Concordia – Tödliche Utopie ist eine Fernsehserie aus dem Jahr 2024 mit Christiane Paul, Ruth Bradley, Nanna Blondell, Steven Sowah und Jonas Nay, die unter der Regie von Barbara Eder entstand. Als Showrunner und Executive Producer fungierte Frank Doelger, das Drehbuch schrieben Nicholas Racz, Mike Walden und Isla van Tricht.

Handlung Concordia ist eine Modellstadt in Schweden. Laut der Gründerin Juliane Ericksen soll hier jeder die gleichen Bildungschancen und eine umfassende Gesundheitsversorgung erhalten. Durch intensive Überwachung der freiwillig in Concordia lebenden Einwohner entstand über 20 Jahre ein Gesellschaftsmodell, das das Wohlergehen jedes Einzelnen zum Ziel hat. Sämtliche Momente des Alltags werden durch Mikrofone und Kameras aufgezeichnet, die Aufnahmen sollen aber für niemanden zugänglich sein. Ein System mit Künstlicher Intelligenz (KI) soll ein sicheres Zusammenleben gewährleisten, das nur dann Alarm schlägt, wenn Gesundheitsgefahren bestehen oder Straftaten abgewendet werden müssen.

Am 20. Jahrestag des Concordia-Projektes soll das Modell von der deutschen Stadt Kopwitz in Sachsen übernommen werden. Allerdings geschieht kurz davor ein Mord an einem Concordia-Mitarbeiter. Außerdem wird das für sicher gehaltene KI-System gehackt und manipuliert. Vor der Einführung des Systems in anderen Städten soll der Mordfall geklärt und die Sicherheitslücke gefunden werden.

Es stellt sich heraus, dass der ermordete Mitarbeiter seine besonderen Befugnisse missbrauchte, um Privates über die Frauen zu erfahren, mit denen er sich verabredete. Dabei stieß er auf Informationen, die einen Amoklauf – der sich vor 20 Jahren ereignet hatte und die Gründung der als verbrechensfrei konzipierten Modellstadt begünstigte – in einem neuen Licht erscheinen lassen. Ein anderer Concordia-Mitarbeiter brachte ihn daraufhin zum Schweigen, um den Gründungsmythos zu bewahren und das Gesellschaftsmodell zu retten. Zeitgleich versucht eine Gruppe von radikalen Überwachungsgegnern, den Concordia-Start in Kopwitz gewaltsam zu verhindern, was jedoch misslingt. – Mit fortgesetztem Schweigen geht die Utopie von Concordia in die Zukunft.

Besetzung und Synchronisation Die deutschsprachige Synchronisation übernahm die Neue Tonfilm München. Dialogregie führte Eva Schaaf, die auch das Dialogbuch schrieb.laut Abspann

Rolle Darsteller Synchronsprecherlaut Abspann Thea Ryan Ruth Bradley Anne Helm Isabelle Larsson Nanna Blondell Sophie Rogall Juliane Ericksen Christiane Paul Christiane Paul Noah Ericksen Steven Sowah Steven Sowah Leon Jonas Nay Jonas Nay Fatemah Amin Ahd Kamel Natascha Geisler Alexandre Hugo Becker Louis Friedemann Thiele A.J. Oba Kento Nakajima Tobias John von Freyend Mathilde Joséphine Jobert Jacqueline Belle Hanna Bremer Karoline Eichhorn Karoline Eichhorn Elodie Cailleux Alba Gaïa Bellugi Leslie-Vanessa Lill Tessa Vogel Maeve Metelka Maeve Metelka Azeem Mahmoud Mohamed Achour Mohamed Achour Marie Alice Dwyer Alice Dwyer Edvin Claesson Dietrich Hollinderbäumer Dietrich Hollinderbäumer Cathy Miller Dulcie Smart Ditte Ferrigan Adrian Grant Peter Seaton-Clark Martin Halm Edgar Benjamin Werth Andreas Thiele Attendant Jean-Claude Knobbe Techniker Yuho Yamashita Jesper Claesson Anton Petzold Zeugin Johanna Giraud Teacher Katja Preuß Assistant Laura Storz Laura Storz Isabelle Larsson (jung) Rim Ghebrai Dr. Peter Blom Duncan Green Sven Fechner

Veröffentlichung In der ZDFmediathek wurde die Serie am 14. September 2024 veröffentlicht, die Erstausstrahlung im ZDF erfolgte mit jeweils drei Folgen am 20. und 21. Oktober 2024. Auf DVD wurde die Serie am 22. November 2024 veröffentlicht.

