Das Hohe Lied ist ein Roman von Hermann Sudermann von 1908. Er wurde das meistgelesene Buch des Erscheinungsjahres und erschien später in über 100.000 Exemplaren.

Inhalt Die junge Lilly Czepanek verliert ihren Vater, der Kapellmeister ist und die Familie heimlich verlässt. Die Mutter kümmert sich um den Lebensunterhalt und wird später irrsinnig. Lilly wird von einem Rechtsanwalt als Vormund in eine Leihbibliothek als Ausgabemitarbeiterin geschickt. Dort lernt sie verschiedene Männer kennen, darunter einen Leutnant, mit dem sie ein Liebesverhältnis hat, und dessen Vorgesetzten, einen Oberst, den sie dann heiratet. Als dieser die beiden ertappt, als sie sich weiter heimlich treffen, lässt er sich scheiden und verletzt den Leutnant beim Duell. Dieser verschwindet danach nach Amerika.

Lilly zieht im zweiten Teil nach Berlin, wo sie die Geliebte eines Fabrikbesitzers wird, aber außerdem Verhältnisse mit weiteren Männern hat. Danach heiratet sie den Fabrikbesitzer, der die attraktive junge Frau stolz in der vornehmen Gesellschaft präsentiert ...h., Sudermann, Hermann. Das hohe Lied, in Blätter für Bücherfreunde, 1909, S. 205; mit detaillierter Inhaltsangabe; auch in Rezensionen in Der Kunstwart, 1909, S. 91 und in Hochland, 1908, S. 637

Der Buchtitel Das Hohe Lied bezieht sich auf eine Komposition des Vaters, die Lilly bei sich behält und hütet. Diese basierte auf dem alttestamentlichen Hohelied, das die Liebe zum Thema hat.

Hintergründe Hermann Sudermann war einer der bekanntesten Schriftsteller seiner Zeit. Er verfasste einige Romane und zahlreiche Theaterstücke, die häufig aufgeführt wurden. Das Hohe Lied war sein erster Roman nach fünfzehn Jahren und wurde ein großer Erfolg. Der Verlag brachte im ersten Jahr 1908 bereits etwa 40.000 Exemplare heraus. Bei einer Umfrage in Bibliotheken wurde er als das meistgefragte Buch des Erscheinungsjahres festgestellt.Das literarische Echo, 1908/1909, Die meistgelesenen Bücher; in dieser Zeitschrift auch eine Rezension und weitere Erwähnungen des Buches Dagegen waren die meisten Literaturkritiker in Rezensionen entsetzt über die mangelnde inhaltliche, sprachliche und konzeptionelle Qualität des Werkes.Rezensionen zu Das Hohe Lied DLA

Der Roman wurde dennoch auch in den folgenden Jahren viel gekauft. 1929 gab der Verlag Cotta das 106. bis 110. Tausend heraus.Börsenblatt für den deutschen Buchhandel vom 27. April 1929, S. 17, mit ganzseitiger Verlagsanzeige über die Romane mit mindestens 100.000 Exemplaren, darin von Hermann Sudermann noch Frau Sorge, Katzensteg und Es war Damit gehörte es zu den erfolgreichsten Werken des Autors. Nach 1930 sind keine Neuausgaben mehr bekannt.

Bearbeitungen miniatur|150px|The song of songs, 1914, Theaterstück Broadway miniatur|120px|The Song of songs, englische Übersetzung (pdf)

Es gab zwei Übersetzungen in das Englische 1909 und 1913. Nach diesen entstanden ein Theaterstück, drei Kinofilme, ein Hörspiel und eine BBC-Fernsehproduktion.The song of songs (novel), in der englischen Wikipedia Dabei wurde der Inhalt allerdings stark verändert, sodass nur noch der Vorname der Hauptperson Lily und deren Wechsel zwischen mehreren Männern erhalten blieb. Ein Hauptmotiv dieser Bearbeitungen war eine Freizügigkeit der Beziehungen, die in literarischen Texten im puritanischen englischsprachigen Raum zu dieser Zeit noch relativ selten war. 1924 inszenierte Dimitri Buchowetzki den Stummfilm Die Frau des Kommandeurs mit Pola Negri. Am bekanntesten wurde eine US-Verfilmung von 1933 mit Marlene Dietrich in der Hauptrolle.

Außerdem gab es Übersetzungen in das Französische und in das Lettische.Maurice Muret, Le nouveau roman de M. Sudermann, in Journal des débats, 1909 p. 260–263, mit einer ausführlichen Buchbesprechung, die wohlwollender als die meisten deutschen Rezensionen war Literatur zu Das Hohe Lied WorldCat

Zitate Der konservative Literaturkritiker Otto Hindrichs äußerte seine Unzufriedenheit mit diesem Roman mit teils deutlichen Worten.

Und der sozialdemokratische Literaturkritiker Karl Korn beklagte

Der Literaturhistoriker Walter T. Rix versuchte später zu besänftigen

Literatur Fachliteratur Walter T. Rix: Hermann Sudermann. Werk und Wirkung. 1980. S. 182, 324, und öfter, mit einigen Erwähnungen Gerhard Bock: Sudermanns episches Schaffen im Spiegel der Kritik. Dissertation. Universität Jena, 1935 Heinrich Spiero: Deutsche Geister. Studien und. Essays zur Literatur der Gegenwart, 1910

Rezensionen h., Sudermann, Hermann. Das hohe Lied, in Blätter für Bücherfreunde, 1909, S. 205 Der Kunstwart, 1909, S. 91 Hochland, 1908, S. 637 Literarisches Centralblatt für Deutschland, 1908. S. 455 Der Gral. Monatsschrift für schöne Literatur. 1908. S. 176

Eckart, 3, 1909, S. 227 Der Türmer, 1909, S. 566 Westermanns Monatshefte, 105, S. 804 Velhagen & Klasings Monatshefte, 1909, 2, 23, S. 295; 1911, 3, 25, S. 631 Karl Korn, Der neue Sudermann. In Feuilleton der Neuen Zeit (Wochenschrift der deutschen Sozialdemokratie), 1909. Nr. 13. S. 776–778 PDF The Forum and Column Review, 43, 1910, p. 667

Weblinks Das Hohe Lied Archive, mit Digitalisaten Literatur über Das Hohe Lied Deutsches Literaturarchiv Marbach, mit den wichtigsten Rezensionen Literatur über Das Hohe Lied WorldCat

Einzelnachweise

Kategorie:Literatur (Deutsch) Kategorie:Literarisches Werk Kategorie:Roman, Epik Kategorie:Literatur (20. Jahrhundert) Kategorie:Hermann Sudermann