Helga Föhl (* 1935 in Berlin; † 2022 in Idstein, Deutschland) war eine deutsche Bildhauerin und Zeichnerin. Ihr komplexes und umfangreiches Gesamtwerk umfasst Skulpturen aus Eisen, Reliefs, Collagen und Zeichnungen. Im Jahr 1965 erhielt sie als jüngste Preisträgerin den Kunstpreis der Stadt Darmstadt.
Leben
Von 1954 bis 1958 studierte Helga Föhl Bildhauerei an der damaligen Werkkunstschule Darmstadt (heute Hochschule), unter anderem bei Fritz Schwarzbeck, und an der Hochschule der Künste Berlin (heute UDK) bei Hans Uhlmann. 1962 wurde sie Mitglied der Darmstädter Sezession und blieb es bis zu ihrem Lebensende.
Werk
Die Künstlerin lebte und arbeitete zurückgezogen. Sie hinterließ ein komplexes und einzigartiges Werk, das sie zum großen Teil aus gefundenem Eisen herstellte, welches sie auf Schrottplätzen sammelte, um es dann zu Skulpturen zu schmieden und zu schweißen. Es existieren auch einige Güsse. Ihr Frühwerk war stilistisch vom Informel geprägt und bezog sich auf die Metamorphose, den Übergang figurativer Elementen zu reiner Natur, und Motive der griechischen Mythologie. Während sie sich auch in ihrem späteren Werk weiterhin auf Torsi, Köpfe und Landschaften bezog, wurde es jedoch immer abstrakter.
Während ihres aufwändigen und intensiven, transformativen Arbeitsprozesses behielt die Künstlerin im Material vorhandene Farbreste bei, welche sie durch weiteres Auftragen von Farbe, Einbrennen und Polieren zu einer Patina erarbeitete, um die für sie besonderen und typischen hautartigen Oberflächen zu erlangen.
Helga Föhls Werke sind in vielzähligen öffentlichen und privaten Sammlungen vertreten, unter anderem der Sammlung der Darmstädter Künstlerkolonie Mathildenhöhe. Ihren künstlerischen Nachlass, bestehend hauptsächlich aus Werken ihrer späteren Schaffensperiode, vermachte sie noch zu Lebzeiten dem Kunst Archiv Darmstadt.
Auszeichnungen
1965: Kunstpreis der Stadt Darmstadt 1967: Kunstpreis der Böttcherstraße Bremen 1983: Kunstpreis der 2. Triennale Fellbach: Kleinplastik 1988: Daniel-Henry-Kahnweiler-Preis für Bildhauerei – Bildhauerzeichnung 1993: Kulturpreis des Rheingau-Taunus-Kreises
Ausstellungen Ab 1959 beteiligte sich Helga Föhl regelmäßig an Gruppenausstellungen in Kunstvereinen, Kunsthallen und Museen, so den Ausstellungen der Darmstädter Sezession und der Mathildenhöhe Darmstadt, sowie an Preis-Wettbewerben.
Einzelausstellungen 1959: Darmstädter Galerie, Darmstadt 1965: Kunsthalle Bremen 1966: Kunsthalle Darmstadt 1974: Allianzhaus Köln 1983: Gerhard-Marcks-Haus, Bremen 1984: Galerie der Stadt Fellbach 1988: Dominikanerkloster, Frankfurt am Main 1990: Stadthalle Idstein 1991: Hohenloher Kunstverein, Langenburg 1992: Studio R., Mannheim 1994: Kreishaus des Rheingau-Taunus-Kreises, Bad Schwalbach 1994: Sodener Kunstwerkstatt, Bad Soden / Taunus 1996: Städtische Museen Heilbronn 1996: Kunsthalle Darmstadt 1997: Stadt Wiesbaden 1999: Kultureller Förderkreis Buchschlag (mit Anne Haring) 2022: Helga Föhl: Dank und Erinnerung, Kunst Archiv Darmstadt
Literatur
Helga Föhl: Eisenplastiken, Zeichnungen. Verlag für zeitgenössische Kunst, Berlin 1987, ISBN 3-923903-09-X. Helga Föhl, Körperlandschaften : Eisenplastik, Collage, Zeichnung ; 1980–1995; Städtische Museen Heilbronn, Kunsthalle Darmstadt 1996, ISBN 978-3-930811-56-4.
Weblinks Stefanie Blumenbecker: Die Eisenfrau: Helga Föhl und ihre hohe Kunst aus Schrott, in: HR2-Frühkritik vom 20. August 2024. Abgerufen am 10. September 2024 Hessisches Landesmuseum: Von Kollwitz bis Serra. Bildhauer:innen zeichnen, 6. Juni 2023. Abgerufen am 10. September 2024 Peter Kratzmann: Künstlerische Schwergewichte in Galerie, Nordwest-Zeitung vom 13. Januar 2017. Abgerufen am 10. September 2024
Einzelnachweise
Kategorie:Bildhauer (Deutschland) Kategorie:Zeichner (Deutschland) Kategorie:Deutscher Kategorie:Geboren 1935 Kategorie:Gestorben 2022 Kategorie:Frau