mini|120px|Briefe, die ihn nicht erreichten Briefe, die ihn nicht erreichten ist eine Novelle in Briefen von Elisabeth von Heyking von 1902. Sie gehörte zu den erfolgreichsten Büchern dieser Zeit und erschien in über 100 Auflagen.

Inhalt Eine Frau schreibt Briefe an einen deutschen Freund, der in China lebt, wo sie auch eine Zeit lang gewesen war. Sie ist inzwischen in Vancouver, New York und Berlin, erinnert sich aber oft an ihre Erlebnisse in China. Sie beschreibt ihre Eindrücke von dort, aber auch das rücksichtslose Vorgehen westlicher Kaufleute, die versuchen, mit brutalen Mitteln möglichst viel Gewinn zu machen.

Die Autorin beschreibt auch ihre eigenen Gefühlslagen sowie ihre Wahrnehmungen in New York und Berlin. Beim Schreiben der Briefe bemerkt sie, dass sie in den Mann, an den sie schreibt, verliebt ist. Sie erfährt aber später, dass er während des Boxeraufstandes 1900 in China ums Leben gekommen war und ihre Briefe nicht mehr erhalten hatte.

Hintergründe Elisabeth von Heyking war eine Enkelin der Dichter Bettina und Achim von Arnim. Sie lebte mit ihrem Ehemann als Diplomatengattin seit 1884 in verschiedenen ausländischen Städten, darunter in Peking und New York.

1902 veröffentlichte sie die Briefe, die ihn nicht erreichten, zunächst als Fortsetzungsroman in der Täglichen Rundschau und dann 1903 im Berliner Verlag Gebrüder Paetel in Buchform. Diese wurden ein großer Erfolg. Im ersten Jahr erschienen 36 Auflagen (mit je etwa 1.000 Exemplaren). Bei Umfragen in deutschsprachigen Bibliotheken waren sie 1903 das zweitgefragteste und 1904 das drittgefragteste Buch überhaupt. Es erschienen über 100 Auflagen bis 1925, danach weitere Ausgaben bis in die Gegenwart. Es gab eine Verfilmung 1925, (deren Handlung allerdings um Intrigen und zusätzliche Dramatik ergänzt wurde) und Übersetzungen ins Englische, Französische, Polnische, Tschechische, Ungarische, Lettische und Russische.Briefe, die ihn nicht erreichten WorldCat

Zitate Buch Die Autorin sinniert über die vielen vergeblichen Hoffnungen in einem Leben

Rezension

Der Chefredakteur des renommierten Berliner Tageblatts, Theodor Wolff, lobte das Buch 1903

Ausgaben Deutsche Textausgaben Tägliche Rundschau, 1902, Fortsetzungen Gebrüder Paetel, Berlin, 1.– 36. Auflage, 1903, 75. 1905, 77. 1906, 96. 1920, 102. 1925 (letzte feststellbare Auflage in diesem Verlag)Börsenblatt für den deutschen Buchhandel vom 13. Februar 1925, S. 2526; mit ganzseitiger Verlagsanzeige nach dem Tod von Elisabeth Heyking, mit 100. Auflage; vgl. auch DNB, WorldCat Th. Knaurs Nachf., Berlin 1928 Heyne, München 1975 Latka, Bonn 1988

Digitalisate und Onlinetexte

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Literatur Rezensionen Theodor Wolff: Briefe einer Ungenannten, in Berliner Tageblatt, Nr. 158, vom 23. Mai 1903, Literaturbeilage (S. 5) Fritz Marti: Briefe, die ihn nicht erreichten, in Neue Zürcher Zeitung, 1903, Nr. 156/158 Mathieu Schwann: Briefe, die ihn nicht erreichten, in Frankfurter Zeitung, 1903, Nr. 132 Monty Jacobs: Briefe, die ihn nicht erreichten, in Berliner Börsen-Courier, 1903, Nr. 273 Eugen Zabel: Briefe, die ihn nicht erreichten, in National-Zeitung, Sonntagsbeilage, Nr. 27

Alexander Meyer: Ein anregendes Buch. In: Die Nation. Wochenschrift für Politik, Volkswirtschaft und Literatur. 1902/1903. S. 682 Henriette von Meerheimb: Neue Romane. In: Monatsblätter für deutsche Literatur. 1903/1904. S. 213ff. Alois Stockmann: Die verbreitetsten Romane des letzten Jahres. In Stimmen aus Maria-Laach. 1905. S. 548–562, hier S. 553f. Weitere Literatur Herward Sieberg: Elisabeth von Heyking. Olmsen, 2012, S. 420–465

Weblinks Ausgaben von Briefe, die ihn nicht erreichten WorldCat

Einzelnachweise

Kategorie:Literatur (20. Jahrhundert) Kategorie:Literatur (Deutsch) Kategorie:Novelle Kategorie:Literarisches Werk