Auf SkyShowtime erschien die Serie am 23. Mai 2024.

Produktion und Hintergrund Die Dreharbeiten fanden ab Oktober 2022 in Rom, Norditalien und Leipzig statt. In Leipzig war das Gelände der Feinkost mit der Löffelfamilie Drehort sowie der Außenbereich des Neuen Rathauses. Gedreht wurde vorrangig in englischer Sprache.

Produziert wurde die Serie von der deutschen Intaglio Films, einem Joint Venture der Beta Gruppe und der ZDF Studios, Produktionspartner waren die MBC Group (Vereinigte Arabische Emirate), France Télévisions und Hulu Japan, beteiligt war das ZDF. Unterstützt wurde die Produktion von der Mitteldeutschen Medienförderung und dem Medienboard Berlin-Brandenburg. Als Showrunner und Executive Producer fungierte Frank Doelger, Producer waren Tobias Gerginov, Elle Raspin, Jacob Glass und Sergio Ercolessi.

Die Kamera führte Dominik Berg, die Montage verantworteten Philipp Ostermann, Matti Falkenberg und Ilja Siebert, die Musik schrieb Reinhold Heil. Das Kostümbild gestaltete Marco Idini, das Szenenbild Gaspare De Pascali. Showrunner Frank Doelger und Regisseurin Barbara Eder realisierten zuvor gemeinsam die Serie Der Schwarm nach dem Roman von Frank Schätzing.

Begleitend zur Serie entstand die 45-minütige Dokumentation Der Preis der Sicherheit – Wie real ist die KI-Welt von „Concordia“? (Drehbuch Tamar Baumgarten-Noort und Judith Voelker).

Episodenliste

Rezeption Tilmann P. Gangloff vergab auf tittelbach.tv 4,5 von 6 Sternen. Neben der ungewöhnlichen Geschichte mit ihren cleveren Cliffhangern sowie dem ausnahmslos vorzüglichen Ensemble beeindrucke die sehenswerte Serie vor allem durch die Bildgestaltung. Wohltuend sei nicht zuletzt die gute Synchronisation.

Eric Leimann meinte auf prisma.de, dass die Folgen im Sinne einer eher herkömmlichen Thriller-Miniserie auf Spannungsbögen getrimmt seien und die Charaktertiefe des Ensembles nicht unbedingt im Vordergrund stehe. Die Serie weise ähnliche Stärken und Schwächen auf wie Der Schwarm: Der Stoff sei spannend und relevant und doch wirke diese ein wenig wie Kunst von der Stange. Neben ihrer guten Grundidee habe die Serie auch Stärken. Concordia sehe nicht nach dystopischer Zukunft aus, sondern wie eine mittelgroße Schweden-Community mit viel Ikea-Gemütlichkeit.

Christian Lukas befand auf quotenmeter.de, dass die Produktion immer wieder Füllmaterial brauche, um die gesamte Zeit zu überbrücken. Der Mordfall gerate dabei immer wieder aus dem Fokus. Trotz der ambitionierten Prämisse und des spannenden Settings bleibe die Serie in vielen Aspekten hinter ihren Möglichkeiten zurück.

Gian-Philip Andreas (2,5 von 5 Sternen) schrieb auf Fernsehserien.de, dass die Serie viel Style und zu wenig Substanz biete. Um Abgründigkeit bemüht, werfe sie hochinteressante Fragen auf, kranke allerdings an mangelnder Spannung und eindimensionalen Figuren.

Reinhard Prahl (4 von 5 Punkten) meinte auf serienjunkies.de, dass die Serie bisweilen etwas zu gemächlich wirke, dem Publikum aber eine gut gemachte und erzählte Geschichte mit interessanten sozialkritischen und philosophischen Überlegungen anbiete. Insgesamt sei die sehenswerte Miniserie gelungen, die Prämisse spannend, die Thrillerelemente geschickt eingewoben und die schauspielerischen Leistungen voll in Ordnung. Lediglich ein wenig mehr Tempo wäre hier und da gut gewesen.

Ernst Corinth von rnd.de lobte die Serie als spannende Unterhaltung mit starkem Ensemble, immer wieder geschickt gesetzten Cliffhangern und einer sehr guten, nie überladenen Bildgestaltung. Gelungen sei auch die Synchronisation. Für die Serie spreche auch, dass auf eine allzu eindeutige Schwarz-Weiß-Malerei verzichtet werde und stattdessen viele Figuren eher ambivalent gezeichnet würden.

Weblinks

Concordia – Tödliche Utopie auf ZDF.de

Einzelnachweise

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