Arbeit versetzt Weingartner sich in einen besonders feinen Zustand der Wahrnehmung. Vom Körper oder der Umgebung ausgehende Signale werden zunächst vom Hirn registriert und an den Arm, die Hand und den Bleistift übermittelt, bevor sie auf Papier gebracht werden. Wie bei einem Seismografen, verwandelt sich der Körper der Künstlerin bei diesem Vorgang in ein Aufzeichnungsgerät, das innere Impulse in sichtbare Spuren übersetzt. Sie verwendet ihre Instrumente wie ein Pendel, der die in der Konzentration angesammelte Kraft weiterleitet. Irene Weingartner hat also eine künstlerische Methode entwickelt, um körperliche Impulse direkt und möglichst störungsfrei auf das Blatt zu bringen.“Audio Guide, Die Grosse, Museum Kunstpalast Düsseldorf, 2023alternativtext=Seismographische Aufzeichnung (Signale Nr. U.D. 04), 2022|mini|Seismographische Aufzeichnung (Signale Nr. U.D. 04), 2022 (Detail). Photo: Irene Weingartner2012 wurde das Buch „Aufzeichnungsmaschine – Recording Machine“ veröffentlicht, worin Weingartner Wissenschaftler und Wissenschafterinnen aus verschiedenen Disziplinen befragt, ob es denn mit dem von ihr entwickelten Verfahren möglich wäre, ein Bildgebendes Verfahren herzustellen.Publikation, Aufzeichnungsmaschine – Recording Machine, edition clandestin, Biel, 2012,
Von diesem Hauptstrang her verszweigen sich die Arbeiten Weingartners in verschiedene Richtungen bis ins dreidimensionale hinein; seit 2014 beschäftigt sie sich mit der Frage, wie sie von den Seismographischen Aufzeichnungen vom Körper ausgehend architektonische Strukturen und somit Architektonische Skulpturen entwickeln könnte.Drawing – Architecture, Talk between Irene Weingartner and Robert Mantho, Galerie Clara Maria Sels, Düsseldorf, 2021
Preise und Stipendien
2022: Neustart Kultur, Förderbeitrag Nordrhein-Westfalen 2015: Visiting Artist‘s Studios The Booth, Scalloway, Shetland, Schottland 2014: Frans Masereel Centrum, Printworkshop, Kasterlee, Belgien 2013: WASPS, Visiting Artist‘s Studios, Glasgow 2012: Werkstipendium der Stadt ZürichText von Patrick Neidhard zur Stipendienausstellung Stadt Zürich, 2012 2008: Gastatelier, Raketenstation, Museum Insel Hombroich 2003: Werkbeitrag der Stadt und des Kantons Luzern 2004: Werkbeitrag des Kantons Zürich Ausstellungen (Auswahl) Einzelausstellungen 2001: Pixels are fish, th53, London 2005: flight of fantasy, Museum Rathaus Sursee 2008: Signale, White Space, Zürich 2010: Linie234, mit Hanne Darboven, Schauort, Zürich 2014: Open@Southblock, Glasgow 2018: PHANTOM, Computertomographien von Modellen, Universitätsklinikum Düsseldorf 2022: In welchem Raum sein, Galerie Kunstverein Sebastianskapelle e.V. Ulm
Gruppenausstellungen 2001: I heard you looking, Music Video, mit Paul Rooney, Notting Hill Arts Club, London 2003: Synapsen, Kunsthalle Luzern 2004: Kunstkoordinaten, Turbine, Giswil 2005: Kunstraum exex, St. Gallen 2008: Jahresausstellung, Kunstmuseum Luzern 2011: Darmstädter Sezession, Designhaus Darmstadt 2011: Catch of the Year, Dienstgebäude, Zürich 2012: Werk- und Atelierstipendium, Helmhaus Zürich 2012: VFO, Verein für Originalgraphik, Zürich 2012: durchblicken und abprallen, K3 Project Space, Zürich 2013: re : gegenweiss, REMISE, Zürich 2014: Museum focus Terra, ETH Zürich 2015: Staff Stuff, Ausstellungsraum, ZHdK Zürich 2016: Paper Tiger, Studio Bronx, Neuss 2016: Gegen Weiss: Peripherien der Zeichnung, Palais für aktuelle Kunst PAK, Glückstadt 2017: Fields of Wheat, Transmission Gallery, Glasgow 2017: 10 jähriges Bestehen, Kunstverein Duisburg 2017: Basis, Kunsthalle Luzern 2018: Suspended Sculpture, Antichambre, Wilko Austermann, Düsseldorf 2018: Kunstszene Zürich, Stiftung Binz 39, Zürich 2018: Short Visibles II, (Screening) Kunstmuseum Villa Zanders, Bergisch Gladbach 2019: from line to surface, RaumX, London 2021: ZENTRAL! Kunstmuseum Luzern 2021: Strickstärke II, Kunstwerke, Köln 2022: Gulliver‘s Sketchbook, KAI10 Arthena Foundation, Düsseldorf, DEGulliver’s Sketchbook, KAI10 Arthena Foundation, Düsseldorf, 2022 2023: Members & Guests, Verein für Originalradierung, München 2023: DIE GROSSE, Museum Kunstpalast, Düsseldorf 2024 Düsseldorfer Schule, Redaktion. Luzern
Publikationen Gullivers Sketchbook. Zur Ausstellung im Kai10 Arthena Foundation, Düsseldorf. Text von Claudia Friederich. 2022, ISBN 978-3-941724-05-1. Irene Weingartner – Fliegende Horizonte. Publikation zur Ausstellung, Galerie Haus Schlangeneck. Text: Reinhard Spieler. 2021, ISBN 978-3-9822303-4-4. Irene Weingartner – AUFZEICHNUNGSMASCHINE / RECORDING MACHINE. Mit Textbeiträgen von Elke Bippus, Rachel Mader und Lisa Stutz. edition clandestin, 2012, ISBN 978-3-905297-39-3.Publikation, Aufzeichnungsmaschine – Recording Machine, edition clandestin, Biel, 2012, Systeme, Mögliche Systeme zu den Seismographischen Aufzeichnungen, Irene Weingartner. Hg. Schauort Zürich, Zürich 2010. Schmerz in den Künsten. Bild – Textbeitrag (mit Elke Bippus), Hg. Corina Caduff und Tan Wälchli. Zürcher Hochschule der Künste, ZHdK, Zürich 2008, ISBN 978-3-906437-26-2.
Weblinks Website von Irene Weingartner Publikation zur Ausstellung Signalprozessor, Sam Scherrer Contemporary mit Text von Gabriel Katzenstein, 2022 Esther Verhaege art Concepts, Brüssel SIKART Lexikon Strichstärke_ Der Podcast zur Zeichnung, Episode2 mit Irene Weingartner, 2022 Werkgespräch mit Ludwig Seyfarth, zur Ausstellung „Fliegende Horizonte“ Galerie Schlangeneck, Euskirchen, 2021 Aufzeichnungen – Architektonische Strukturen // Vortrag und Gespräch mit Irene Weingartner, Burg Giebichenstein, Kunsthochschule Halle, 2021 Artist Talk with Catherine Cheng, zur Ausstellung „nothing is he same“ Galerie Clara Maria Sels, Düsseldorf, 2021 Kunstbulletin: Irene Weingartner — Phantom-Bilder aus der Universitätsklinik von Monika Brunner, 1 – 2/2019
Einzelnachweise
Kategorie:Bildender Künstler (Schweiz) Kategorie:Schweizer Kategorie:Geboren 1971 Kategorie:Frau